Die Waffenruhe im Gazastreifen: ein gefährliches Signal

„Berichten zufolge hat die palästinensische Terrorgruppe Hamas im Grundsatz einer von Ägypten und den Vereinten Nationen ausgehenden Initiative zur Herbeiführung einer langfristigen Waffenruhe zugestimmt. Einigen Berichten zufolge gehe es dabei um eine fünf- bis zehnjährige Waffenruhe. Im Gegenzug würden die wirtschaftlichen Sanktionen gelockert und die Palästinenser im Gazastreifen erhielten humanitäre und wirtschaftliche Hilfsleistungen.

Die Initiative scheint recht bedenklich, denn sie fordert keinerlei substanziellen Zugeständnisse von der Hamas. (…) Die Botschaft der internationalen Gemeinschaft an die Hamas lautet letztlich, dass sie allein dafür, dass sie ihre Terrorangriffe auf Israel vorübergehend einstellt, großzügig belohnt wird. (…)

Im Rahmen der Waffenruhe würde die Hamas weitere Tunnel bauen können, um nach Israel vorzudringen und dort Zivilisten und Soldaten zu töten. Zudem würde die Hamas weiterhin durch ihre Tunnel an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten Waffen in den Gazastreifen schmuggeln können. Die von Ägypten und den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe würde es der Hamas erlauben, diesen Aktivitäten nachzugehen, ohne mit einer militärischen Reaktion Israels rechnen zu müssen. (…)

Mit der vorgeschlagenen Waffenruhe würden die internationale Gemeinschaft und die UNO sich um die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung kümmern und verschiedene wirtschaftliche und humanitäre Hilfsprogramme im Gazastreifen starten, während die Anführer der Hamas in ihren luxuriösen Büros und Häusern sitzen und sich ins Fäustchen lachen, dass es ihnen gelungen ist, die westlichen Spender, die sogar für die Kraftstoff- und Stromkosten der Menschen aufkommen würden, über die die Hamas herrscht, zu täuschen. (…)

Eine Waffenruhe wäre grundsätzlich zu begrüßen, doch unter den gegebenen Umständen wird sie der Hamas und den anderen Terrorgruppen im Gazastreifen ein verheerendes Signal senden: Dass der andauernde Beschuss Israels wirtschaftliche und humanitäre Projekte auf Kosten der Vereinten Nationen und westlicher Spender und, wenn man Glück hat, sogar einen Meeres- und Flughafen, einbringt. (…)

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Bleibt also die Frage: Warum verhandeln die Vereinten Nationen mit einer Terrorgruppe, die sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben hat? Warum verlangen die UNO, Ägypten und andere nicht, dass die Hamas ihre Waffen niederlegt und ihre Kontrolle über die Palästinenser des Gazastreifens, die sie seit nunmehr elf Jahren als Geiseln hält, preisgibt? Warum ist die UNO offenbar bereit, mehrere hundert Millionen Dollar im Gazastreifen zu investieren, während die Hamas an der Macht bleibt und ihren Status noch stärkt? Warum wird es der UNO gestattet, als Retter der Hamas zu agieren? Wenn die Hamas das nächste Mal israelische Zivilisten angreift, sollten die UNO und all jene, die sich zurzeit in Appeasement der Hamas gegenüber ergehen, vielleicht Antworten auf einige dieser Fragen geben.“ (Bassam Tawil: „UN Enabling Hamas’s War Machine“)

Ein Gedanke zu „Die Waffenruhe im Gazastreifen: ein gefährliches Signal

  1. Sandra Kreisler

    Ich hoffe und glaube, dass Israel ausreichend Strategien zur Verfügung hat, um (unter einem Waffenstillstandsdeckmantel sicherlich versuchte) Kriegsvorbereitungen der Hamas verhindern zu können.
    Zudem hänge ich immer noch der Überzeugung an, dass man Menschen am besten gegen Krieg immunisieren kann, wenn man dafür sorgt, dass sie viel zu verlieren haben. Insofern halte ich es tendenziell eher für richtig, wenn die Menschen in Gaza wirtschaftlich vorankommen – man sieht auch in Judäa und Samaria, dass jene, die in Lohn und Brot stehen, viel seltener zu Waffen greifen. Die UNRWA indes muss dringend entmachtet werden!

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