Die Hamas ist nicht Martin Luther King Jr.

„Das Ungleichgewicht bei der Zahl der Todesopfer sieht in den Nachrichten schlecht aus, verstößt aber nicht gegen das Völkerrecht. Wir haben es mit einer völlig neuartigen Form der Konfrontation zu tun. Die Länder, die Israel jetzt kritisieren, haben selbst nicht die leisteste Ahnung, wie sie auf feindliche Kämpfer reagieren würden, die nicht uniformiert sind, sich unter die Bevölkerung mischen und nicht auf klar umrissenen Schlachtfeldern kämpfen. Wir haben es hier weniger mit einer militärischen als mit einer Public Relations-Schlacht zu tun, einem sadistischen Spiel palästinensischem Roulettes, bei dem tote Bewohner des Gazastreifens nützlicher sind als tote Israelis.

Unverhältnismäßigkeit mag Politiker wie Bernie Sanders oder Theresa May erzürnen, doch spielt die Hamas dieses Spiel, als stamme es aus der ‚Kunst des Krieges‘ des legendären Militärstrategen Sun Tzu. Auf Hadaschot, einem israelischen Sender, der auch im Gazastreifen ausgestrahlt wird, waren Videoaufnahmen zu sehen, die palästinensische Kinder zeigten, die überglücklich erklärten, sie würden nach Hause zurückkehren und der Tod an der Grenze garantiere ihnen einen Platz im Paradies.

Im Umgang mit Terrorgruppen wie der Hamas oder der Hisbollah ist Israel mit Blick auf die vierte Generation der Kriegführung, in der die Trennung von Kämpfern und Zivilisten vollkommen verwischt wird, der Kanarienvogel in der Kohlenzeche. Sie haben es nicht mit konventionellen Streitkräften zu tun. Die Regeln des bewaffneten Kampfs scheinen in diesem amoralischen Klima hinfällig zu sein. Die Bewohner des Gazastreifens werden keineswegs von einer Besatzungsmacht in einer Kriegszone festgehalten. Viele von ihnen beteiligen sich freiwillig an der Kriegführung der Hamas gegen Israel. Mit jenen Zivilisten, deren Schutz die Vierte Genfer Konvention von 1949 im Blick hatte, haben sie jedenfalls herzlich wenig zu tun. Die Bewohner des Gazastreifens erhielten im Rahmen der wöchentlichen Aufrufe, ihre Wut zum Ausdruck zu bringen, eindeutige Anweisungen. Der Anführer des militärischen Flügels der Hamas Yahya Sinwar erklärte der Times of Israel zufolge, die Menschen des Gazastreifens würden ‚die Lebern ihrer Belagerer verzehren‘.

Dies waren keine friedlichen Kundgebungen und zumindest die Amerikaner sollten nicht so dumm sein, sie als solche zu behandeln. Martin Luther King Jr. führte eine gewaltfreie Protestbewegung an, die niemals den Tod verherrlichte. Doch behandeln manche Überschriften die Ereignisse im Gazastreifen so, als seien sie das Selma des Nahen Ostens. King, dessen in Israel mit einem nach ihm benannten Wald gedacht wird, würde sich sehr wundern, dass wir heute offenbar nicht mehr imstande sind, diese Dinge voneinander zu unterscheiden.“ (Thane Rosenbaum: „Why Gaza is no Selma“)

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