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Deutsche Islamkonferenz: „Die Verbände ignorieren die Probleme“

mansour-ii„Die Entwicklung der letzten drei Jahren gefällt mir nicht. Alle muslimischen Einzelpersonen sind ausgeladen worden. Geblieben sind fast nur reaktionäre, konservative Verbände, die über ihre Themen reden und andere nicht zulassen. Salafismus, die Radikalisierung von Jugendlichen, Frauenrechte – alles, was problembelastet ist, wird vermieden. Wer beispielsweise die in muslimischen Familien verbreitete Angstpädagogik kritisiert oder dass den Texten blind gefolgt wird, ohne sie in ihren historischen und lokalen Kontext zu stellen, wird als islamophob diffamiert und mundtot gemacht. Als ich noch dabei war, haben wir zum Beispiel darüber diskutiert, ob man den Begriff Islamismus überhaupt verwenden darf, statt etwas dagegen zu tun. (…)

Die Behörden müssen ihre Naivität ablegen und sich mit den Inhalten auseinandersetzen. Dann können sie erkennen, mit wem sie arbeiten können, und wer eher Teil des Problems ist. (…) (D)ie säkularen Muslime sind definitiv nicht in der Mehrheit in Deutschland. Aber ob konservativ oder liberal – die Mehrheit der Muslime, die hier in Deutschland sozialisiert ist, fühlt sich nicht von den Verbänden vertreten, die ihre Strukturen in Saudi Arabien oder in der Türkei haben und politische Interessen verfolgen. Das haben wir gerade bei der Ditib während des Putsches in der Türkei miterleben müssen. Wir brauchen in Zukunft ein Islamverständnis, made in Deutschland.“

(Ahmed Manosur in einem Interview auf Zeit Online: „Islamkonferenz: ‚Muslime müssen selbst den deutschen Islam formen‘“)

Mehr zum Thema auf Mena Watch: Deutsche Islamkonferenz: „Zentralrat der Muslime verbreitet islamistisches Gedankengut“

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