Der gezielte Angriff auf einen Stromgenerator des Kernkraftwerks Barakah sollte den Vereinigten Arabischen Emiraten signalisieren, dass der Angreifer auch den Atomreaktor treffen könnte.
Der Drohnenangriff auf das Kernkraftwerk Barakah, das die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit Strom versorgt, sollte den Emiratis eine Botschaft senden. Das teilten zwei mit den Details des Angriffs vertraute Quellen der Jerusalem Post am Sonntag mit. Einer der Quellen zufolge zielte die Drohne absichtlich auf einen der Energieversorger der Anlage ab, um die Botschaft zu vermitteln: »Wir können auch den Kernreaktor selbst angreifen und einen nuklearen Zwischenfall auslösen.«
Die VAE machen zum jetzigen Zeitpunkt nicht direkt den Iran für den Angriff verantwortlich und untersuchen, ob Teheran selbst oder die Huthi im Jemen hinter dem Vorfall stecken. »Auf jeden Fall war es der Iran, der den Angriff angeordnet hat«, sagten die beiden Quellen gegenüber der Jerusalem Post.
Anwar Gargash, leitender Berater von Präsident Mohammed bin Zayed Al Nahyan, schrieb auf X, dass der Angriff auf die Nuklearanlage, »ob nun direkt von den Verantwortlichen oder durch einen ihrer Stellvertreter ausgeführt, eine gefährliche Eskalation und eine düstere Entwicklung darstellt, die gegen alle internationalen Gesetze und Normen verstößt«. Der Angriff zeige Missachtung für das Leben von Zivilisten in den VAE und in der gesamten Region. »Diese unzulässige Eskalation unterstreicht einmal mehr die Art der Herausforderungen, denen sich die Region im Kampf gegen die Mächte des Bösen, des Chaos und der Zerstörung gegenübersieht. Niemand wird den Willen der Vereinigten Arabischen Emirate brechen.«
Das Außenministerium der VAE erklärte später in einer Stellungnahme, der Vorfall sei ein »Terroranschlag«, der »eine gefährliche Eskalation, einen inakzeptablen Akt der Aggression und eine direkte Bedrohung für die Sicherheit des Landes darstellt«.
Keine Strahlenbelastung
Das Verteidigungsministerium wiederum teilte mit, dass Ermittlungen im Gange seien, um die Quelle des Drohnenangriffs zu ermitteln. Bei diesem seien drei Drohnen von der westlichen Grenze des Landes aus gestartet worden, von denen nur zwei erfolgreich abgefangen werden konnten, während die dritte den Generator traf und einen Brand auslöste. Bei dem Vorfall wurden keine Verletzten gemeldet, die Strahlensicherheitswerte blieben unbeeinträchtigt, und die emiratische Behörde für nukleare Regulierung bestätigte, dass die wesentlichen Systeme des Kraftwerks normal funktionieren.
Auch die Internationale Atomenergie-Organisation schrieb in einer Erklärung, die VAE hätten ihr mitgeteilt, dass die Strahlungswerte am Kraftwerk Barakah nach dem Vorfall normal geblieben seien. »Die IAEO verfolgt die Lage aufmerksam und steht in ständigem Kontakt mit den Behörden der VAE. Sie ist bereit, bei Bedarf Hilfe zu leisten«, erklärte die UN-Atomaufsichtsbehörde.
Die VAE waren während des Konflikts zwischen Israel, den USA und dem Iran wiederholt Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Das Außenministerium des Landes erklärte am Freitag, es weise die iranischen Versuche, Angriffe auf die VAE zu rechtfertigen, kategorisch zurück und behalte sich seine souveränen, rechtlichen, diplomatischen und militärischen Rechte vor, auf jede Bedrohung oder feindliche Handlung zu reagieren. Zuvor war bekannt geworden, dass die Emirate geheime Vergeltungsangriffe für die iranischen Attacken während des Krieges geflogen hatten.






