Wie aus Dokumenten hervorgeht, die von israelischen Sicherheitskräften im Gazastreifen konfisziert wurden, war Katar die wichtigste Geldquelle der Terrororganisation.
Katar war schon immer ein unverzichtbarer Verbündeter der Terrororganisation Hamas. Gemeinsam mit dem Iran und der Türkei erwog der Golfstaat Möglichkeiten, den Friedensplan des damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem Jahr 2020 zu vereiteln.
Den Dokumenten zufolge maß die Hamas den Finanzhilfen Katars sogar über den Gazastreifen hinaus große Bedeutung bei, wie Channel 12 News berichtete. Die Gelder aus Katar seien »die wichtigste Lebensader der Bewegung«, bestätigte der damalige Hamas-Politbüroleiter Ismail Haniyeh dem damaligen Außenminister und heutigen Premierminister Mohammed bin Abdulrahman al-Thani bei einem persönlichen Treffen im Jahr 2019.
Darüber hinaus wurden laut dem israelischen TV-Sender in einem geheimen Papier der Palästinensischen Autonomiebehörde Gespräche zwischen katarischen Geheimdienstmitarbeitern und einem Hamas-Vertreter über eine spezielle Ausbildung für Hamas-Kämpfer auf Militärbasen in Katar und der Türkei sowie über die Integration palästinensischer Flüchtlinge aus Syrien in Hamas-Bataillone im Libanon festgehalten.
In einem undatierten Hamas-Bericht, der sich mit der Möglichkeit eines Beitritts Katars zu den Abraham-Abkommen – den bilateralen Normalisierungsabkommen zwischen Israel und vier arabischen Staaten aus den Jahren 2020 und 2021 – befasste, hieß es, dies würde das »Ende des palästinensischen Nationalprojekts« bedeuten.
Die Dokumente enthüllten ferner den Versuch der Terrororganisation, den Einfluss Katars im Gazastreifen auf Kosten Ägyptens zu intensivieren. Der damalige Hamas-Führer und Terrorchef Yahya Sinwar schrieb in einem Memo an Haniyeh: »Die Ägypter standen bereit, um die Eskalation [mit Israel im Sommer 2020] einzudämmen, aber wir haben sie mit leeren Händen zurückgelassen und aus dem Spiel genommen. An ihre Stelle traten die Katarer, denen wir die Gelegenheit gaben, die Früchte der Diplomatie zu ernten.« Sinwar und Haniyeh wurden inzwischen von Israel getötet.
Gegen Trumps Plan
Eine Hamas-Delegation, die zu einem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt den Iran besucht hatte, erfuhr von einem Beamten des iranischen Außenministeriums, Teheran sei über die Unterstützung Katars und der Türkei für die Hamas erfreut, so Channel 12.
Was den auch als »Deal des Jahrhunderts« bekannten Friedensplan des damaligen US-Präsidenten Donald Trump betrifft, hielt der Emir von Katar, Tamim bin Hamad bin Khalifa al-Thani, im Juni 2019 –mehr als ein Jahr vor der Unterzeichnung des Abraham-Abkommens – eine Krisensitzung mit dem damaligen Hamas-Führer Khaled Mashal ab, in der er seine Besorgnis zum Ausdruck brachte, der Oman könnte seine Beziehungen zu Israel normalisieren. »Was Palästina betrifft, steht der Oman auf der einen Seite und wir auf der anderen. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain, welche die Normalisierung mit Israel vorantreiben, werden sich isoliert wiederfinden, während Pakistan und Malaysia, die sich gegen eine Normalisierung aussprechen, in einer starken Position sind«, wurde al-Thani zitiert. »Wir müssen zusammenarbeiten, um den Deal des Jahrhunderts zu verhindern«, antwortete Mashal ihm damals.
Der während Trumps erster Amtszeit als Präsident vorgelegte Vorschlag sah eine dauerhafte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts vor und diente als Sprungbrett für die anschließenden Normalisierungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan. Der Plan wurde jedoch von der Palästinensischen Autonomiebehörde abgelehnt.
Im Mai 2021 informierte Haniyeh den in Gaza residierenden Sinwar über ein privates Treffen mit al-Thani, das er nach der israelischen Militäroperation namens Wächter der Mauern abgehalten hatte. »In einem privaten Treffen zwischen uns, nachdem die Delegation abgereist war, haben wir [den Emir] hinsichtlich des Widerstands bestärkt. Wir haben uns auf diskrete finanzielle Unterstützung geeinigt. Ich würde Sie bitten, einen Brief zu schreiben, in dem Sie sich auf die Militäraktion und Ihre dringenden Bedürfnisse konzentrieren – und den Sieg [in der Operation Wächter der Mauern] Seiner Exzellenz widmen«, schrieb Haniyeh damals.
Nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat Katar eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Israel und der Hamas bei den Waffenstillstandsverhandlungen übernommen. Zuvor war Doha von Jerusalem auch seit Jahren gestattet worden, Bargeld für humanitäre Zwecke in den Gazastreifen zu transferieren, was innerhalb Israels zu heftigen Debatten geführt hat.






