Die „Gruppe Wagner“: Russische Söldner in Syrien

Mitglieder der Grupper Wagner in Syrien (Quelle: Debka)

„Die [als Gruppe Wagner bekannte undurchsichtige Söldnertruppe] spielt inzwischen im Rahmen der russischen Operationen in Syrien eine entscheidende Rolle. Obwohl militärische Privatfirmen (PMCs) in Russland offiziell verboten sind, berichtete die in St. Petersburg ansässige Nachrichtenwebseite Fontanka.ru Ende 2015, dass ehemalige Soldaten vom vormaligen Offizier der Spezialeinheiten Dmitry Utki rekrutiert würden, um in der Gruppe Wagner zu dienen. Mark Galeotti, der sich beim Institute of International Relations in Prag mit russischen Sicherheitsbelangen beschäftigt, meint, die Gruppe, der bis zu 2500 Männer angehören, habe in den Operationen um Palmyra im Jahr 2016 eine entscheidende Rolle gespielt. Die russische Armee hat die Existenz der Gruppe Wagner nie bestätigt, doch wurde Utkin im vergangenen Jahr bei einem Offiziersempfang im Kreml aus Anlass des Tages der Helden des Vaterlands Seite an Seite mit Präsident Vladimir Putin fotografiert. Amerika fügte ihn im Sommer 2017 der Liste jener Funktionäre hinzu, die wegen ihrer Beteiligung am Ukraine-Konflikt im Jahr 2014 Sanktionen unterliegen. Dort wurde die Gruppe offenbar ins Leben gerufen.

Als Russland im September 2015 in Syrien intervenierte, versprach die Regierung eine kurze Luftkampagne. Die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien galt als Tabu, insbesondere, da die russische Bevölkerung noch von der Erinnerung an den kostspieligen sowjetischen Krieg in Afghanistan umgetrieben wird. (Fast die Hälfte der Bevölkerung würde es vorziehen, wenn die Operation in Syrien beendet würde.) Durch den Einsatz einer formell unabhängigen Kämpfertruppe vor Ort kann das russische Militär seine Beteiligung an den Kämpfen jederzeit dementieren. ‚Sie erfüllen vor allem eine ganz konkrete Vorgabe: Keine Toten und Verletzten’, so der Militärexperte Alexander Golts. Tatsächlich haben die russischen Streitkräfte den Verlust von 41 Männern in Syrien offiziell bestätigt, darunter ein General, der das syrische Fünfte Freiwilligenkorps kommandierte und im September in der Nähe von Deir ez-Zor durch Artilleriebeschuss umkam. Enthüllungsjournalisten und Blogger meinen, dutzende mit der Gruppe Wagner verbundene Söldner seien im Kampf getötet worden. Vor Ort agiere die Gruppe als ‚pseudoprivate’ Militärfirma, die ihre Befehle von der russischen Armee erhalte, so der stellvertretende Direktor des Institute for Political and Military Analysis Alexander Khramchikhin.“ (Bericht in The Economist: „How ‚Wagner‘ came to Syria“)

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