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Die nächsten Schritte für das Abraham-Abkommen

Gelöbnis der abrahamitischen Werte
Gelöbnis der abrahamitischen Werte (Quelle: JNS)

Zum ersten Mal fand der Annual Abraham Accords Global Leadership Summit statt, an dem Vertreter aus Politik und Religion sich die Verteidigung der gemeinsamen Werte der abrahamitischen Religionen zum Ziel gesetzt haben.

Elie Abadie, Mohammad Tawhidi, Carlos Luna Lam

Mit der Ankündigung des Abraham-Abkommens wurde die Welt Zeuge, wie das Unmögliche möglich wurde. Die Nationen des Nahen Ostens befanden sich auf dem Weg zum Frieden mit ihren Nachbarn. Das Abkommen bewies, dass unter den richtigen Bedingungen und in unglaublich kurzer Zeit aus Gegnern unverzichtbare Verbündete und sogar gute Freunde werden können. Eine solche tektonische Verschiebung der Einstellungen hat den Weg für eine neue Ära der Koexistenz und eine Erneuerung unserer gemeinsamen abrahamitischen Vergangenheit geebnet, wie es sie seit der Antike nicht mehr gegeben hat.

Diese neue Realität ist ein willkommener Segen für die drei abrahamitischen Religionen – das Judentum, das Christentum und den Islam – und es war uns eine Ehre, an einem kürzlich abgehaltenen Gipfel teilzunehmen, auf dem die Abraham-Vereinbarungen gefeiert wurden und der dazu diente, die abrahamitischen Werte zu stärken, die wir alle teilen. An diesem erstmals stattgefundenen Annual Abraham Accords Global Leadership Summit nahmen Vertreter aus sechs Kontinenten und fast 40 Ländern teil, darunter viele weltweit führende Persönlichkeiten, Diplomaten, Botschafter, Minister und Geistliche der verschiedenen Glaubensrichtungen.

Bezeichnenderweise lag der Schwerpunkt des Gipfels nicht nur darauf, die Erfolge zu feiern, die das historische Abkommen in nur zwei Jahren für die Region gebracht hat, sondern vor allem auf dem Versprechen, Menschen zusammenzubringen, um innovative Wege zur Förderung der Werte des Abkommens – Toleranz, Religion, traditionelle Familie, wirtschaftlicher Frieden und Wohlstand – zu erkunden, die bisher noch nicht erforscht wurden. Ziel war es, Wege zu finden, um dieses neue regionale Paradigma zu erweitern und neue Ansätze zu finden, um den im Nahen Osten erreichten Frieden und die Koexistenz in anderen Teilen der Welt, auch in Europa, Amerika und darüber hinaus, zu wiederholen.

Vertiefte Zusammenarbeit

Bei der Eröffnung des Gipfeltreffens sprachen die Staats- und Regierungschefs der kürzlich vereinigten Länder des Abraham-Abkommens, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Israel, über die globalen Auswirkungen des Abkommens, gaben eine Insider-Perspektive und diskutierten über die Förderung der Werte des Abkommens. Die Debatte ging jedoch weit über diese Länder hinaus und umfasste auch andere außerhalb des Nahen Ostens. Führende Politiker, Diplomaten und Unternehmer aus Italien, Malawi, Slowenien, Finnland, Polen, dem Vereinigten Königreich, dem Südsudan und der Tschechischen Republik trugen ihre Erkenntnisse bei.

Sie anerkannten, dass die Länder des Abraham-Abkommens infolge des darauffolgenden Friedens die noch größeren Früchte des wirtschaftlichen Wohlstands geerntet haben, der neben der Stabilität auch die Öffnung der Märkte gefördert und uns in die Lage versetzt hat, eine lebendige und eng verbundene Gesellschaft aufzubauen, die sowohl unternehmerisch als auch innovativ ist.

Die Staats- und Regierungschefs setzten sich mit den gemeinsamen Herausforderungen, Trends und Bedrohungen auseinander, die sich aus dem Wandel der kulturellen Normen in ihren Ländern und auf internationaler Ebene ergeben. Sie sprachen über die Möglichkeit einer vertieften und längerfristigen Zusammenarbeit zwischen den Nationen und die Bedeutung der Entwicklung einer günstigen Regierungspolitik auf lokaler Ebene. Die Diskussionen weiteten sich auf die Frage aus, wie die Werte des Respekts und des Zusammenlebens sowie das Erbe und die Religion weltweit infrage gestellt werden. Es wurde darüber nachgedacht, wie wir unsere gemeinsamen Werte bewahren können, die unseren Gemeinschaften im Laufe der Geschichte zum Erfolg verholfen haben.

Für uns als Vertreter der abrahamitischen Religionen war es wirklich bedeutsam, uns auf der Bühne zu einem Gespräch über unsere Zukunft zu vereinen. Wir alle drei erkennen die gemeinsame Vergangenheit an, die uns verbindet, und sind uns bewusst, dass wir uns um eine gemeinsame Vision für unsere Zukunft bemühen müssen. Entscheidend für diese gemeinsame Zukunft ist, dass wir die traditionelle Familieneinheit und ihre zentrale Rolle bei der Bewahrung der Identität und Kultur der Gesellschaft feiern.

Wir alle waren uns einig, dass unsere traditionellen Familienwerte im Vordergrund unseres abrahamitischen Erbes stehen und den Grundstein unserer Gesellschaften bilden, uns verbinden und unsere Identität und einzigartigen Kulturen bewahren. Es sind diese traditionellen Werte, die es den Religionen und Kulturen ermöglicht haben, konstruktiv auf die Welt einzuwirken, und die dazu geführt haben, dass sich die Gesellschaft für ein starkes Gefühl der Menschlichkeit einsetzt.

Zum Abschluss des Gipfels unterzeichneten wir gemeinsam mit den anwesenden Vertretern aus aller Welt ein Gelöbnis – das Gelöbnis der abrahamitischen Werte –, um zu zeigen, dass wir uns verpflichten, die abrahamitischen Werte auch weiterhin aktiv an unsere lokalen Gemeinschaften weiterzugeben, sei es im akademischen Bereich, in der Verwaltung, in der Gemeinschaft oder natürlich in den Gotteshäusern. Diese Zeremonie war ein deutliches Zeichen für das Versprechen, das uns erwartet. Über siebzig führende Persönlichkeiten aus aller Welt unterzeichneten dieses Gelöbnis, ihre Gemeinschaften über die grundlegende Bedeutung der traditionellen abrahamitischen Werte aufzuklären.

Wir gehen davon aus, dass die geschaffenen Verbindungen und die geteilten Werte im kommenden Jahr in Gemeinden, Regierungen, Medien und religiösen Einrichtungen auf lokaler und globaler Ebene erhebliche Auswirkungen haben werden. Darüber hinaus wird dieser historisch einmalige Abraham Accords Global Leadership Summit in Rom mit Sicherheit ein Katalysator für zwingende und kraftvolle Veränderungen sein. Er hat eine solide Grundlage geschaffen und einen Fahrplan erstellt, der den Weg für die kommenden Jahre und Jahrzehnte ebnen wird. Dies ist erst der Anfang.

Die Autoren vereinen die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam in Frieden und Zusammenarbeit: Rabbiner Dr. Elie Abadie ist Oberrabbiner der Vereinigten Arabischen Emirate und Vorsitzender der Vereinigung der jüdischen Gemeinden am Golf, Imam Mohammad Tawhidi islamischer Gelehrter und Vizepräsident des Global Imams Council, Pastor Carlos Luna Lam Gründer und Pastor von Casa De Dios in Guatemala. (Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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