Dschihadisten-Anwalt: Anschlag auf Jüdisches Museum war Mossad-Operation

„Ersthelfer, die sich um die Opfer des Terroranschlags vom Mai 2014 auf das Jüdische Museum in Brüssel gekümmert hatten, machten in der Gerichtsverhandlung am Montag erschütternde Aussagen über die blutige Szenerie, die sich ihnen geboten hatte. Die Anwälte des Islamisten, der der Gräueltat beschuldigt wird, hielten an ihrer Verteidigungslinie fest: der Verschwörungstheorie, dass die Operation vom Mossad, dem israelischen Geheimdienst, durchgeführt worden sei.

Während der Prozess gegen den angeklagten Terroristen Mehdi Nemmouche vor einem Strafgericht in Brüssel in die zweite Woche ging, schilderten die Mitarbeiter des Rettungsdienstes die Angst, die sie hatten, als sie die Opfer des Anschlags versorgten, nicht wissend, ob sich der Schütze noch in der Nähe befand. Die Krankenschwester Charlyne Lietard erzählte dem Gericht, die vier Opfer ‚sahen angesichts der Präzision der Schüsse aus, als ob sie hingerichtet worden seien‘. Drei der Opfer – Emmanuel und Miriam Riva, ein israelisches Paar, das das Museum besuchte, und Dominique Sabrier, ein freiwilliger Mitarbeiter des Museumsm, waren bereits gestorben, als die Ersthelfer sie erreichten. Das vierte Opfer, Alexandre Strens, der im Museum am Empfang arbeitete, starb zwei Wochen später in einem Krankenhaus. (…)

Das Verfahren gegen Nemmouche wird voraussichtlich Anfang März abgeschlossen sein. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Seine Anwälte werden zu seiner Verteidigung vor Gericht argumentieren, dass Nemmouche nicht der Mörder sei und dass die vier Opfer im Rahmen einer ‚gezielten Hinrichtung durch Agenten des Mossad‘ ermordet worden seien. (…)

Ein Porträt von [Nemmouches Anwalt Sébastian] Courtoy aus dem Jahr 2015 nannte ihn ‚den Vergès der Islamisten‘ – ein Verweis auf den verstorbenen französischen Anwalt Jacques Vergès, zu dessen berühmter Mandantenliste der Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie, der linke Terrorist Ilich Ramirez (‚Carlos der Schakal‘) Sanchez und der Holocaustleugner Robert Faurisson gehört hatten. Der gleiche Bericht zitiert eine Anwältin aus Brüssel, die Courtoy als einen ‚antisemitischen Don Quijote‘ bezeichnete, der hinter jeder Ecke jüdische Verschwörungen wittert. Nachdem sein früherer Lehrer ihn wegen der Verteidigung von Islamisten vor Gericht kritisiert hatte, forderte Courtoy 2006 Polizeischutz an, da er der Meinung war, es gäbe einen Mossad-Plan, ihn zum Schweigen zu bringen.“ (Ben Cohen: „Lawyers for Jihadi Terrorist on Trial for Brussels Jewish Museum Shooting Push ‘Mossad’ Conspiracy Theory in Court“)

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