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Die Proteste im Libanon und im Irak sind auch Proteste gegen den Iran

 

Die Demonstrationen der letzten Wochen haben gezeigt, dass der Iran zwar politischen Einfluss gewinnen, den Menschen aber keine ökonomische Vision bieten kann.

Die Proteste im Libanon und im Irak sind auch Proteste gegen den Iran
Auf einer in Toronto stattfindenden Solidaritätsdemonstration mit den Protesten in Beirut war sogar eine Israel-Flagge zu sehen (Quelle: Screenshot Israellycool)

„In weniger als einem Monat kam es sowohl im Irak als auch im Libanon zu Demonstrationen gegen Korruption und mangelnde Wirtschaftsreformen. In beiden Ländern haben die beispiellosen Proteste, die die schiitischen Städte erschütterten, gezeigt, dass das iranische System der Einflussnahme in der Region gescheitert ist. Für die schiitischen Gemeinschaften im Irak und im Libanon ist es Teheran und seinen Vertretern nicht gelungen, militärische und politische Siege in eine sozioökonomische Vision umzusetzen. Einfach gesagt, der Widerstandsnarrativ des Iran brachte kein Essen auf den Tisch. (…)

Aktuell schien der Iran das lange Spiel zu gewinnen. Seine Vertreter im Libanon setzten sich bei den Parlamentswahlen im vergangenen Jahr durch. In Syrien gelang es dem Iran, seinen Verbündeten, Präsident Bashar al-Assad, zu retten. In den letzten Jahren hat der Iran in Bagdad durch seine Stellvertreter, darunter die Volksmobilisierungskräfte (PMF): die schiitischen Milizen, die zur Bekämpfung des Islamischen Staates eingesetzt wurden, erheblich mehr Macht erlangt.

In seinem Vier-Dekaden-Plan übersah der Iran jedoch einen wichtigen Punkt: eine sozioökonomische Vision zu schaffen, um seine Unterstützungsbasis aufrechtzuerhalten. Das iranische Regime nutzte jede Gelegenheit, um sich in die staatlichen Institutionen der Region einzubringen, bemerkte jedoch nicht, dass Macht auch eine Vision für die Zukunft erfordert. Während die Entwicklungen in der Region ihren Gang nehmen, regiert der Iran nicht. Der Irak und der Libanon sind gute Beispiele dafür. (…)

Beobachter haben die aktuellen Proteste im Libanon aus mehreren Gründen als ‚beispiellos‘ bezeichnet. Zum ersten Mal seit langer Zeit haben die Libanesen erkannt, dass der Feind ein interner ist: ist ihre eigene Regierung und die politischen Führer – und kein externer Besatzer oder regionaler Einflussnehmer.

Darüber hinaus war es den politischen Führern nicht möglich, den Verlauf der Proteste zu kontrollieren, die über alle Konfessionen und Regionen hinweg stattfinden, von Tripolis im Norden bis nach Tyrus und Nabatieh im Süden und über Beirut und Saida. Die Bandbreite zeigt, dass die Demonstranten in der Lage sind, sich über ihre konfessionellen und politischen Zugehörigkeiten hinaus zu vereinen. (…)

Vor allem aber sind die Proteste beispiellos, da auch die Hisbollah eine ungewöhnliche Haltung einnimmt. Hassan Nasrallah, der sich jahrzehntelang für den Schutz der Verarmten und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit einsetzte, entschloss sich dazu, sich an der Seite der Behörden gegen die Menschen auf den Straßen zu positionieren. Dies ist ein schwerer Rückschlag für die Hisbollah, da sie sich nun mit den aktuellen Protesten auseinanderzusetzen hat, der bislang schwierigsten innerstaatlichen Herausforderung.“ (Hanin Ghaddar, Foreign Policy: „Iran Is Losing the Middle East, Protests in Lebanon and Iraq Show“)

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