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Verstärkte Drohnenkooperation zwischen Russland und dem Iran

Überreste einer russischen Drohne iranischer Bauart in der Ukraine. (© imago images/NurPhoto)
Überreste einer russischen Drohne iranischer Bauart in der Ukraine. (© imago images/NurPhoto)

In einer neuen Fabrik will Russland Tausende Drohnen iranischer Bauart herstellen. Nicht alle in Russland sind von der Zusammenarbeit begeistert.

Jüngsten Meldungen zufolge hat der Iran nicht nur diese Woche eine Drohne vorgestellt, deren Reichweite von rund 2.000 Kilometern es ihr ermöglichen soll, Israel angreifen zu können, weswegen Teheran in seine Werbevideos schon einmal die hebräische Botschaft »Bereitet eure Bunker vor« einbaut. Bekannt wurde auch, dass die Islamische Republik und Russland planen, ihre militärische Zusammenarbeit weiter auszubauen.

So mache Russland große Fortschritte bei der Massenproduktion einer vom Iran entwickelten Angriffsdrohne, die in der Lage sein soll, ukrainische Stadtgebiete aus über 1.600 Kilometern Entfernung anzugreifen.

Iranische Kamikaze-Drohnen

Einem Bericht der Washington Post zufolge hat Russland in der 800 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Sonderwirtschaftszone Alabuga in der Republik Tatarstan eine autonome Produktionsstätte für Drohnen gebaut, die Anfang nächsten Jahres in Betrieb genommen und bis Mitte 2025 rund 6.000 Drohnen herstellen soll. Die Ingenieure der Anlage arbeiten an der Verbesserung der iranischen Shahed-136-Drohne, um eine Produktion in größerem Maßstab und eine bessere Leistung der Luftfahrzeuge zu erreichen. Darüber hinaus forscht Russland auch zum Ausbau seiner Ressourcen für koordinierte, sogenannte Schwarmangriffe.

Die von Russland angekauften Shahed-Drohnen iranischer Bauart sind mit Sprengstoff beladen und so programmiert, dass sie in der Luft schweben, bis sie im Sturzflug auf ein Ziel ansetzen. Damit stellen sie eine Art unbemannte Versionen der Kamikaze-Flieger im Zweiten Weltkrieg dar, die ihre mit Sprengstoff beladenen Maschinen im Pazifik in US-Kriegsschiffe stürzten.

Im Hotel verschanzt

Im Rahmen der Zusammenarbeit beider Länder bei der Entwicklung von Kampfdrohnen seien viele Alabuga-Mitarbeiter zu Drohnenherstellern in den Iran gereist, um dort Fachwissen zu erwerben, heißt es in dem Bericht der Washington Post. In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass sich russische Beamte, die Ende Januar Teheran besuchten, nach einem dem israelischen Geheimdienst Mossad zugeschriebenen Angriff auf eine Drohnenfabrik in ihrem Hotel hatten verschanzen müssen. Der Angriff hatte sich zwar im entfernten Isfahan ereignet, aber die iranischen Gastgeber hatten Angst, dass mögliche weitere Attacken sich gegen Anlagen richten könnten, die gerade von den russischen Gästen besucht werden.

Während Berichten zufolge am Montag eine iranische Delegation in Moskau gelandet ist, um eine weitere Zusammenarbeit zwischen den Bodentruppen beider Armeen zu erörtern, scheinen nicht alle in Russland von der Kooperation Moskaus mit der Islamischen Republik begeistert zu sein. So sollen die als geheim eingestuften Dokumente, die dem Washington-Post-Artikel zugrunde liegen, von einem Techniker in Alabuga stammen, der gegen das Projekt sei und glaube, es sei »zu weit gegangen«.

Die Geheimdokumente an die Öffentlichkeit zu spielen, »war das Einzige, was ich tun konnte, um das Projekt zumindest zum Pausieren zu bringen und vielleicht einige Hindernisse für seine Umsetzung zu schaffen«, wurde die anonym bleibende Person zitiert, welche die Hoffnung äußerte, dass in der Folge weitere westliche Sanktionen eingeführt werden, die das gemeinsame russisch-iranische Projekt behindern.

Der Bericht enthüllte auch, dass Moskau Schwierigkeiten habe, alle benötigten Positionen in seiner Produktionsstätte zu besetzen, da es an Experten in »wichtigen und hochkomplexen Bereichen der Drohnenentwicklung« fehle. So seien einigen Mitarbeitern die Pässe abgenommen worden, um daran zu hindern, das Land zu verlassen.

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