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Drusen-Führer befürwortet Zukunft von Suwayda in vereintem Syrien

Drusen-Führer Laith al-Balous spricht sich für den Verbleib von Suwayda in einem vereinigten Syrien aus
Drusen-Führer Laith al-Balous spricht sich für den Verbleib von Suwayda in einem vereinigten Syrien aus (Quelle: Sana)

Die Aussagen Laith al-Balous verdeutlichen die Spaltungen innerhalb der drusischen Führung, in der es auch Forderungen nach mehr Selbstverwaltung und Föderalismus gibt.

Laith al-Balous, eine prominente Führungspersönlichkeit in der südlichen Provinz Suwayda, in der die Drusen die Mehrheit bilden, erklärte am Wochenende, er unterstütze die Zukunft seiner Gemeinschaft in einem vereinten syrischen Staat. Die Aussagen erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem unter einigen Drusen die Forderungen nach einem föderalen System zunehmen. »Wir glauben, dass Syriens Zukunft auf Einheit beruhen sollte«, sagte Balous gegenüber Rudaw. „»Eine erweiterte administrative Dezentralisierung mag vorteilhaft sein, aber jedes Projekt, das uns in Richtung einer Teilung führt, wird die Krisen nur vertiefen.«

Balous betonte, dass Suwayda »keine Separation benötigt«, sondern vielmehr »Entwicklung und echte Partnerschaft innerhalb Syriens«. Der Drusen-Führer fügte hinzu, dass die Provinz »ein starker und effektiver Partner beim Wiederaufbau des Staates« werden sollte.

Balous’ Position verdeutlicht auch die Spaltungen innerhalb der drusischen Führung selbst. Seine Haltung steht im Gegensatz zu der von Hikmat al-Hijri, einem der einflussreichsten drusischen geistlichen Führer in Syrien, der sich für ein föderales System und eine weitreichendere Selbstverwaltung für Suwayda einsetzt.

In Bezug auf al-Hijris Vorschläge unterschied Balous zwischen administrativer Dezentralisierung und politischer Trennung. »Eine erweiterte administrative Dezentralisierung mag ein Instrument zur Verbesserung der Regierungsführung und der Dienstleistungen in allen syrischen Provinzen sein, doch Projekte, die zu einer Spaltung oder zur Schaffung separater Einheiten führen, sind Ursachen für weitere Krisen, nicht Lösungen«, sagte er.

Spannungen

In der vergangenen Woche wurde al-Balous vom syrischen Verteidigungsminister Murhaf Abu Kasra empfangen. Dieser stellte ihn als Vertreter der »Männer der Würde« vor, einer 2013 von al-Balous Vater Wahid gegründeten drusischen bewaffneten Gruppe. Die »Männer der Würde« entstanden während der Zeit des Assad-Regimes, um die drusische Jugend vor dem Wehrdienst in der ehemaligen syrischen Armee zu schützen und ihre Verwicklung in den Bürgerkrieg des Landes zu verhindern. Die Gruppe hat sich seitdem zu einer der mächtigsten bewaffneten Fraktionen in Suwayda entwickelt.

Laith al-Balous ist für seine regierungsfreundliche Haltung bekannt und hat sich auch schon mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa getroffen. Seine aktuellen Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen der drusischen Gemeinschaft und den neuen Behörden in Damaskus nach dem Sturz der Regierung von Bashar al-Assad. Viele drusische Führer haben Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Minderheitenrechte, der lokalen Verwaltung und der Sicherheitsvorkehrungen unter der neuen Regierung geäußert.

Im Juli 2025 kam es in der Provinz Suwayda zu tödlichen Zusammenstößen zwischen drusischen Kämpfern und sunnitischen Beduinenstämmen, die sich durch die Einmischung syrischer Regierungstruppen zuspitzten, bevor nach einigen Tagen ein Waffenstillstand erzielt wurde. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass fast 2.000 Menschen getötet wurden. Unter den Opfer sind etwa 765 drusische Zivilisten, von denen einige von Streitkräften des Verteidigungs- und Innenministeriums der Regierung in Damaskus hingerichtet wurden.

Die Gewalt und die Angst vor Marginalisierung haben die Unsicherheit in Suwayda geschürt, einer Provinz mit drusischer Mehrheit, die während eines Großteils des Syrienkonflikts weitgehend außerhalb der direkten Kontrolle der Regierung geblieben ist.

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