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Dutzende Mossad-Agentinnen während des Kriegs im Iran aktiv

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad
Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad (© Imago Images / Zoonar)

Die weiblichen Agenten des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad spielten eine tragende Rolle beim Angriff Israels auf die iranischen Atomanlagen.

Laut einem Bericht der Jerusalem Post sieht der Direktor des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, die Rolle der Agentinnen während des Israel-Iran-Kriegs als sehr bedeutend an. So seien Dutzende Mossad-Mitarbeiterinnen in den Iran eingedrungen und hätten während der Angriffe auf Teherans Atom- und Raketenprogramme im vergangenen Juni verschiedene Operationen durchgeführt.

Während die genaue Art ihrer Aktivitäten noch immer geheim ist, ist bekannt, dass im Jahr 2024 eine – nur unter ihrem Tarnkürzel »G« geläufige – hochrangige Mossad-Agentin iranischer Herkunft, die über besondere Fachkenntnisse über den Iran und die Rekrutierung ausländischer Spione in feindlichen Ländern verfügt, damit geehrt wurde, die Fackel bei der Feier zum israelischen Unabhängigkeitstag anzuzünden.

Vermehrter Einsatz

Bereits 2021 beschrieben Michael Bar Zohar und Nissim Mishal in ihrem Buch The Mossad Amazons, dass Mossad-Agentinnen nicht nur männliche Beamte des Feindes verführten und iranische Nuklearstandorte überwachten, sondern auch kinetische und andere Angriffsoperationen durchführten. Während der Mossad keine allzu große Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Untergruppe seiner Mitarbeiter lenken möchte, scheint es, dass die Agentinnen im heurigen Jahr im Vergleich zu früher mehr verdeckte Aufgaben aller Art übernommen haben.

Derzeit dürften Hunderte von Mossad-Agenten oder von Agenten betreute Personen operativ im Iran tätig sein. Damit hat der israelische Geheimdienst bei der Rekrutierung und Ausbildung lokaler Dissidenten, die gegen das Regime der Ayatollahs vorgehen sollen, neue Maßstäbe gesetzt.

Während des zwölftägigen Kriegs nahmen diese Mossad-Agenten in Teheran eine große Anzahl von Radarplattformen und ballistischen Raketen ins Visier. Darüber hinaus lieferten sie israelischen Kampfjets Informationen für weitere Ziele. Der erste Schlag war so beeindruckend effektiv, dass der Iran erst am zweiten Tag des Kriegs einen Gegenschlag gegen Israel durchführen konnte.

Informationen zu Uran-Standorten

Neben den Enthüllungen über die entscheidende Rolle von Frauen während der Iran-Operation scheint es, dass das Spionagenetzwerk über ausreichende Informationen der Standorte des angereicherten Urans verfügt, die noch nicht angegriffen wurde. Diese Kenntnisse sollen sogar soweit gehen, als der Geheimdienst unmittelbar eingreifen könnte, sollte Teheran versuchen, dieses Uran für die Herstellung einer Atomwaffe zu nutzen.

Israel zerstörte einen Großteil der drei wichtigsten Nuklearanlagen Natanz, Fordo und Isfahan und beschädigte Dutzende weiterer Nuklearstandorte. Eine große Kontroverse und Quelle für Spekulationen war jedoch, dass über vierhundert Kilogramm auf sechzig Prozent angereichertes und damit fast waffenfähiges Uran während der Operation nicht von Israel zerstört wurden.

Theoretisch könnte diese Menge weiter angereichert und zur Herstellung von etwa einem halben Dutzend Atombomben verwendet werden. Nach der Operation meinten einige israelische Kritiker, da dieses Uran nicht zerstört wurde, könnte die Islamische Republik innerhalb weniger Monate eine Atombombe bauen. Andere wiederum sehen den eventuellen Bau einer Atombombe nach Wiederherstellung des jetzt Zerstörten frühestens in zwei Jahren.

Die jüngste Enthüllung, der Mossad könnte eingreifen, sollte Teheran neue Schritte bezüglich der Uranproduktion unternehmen, dürfte an die Adresse der Islamischen Republik gerichtet sein, um diese unter Druck zu setzen. Eine der Bedingungen, die der Westen dem Iran gestellt hatte, um die Wiedereinsetzung der globalen Sanktionen (Snapback) in etwa zwei Wochen zu vermeiden, ist der erneute Zugang der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zu Irans Uranvorräten.

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