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Drei Jahre nach seiner Niederlage ist der Islamische Staat immer noch gefährlich

Kämpfer des Islamischen Staates
Kämpfer des Islamischen Staates (© Imago Images / ZUMA Wire)

In diesem Monat jährt sich zum dritten Mal die Niederschlagung der Terrororganisation Islamischer Staat, doch sie verübt weiterhin Anschläge – nicht nur in Syrien und im Irak.

In den letzten Monaten hat der Islamische Staat (IS) seine terroristischen Operationen unter Verwendung von Schläferzellen im Nahen Osten intensiviert. Zuletzt wurden vor wenigen Tagen fünfzehn syrische Soldaten bei einem Anschlag der Terrororganisation auf einen Militärbus in einem Wüstengebiet in Zentralsyrien getötet.

Der tödlichste IS-Anschlag in jüngster Zeit und zugleich der größte seit dem Fall des selbsterklärten »Kalifats« im Jahr 2019 war der Angriff auf das Ghweran-Gefängnis im syrischen Hasaka Ende Januar. Damals griffen IS-Kämpfer das Gefängnis, in dem viele Mitglieder der Organisation einsitzen, an und töteten 140 kurdische Kräfte, die das Gefängnis trotz der zu beklagenden Toten erfolgreich verteidigten.

Einem Bericht von Sky News Arabia zufolge zeige dieser Angriff, dass der IS sich rasch reorganisierte und stärkere Kampffähigkeiten (wieder-)aufgebaut hat, als bisher bekannt war.

Zehntausend aktive Kämpfer

Nachdem der Islamische Staat nach einer mehr als einmonatigen militärischen Auseinandersetzung aus dem Gebiet Baghouz, seiner letzten Hochburg in Syrien, vertrieben wurde, verkündete der damalige US-Präsident Donald Trump im März 2019 die vollständige Niederlage des IS im Irak und in Syrien, als er sagte: »Der Islamische Staat wurde in Syrien zu hundert Prozent besiegt.«

In diesem Zusammenhang erklärte Mustafa Zahran, ein auf Bewegungen des politischen Islams spezialisierter Wissenschaftler, gegenüber Sky News Arabia, dass

»die Bedrohung durch den Islamischen Staat nach wie vor besteht. Auch wenn die Organisation kein Territorium im Irak und in Syrien mehr kontrolliert, existiert sie nach wie vor mit ihren Ideen und Schläferzellen.

Man konnte in letzter Zeit feststellen, dass der IS seine Kräfte neu gruppiert und die Häufigkeit seiner Angriffe erhöht hat, was bedeutet, dass er den Traum von der Rückkehr noch immer in seinem Kopf hat.«

Einem im Februar dieses Jahres veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen zufolge

»unterhält der Islamische Staat eine große geheime Präsenz im Irak und in Syrien und führt einen ständigen Aufstand auf beiden Seiten der Grenze, insbesondere in den Gebieten, die er früher kontrolliert hat«.

Der Bericht fügte hinzu, dass »der IS immer noch zehntausend aktive Kämpfer« im Irak und in Syrien unterhalte.

Darüber hinaus warnten die kurdischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), der Islamische Staat stelle durch seine Schläferzellen sowie durch seine Versuche, Gebiete in Syrien und im Irak wieder unter seine Kontrolle zu bringen und Kämpfer aus verschiedenen Ländern der Welt zu rekrutieren, weiterhin eine Bedrohung dar.

Internationale Koalation hat versagt

In einer Erklärung zum dritten Jahrestag der Eliminierung der letzten IS-Hochburg erklärten die SDF, die internationale Gemeinschaft habe bei der Bekämpfung der Organisation versagt, da sie keinen klaren, umfassenden und langfristigen Plan für die Konfrontation entwickelt habe. Diese internationale Untätigkeit, so die SDF,

»verschafft dem IS eine dauerhafte Gelegenheit, seine Organisation zu stärken, lokale Gemeinschaften zu erpressen, sie einzuschüchtern und Terroranschläge zu verüben«.

Verschärft wird diese Bedrohung durch die Versuche des Islamischen Staates, auch außerhalb Syriens und des Iraks zu expandieren, wobei vor allem sein Ableger in Afghanistan, der IS Khorasan, angesichts des Sicherheitsvakuums, das durch die Machtübernahme der Taliban im letzten Sommer entstanden ist, eine wichtige Rolle spielt.

Einem kürzlich veröffentlichten Papier der Al-Azhar-Beobachtungsstelle in Ägypten zufolge ist in den letzten Monaten ein deutlicher Anstieg der Bewegung von IS-Kämpfern nach Afghanistan zu verzeichnen, um sich der sogenannten »Provinz Khorasan« anzuschließen.

Afghanistan zeichnet sich durch seine fragilen Grenzen aus, die die Bewegung ausländischer Kämpfer zulassen, insbesondere die Grenze zu Pakistan, die zeitweise als Korridor für den Transport Hunderter von Kämpfern genutzt wird.

Das Papier wies auf die intensive Präsenz des Islamischen Staates im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und die Durchführung terroristischer Operationen in der Stadt Peschawar und der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa hin. Dies spiegle die Expansion der Terrororganisation in der Region wider und auch die Tatsache, dass sie ihre dortigen Aktivitäten nicht mehr nur auf Afghanistan beschränkt.

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