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Die türkisch-ägyptische Rivalität im Mittelmeer um Macht und Milliarden

Ägyptens Präsident as-Sisi auf einem Gipfel der Afrikanischen Union. Die türkischen Ambitionen im Mittelmeer sind ihm ein Dorn im Auge. (imago images/Xinhua)
Ägyptens Präsident as-Sisi auf einem Gipfel der Afrikanischen Union. Die türkischen Ambitionen im Mittelmeer sind ihm ein Dorn im Auge. (imago images/Xinhua)

In Libyen prallen die Interessen der Türkei und Ägyptens aufeinander. Dabei geht es auch um viel Geld, das an europäischen Energiemärkten gemacht werden kann.

Nicholas Saidel/The Wall Street Journal

Der Iran ist nicht der einzige Krisenherd im Nahen Osten. Weniger beachtet werden die Spannungen zwischen Ägypten und der Türkei über das Schicksal Libyens, wo seit 2014 ein chaotischer Bürgerkrieg tobt. Diese Rivalität könnte den Nahen Osten weiter destabilisieren, was eine weitere Flüchtlingskrise in Europa auslösen könnte. Der Kampf könnte auch den Handel im Mittelmeer stören und zu einem Wiederaufleben des Islamischen Staats in Libyen führen.

Zwei Ereignisse lösten den Streit aus. Das eine war die Entscheidung der Türkei im vergangenen Monat, Truppen nach Libyen zu entsenden, um Premierminister Fayez al-Sarraj und seine international anerkannte Regierung der Nationalen Übereinkunft, bekannt als die GNA, zu unterstützen. Dann gibt es noch das Abkommen der Türkei mit der GNA vom November über das Mittelmeer. Ägypten hat erhebliche Energieinteressen im östlichen Mittelmeer, und das Abkommen legt exklusive Wirtschaftszonen für die Türkei und Libyen fest, die eine weitere Exploration Ägyptens in der erdgasreichen Region behindern würden. (…)

Ägypten hat kürzlich eine Reihe von Offshore-Erdgasfunden gemacht, und der Export von Ressourcen wird dem hoch verschuldeten Land helfen. Im vergangenen Jahr gründeten Zypern, Griechenland, Israel, Italien, Jordanien, Ägypten und die Palästinensische Autonomiebehörde das Eastern Mediterranean Gas Forum. Dessen Ziel ist es, Infrastrukturkosten zu rationalisieren, wettbewerbsfähige Preise anzubieten, die Handelsbeziehungen zu verbessern und die Energiemärkte besser zu erschließen.

Die Nichteinbeziehung der Türkei in das Konsortium führte zu dem Abkommen über das Mittelmeer mit Libyen, das Ägypten so verärgert hat. Der Versuch Ankaras, dem Meer neue Grenzen zu diktieren, stellt eine Herausforderung für die ägyptischen, griechischen und zypriotischen Wirtschaftszonen dar. Zu den regionalen Ambitionen von Herrn Erdogan gehören die Einflussnahme auf das östliche Mittelmeer und die Durchsetzung des ‚Rechts‘ der Türkei auf die Kohlenwasserstoffe der Region. Der Ausschluss aus dem Konsortium verkleinert den Anteil, den die Türkei an europäischen Energiemärkten zu verdienen hofft. (…)

Bei einem Treffen in Kairo erklärten die Außenminister Ägyptens, Frankreichs, Griechenlands und Zyperns das Abkommen der Türkei mit der libyschen Regierung für ‚null und nichtig‘.

Im November führten Ägypten, Griechenland und Zypern gemeinsame Militärübungen durch, um ‚potenziellen Bedrohungen im Mittelmeerraum‘ entgegenzutreten. Im Dezember fing die türkische Marine ein israelisches Forschungsschiff in zypriotischen Gewässern ab. Die Türkei sagt, dass sie möglicherweise militärische Gewalt anwenden wird, um das Abkommen einzuhalten. Frankreich schickt Kriegsschiffe in das Gebiet.

Präsident Sisi glaubt, dass eine islamistisch geprägte libysche Regierung an der Grenze zu Ägypten einen Zufluchtsort für globale dschihadistische Netzwerke wie den IS schaffen könnte. Am 12. Januar sagte Ali Abdel Aal, der ägyptische Parlamentspräsident, dass Ägypten ‚militärische Lösungen nicht über politische Lösungen stellt‘, aber Kairo auf militärische Gewalt zurückgreifen könnte, um die ‚Invasion‘ der Türkei in Libyen zu vereiteln.“

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