„Die Juden sind schuld, weil sie existieren“

„Es ist nicht zu übersehen, dass seit dem Jahr 1948, als die arabischen Staaten Krieg gegen den soeben gegründeten Staat Israel führten, die Einstellung der islamischen Welt zum Judentum von Hass geprägt ist. Vorher war das anders, da haben die Juden in den arabischen Ländern als gut zahlende Minderheit in Frieden gelebt. Seit 1948 hassen uns eine Viertel Milliarde Menschen. Das ist so, ich weiß das. Da viele Menschen aus dieser Weltgegend nach Europa einwandern, ist das eine Bedrohung. Ich sehe das in Österreich allerdings nicht als ein irgendwie bedeutendes Problem. Es gibt ja nur mehr ein paar tausend Juden hier. (…)

In Frankreich, wo viele Muslime leben, gab es bereits Attentate mit Todesopfern. Auch bei uns gibt es unter dem Deckmäntelchen des Antizionismus antiisraelische Demonstrationen, die von hier lebenden Arabern initiiert werden. (…)

Ich habe den Eindruck, dass gerade Journalisten, denen ich mich ansonsten nahe fühle, sich in Bezug auf Israel einseitig äußern. Sie haben oft keine Ahnung von der Geschichte. Da kriechen aus den Gedärmen wieder jene Sachen heraus, die sie mit der Muttermilch aufgesogen haben. Ich nenne das auch den Edelantisemitismus. (…)

In der Regel passiert Folgendes: Man holt sich einen sehr links orientierten Intellektuellen aus Israel, es kann auch ein Geschichtsprofessor sein. Zu Hause hat er nicht gerade die Massen der Bevölkerung hinter sich. Endlich hat er ein williges Publikum, vor dem er über sein Land herziehen kann. Dann geht man zu einer Frau im Gazastreifen, deren zwei Kinder erschossen wurden. Als dritter Interviewpartner sucht sich der Journalist dann in den besetzten Gebieten einen vertrottelten, jüdischen Fanatiker, der glaubt, im Alten Testament zu leben. Dieses Paket wird dann dem österreichischen Publikum vorgesetzt, das zu dem Schluss kommen muss: Die Juden sind ja jetzt selber wie die Nazis. (…)

Wenn man die Geschichte zurückkurbelt, kommt man zu dem Schluss: Die Juden sind schuld, weil sie existieren. Wir hätten in Auschwitz bleiben sollen. Oder wir hätten als wehrlose Minderheiten in der ganzen Welt zerstreut bleiben sollen. Dann wären die Araber mit uns zufrieden gewesen. Wenn wir freiwillig ins Mittelmeer springen würden, um zu ertrinken, dann wäre Frieden.“ (Arik Brauer im Interview mit dem Falter: „Wir haben ein Problem mit dem Islam“)

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