Der von der Hamas entführte Guy Gilboa-Dalal hat neue Details über den Missbrauch preisgegeben, dem er während seiner zweijährigen Gefangenschaft im Gazastreifen ausgesetzt war.
Die ehemalige Hamas-Geisel Guy Gilboa-Dalal berichtete in einem Interview mit dem israelischen TV-Sender Channel 12 News darüber, wie er von seinen Entführern behandelt wurde. Einer von ihnen
»ließ mich duschen, und als ich fertig war, zerrte er mich heraus und verbot mir, mich wieder anzuziehen. Er brachte mich zurück ins Zimmer, warf mich auf einen Sessel und fing an, meinen ganzen Körper zu berühren. Ich erstarrte. Ich sagte zu ihm: ›Das ist doch ein Scherz, oder? Das ist im Islam verboten.‹ Er hielt mir eine Pistole an den Kopf und ein Messer an die Kehle. Er sagte mir, wenn ich jemandem davon erzähle, würde er mich umbringen.«
Hostage survivor Guy Gilboa Dalal shares a brutal sexual assault that he carried in silence since his liberation.
His courage to speak out is a testament of the unimaginable crimes committed against Israeli hostages
🎥Channel 12 News pic.twitter.com/awW4zKFh4E— Israel ישראל (@Israel) November 19, 2025
Sexuelle Demütigungen
Der 24-jährige Gilboa-Dalal aus Kfar Saba wurde am vergangenen 13. Oktober im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens zwischen Israel und der Hamas freigelassen, nachdem er 738 Tage in Gefangenschaft verbracht hatte, seit er am 7. Oktober 2023 vom Nova-Musikfestival entführt worden war.
Mit Gilboa-Dalal ist eine weitere ehemalige Geisel mit Berichten über sexuellen Missbrauch in Gefangenschaft an die Öffentlichkeit getreten. Anfang des Monats gab bereits der ebenfalls am 13. Oktober freigelassene Rom Braslavski bekannt, von seinen Entführern sexuell missbraucht und gefoltert worden zu sein. Der 21-Jährige arbeitete als Sicherheitsbeamter beim Nova-Musikfestival, als er gefangen genommen und über zwei Jahre lang festgehalten wurde, bevor er im Oktober zusammen mit den neunzehn weiteren noch lebenden Geiseln im Rahmen des von den USA vermittelten Waffenstillstands freigelassen wurde.
Braslavski sagte in einem Interview mit Channel 13 News, seine Entführer vom Palästinensischen Islamischen Dschihad hätten ihn nackt ausgezogen und gefesselt.
»Sie haben mir alle Kleider ausgezogen – Unterwäsche, alles. Sie haben mich gefesselt, während ich völlig nackt war. Ich war am Ende, starb vor Hunger und hatte nichts zu essen. Ich betete zu Gott: Bitte, rette mich, hol mich hier raus. Und man fragt sich einfach: Was zum Teufel? Es war sexuelle Gewalt – und ihr Hauptzweck war es, mich zu demütigen. Das Ziel war es, meine Würde zu zerstören. Und genau das hat es getan.«
Es falle ihm schwer, »speziell über diesen Teil zu sprechen. Ich spreche nicht gern darüber. Es ist schwer, es war das Schrecklichste, das ich je erlebt habe. Selbst die Nazis haben so etwas nicht getan. Zu Hitlers Zeiten hätten sie so etwas nicht getan. Man betet einfach, dass es aufhört. Und während ich dort war – jeden Tag, bei jedem Schlag –, sagte ich mir: Ich habe einen weiteren Tag in der Hölle überlebt. Morgen früh werde ich in einer weiteren Hölle aufwachen. Und noch einer. Und noch einer. Es hört nie auf. Ich bin von einem Treffen mit dem Teufel zurückgekommen.«
Erschütternde Aussagen
Am 12. November machten die beiden lebend aus der Hamas-Gefangenschaft Zurückgekehrten Keith und Aviva Segal vor einem Ausschuss der Vereinten Nationen in Genf erschütternde Zeugenaussagen. Die Segals gehörten einer israelischen Delegation bei den Vereinten Nationen unter der Leitung des Generaldirektors des israelischen Justizministeriums, Itamar Donenfeld, an.
Das Ehepaar war noch in seinen Pyjamas, als Terroristen am 7. Oktober 2023 in ihr Haus im Kibbuz Kfar Aza stürmten, berichtete der nach 484 Tagen am 1. Februar 2025 freigelassene Keith Segal vor dem UN-Ausschuss gegen Folter (UNCAT). Etwa fünfzehn bewaffnete Terroristen »fügten Avivas Knie einen Meniskusriss zu und brachen mir die Rippen. Auf dem Weg zum Auto schossen sie auf uns und ich wurde am Handgelenk verletzt. … Sie stießen uns in ein Auto, ein Terrorist saß auf dem Rücksitz und hielt uns ein langes Messer vor das Gesicht.« Innerhalb weniger Minuten hatten sie die Grenze zum Gazastreifen überquert.
»Unsere Entführer verglichen meine Genitalien mit denen einer anderen Geisel, bedrohten uns mit Messern und ließen uns betteln, auf die Toilette gehen zu dürfen. Wir warteten, bis wir kurz vor der gefühlten Explosion standen, um die Terroristen nicht zu verärgern. Mir wurden die grundlegendsten Menschenrechte verweigert. Ich wurde ausgehungert. Mehr als einmal zwangen mich junge Terroristen, mich vor ihnen auszuziehen und rasierten meinen Körper.«
Hostage survivor, Keith Siegel, gives evidence at the UN Committee against Torture (Geneva).
Listen and understand why the ceasefire agreement must be implemented.
Hamas must disarm.
Gaza must demilitarize.
It is critical the 4 remaining hostages’ corpses be released. pic.twitter.com/eCSwEcfCph— Israel ישראל (@Israel) November 13, 2025
Aviva Segal, die nach fünfzig Tagen Gefangenschaft freikam, als sie im Rahmen eines Abkommens gegen palästinensische Terroristen ausgetauscht wurde, berichtete dem Ausschuss von einem kleinen Jungen aus ihrer Gemeinde, der zusammen mit ihr im Gazastreifen gefangen gehalten worden war.
»Ich kenne [seine] Familie, ich liebe sie. Ein Hamas-Terrorist fesselte seine Hände mit Kabelbindern, während wir dort saßen. Er war voller Blut. Wir waren voller Blut. Als [der Terrorist] kam, um ihm [die Kabelbinder] mit einem Cutter abzunehmen, schnitt er ihm in die Hand. Ich werde diesen Moment nie vergessen. Ich wollte schreien, während ich das Lächeln des Hamas-Terroristen sah.
Bei einem anderen Vorfall ging ein junges Mädchen auf die Toilette, und als sie zurückkam, »zitterte sie. Ich wusste, dass ich sie eigentlich nicht umarmen durfte … aber ich stand auf und umarmte sie. Ich hatte das Gefühl, dass ich das tun musste, weil sie noch so jung war. Nach einer Weile erzählte sie uns, dass ein Hamas-Terrorist ihren ganzen Körper berührt und mit ihr gemacht hatte, was er wollte.«
Anschließend habe der dem Mädchen gedroht, es zu töten, sollte es jemandem davon erzählen.
Ein anderes Mädchen wurde gezwungen, einen sexuellen Akt an einem Hamas-Terroristen unter der Dusche zu vollziehen. »Sie ist sechzehn Jahre alt. Sie hat noch nie jemandem ihren Körper gezeigt. Der Hamas-Terrorist stand einfach da, starrte sie an und lächelte. Ich erinnere mich, wie ich sie ansah, als sie dort herauskam; sie war schockiert, ich war schockiert«, schilderte Segal die Szene.
Die schlimmsten Momente sei gewesen, mitansehen zu müssen, wie die Entführer »meinen Mann Keith folterten [und] was sie den Mädchen antaten, und ich durfte sie nicht einmal umarmen, ich durfte nicht helfen, ich durfte nicht weinen, ich durfte mich nicht bewegen … Ich habe so sehr versucht, menschlich zu bleiben und auf jede erdenkliche Weise Liebe zu zeigen. Ich habe sie mit meinen Augen geliebt.«
Mit Kfar Aza komme sie aus einer Gemeinde, »in der 64 Menschen ermordet wurden. Vierzig Familien haben mindestens ein Familienmitglied verloren. Die Menschen starben am 7. Oktober langsam, während sie mit ihren Familien sprachen und ihnen sagten, wie sehr sie sie liebten – und dann verschwanden sie aus dem Leben.«
Als sie aus der Geiselhaft zurückkam, habe sie sich so viele Geschichten hören müssen – »und sie sind wahr. Sie wurden von der Hamas gefilmt, weil sie stolz auf sich waren. Sie spielten Fußball mit menschlichen Köpfen. Sie schnitten Mädchen die Brüste ab und spielten damit. Ein Junge aus meiner Gemeinde wurde ohne Kopf begraben – man fand den Kopf später in Gaza zusammen mit Eiscreme.« Der junge Mann war am 7. Oktober 2023 enthauptet worden und einer der Terroristen hatte den Kopf in den Gazastreifen mitgenommen, um ihn dort zum Kauf anzubieten. Dieser Kopf wurde zweieinhalb Monate später von einer israelischen Spezialeinheit in der Kühltruhe eines Eissalons in Gaza-Stadt gefunden und geborgen.
Hostage survivor Aviva Siegel stood before the UN Committee Against Torture in Geneva and relived horrors no one should ever face.
Some truths are hard to hear but impossible to ignore. Listen to her. pic.twitter.com/r9XptHAmSU
— Liron Zaslansky (@lironza) November 20, 2025
Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)






