
Während in Deutschland große Nähe zwischen Hochschulen und Industrie oft Misstrauen weckt, ist sie in Israel ausdrücklich erwünscht: Jede Forschungsuniversität unterhält eine eigene Firma, um geistiges Eigentum zu verwerten. Diese Firmen sind für 73 Prozent der jährlichen Patentanträge in Israel verantwortlich. Und dann ist da noch das Militär: In Be’er Scheva soll auch ein Armee-Campus entstehen, für die Rekruten der Hightech-Einheiten. Diese Soldaten, besonders der Eliteverband 8200, haben viele erfolgreiche Entrepreneure hervorgebracht, darunter die Gründer von CheckPoint, Palo Alto Networks und Waze. Business Insider nannte 8200 ‚die beste Hightech-Schule der Welt‘. (…) Die enge Verschränkung von militärischer und ziviler Welt, für deutsche Gemüter ungewohnt bis befremdlich, wird von den meisten Israelis als selbstverständlicher Fakt des Alltags gesehen – schließlich dient so gut wie jeder jüdische Israeli, Frauen und Männer, Linke und Rechte, in der Armee.“
(Mareike Enghusen: „Wirtschaftswunderland“)






