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Der Rassismus der Intifada (Teil 1): Völkische Wurzeln, eliminatorische Ziele

»Intifada-Revolution«: Demonstranten in Großbritannienrufen zum Judenmord auf
»Intifada-Revolution«: Demonstranten in Großbritannienrufen zum Judenmord auf (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus ist es Zeit, die oft verschwiegenen rassistischen Elemente der Intifada beim Namen zu nennen. In dieser Serie geht es um die vier Säulen des Hasses, auf denen diese Bewegung ruht. Den Auftakt bildet der völkische Rassismus.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die in diesem Jahr vom 16. bis zum 29. März stattfinden, gehen auf einen Beschluss der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1966 zurück. Der Anlass für diese Aktion war das Massaker von Sharpeville in Südafrika im Jahr 1960, bei dem das Apartheid-Regime das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnet hatte. Unter dem aktuellen Motto »100 % Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus« wird zur Solidarität aufgerufen.

Doch schon dieses Motto der Kampagne lässt erkennen, dass der Linksextremismus gar nicht berücksichtigt wird geschweige denn, dass man vorhätte, das in diesem Zusammenhang nur störende Bündnis zwischen Linken und Islamofaschisten zu beleuchten. Während Aktivisten angeben, gegen Diskriminierung zu mobilisieren, klammern sie sogenannte de- oder postkolonialistische Bewegungen systematisch aus der kritischen Betrachtung aus.

Davon profitiert insbesondere die pro-palästinensische Community. So bleibt der Rassismus, der eine der vier Säulen der Intifada-Bewegung darstellt, als gefährliches Tabu unangetastet im Raum stehen. Es ist Zeit, dieses Schweigen zu brechen und die Anatomie des Hasses Schicht für Schicht freizulegen.

Völkische Orientierung

Die völkische Orientierung findet ihre Entsprechung in einer Rhetorik, die das europäische Konzept von »Blut und Boden« passgenau ins Arabische übersetzt und radikalisiert. Ein zentraler Treiber war hierbei der Panarabismus. Diese Ideologie, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte, verstand sich als Widerstandsbewegung. Einer der wichtigsten Vordenker war Negib Azoury. In seinem 1905 in Paris veröffentlichten Buch Le Réveil de la nation arabe (deutsch: »Das Erwachen der arabischen Nation«) forderte Azoury die Unabhängigkeit eines arabischen Reiches, und zwar vom Osmanischen Reich. Dabei warnte er interessanterweise vor einem Zusammenstoß zwischen dem arabischen Nationalismus und der sich noch formierenden zionistischen Bewegung.

Praktisch-politisch forcierte der Emir von Mekka, Scherif Hussein ibn Ali, den Panarabismus ab 1916 durch die Arabische Revolte. Als Hüter der heiligsten Stätten des Islams nutzte er seine religiöse Autorität als Waffe gegen das Osmanische Reich. Sein Ziel – und das seines Sohnes Faisal I. – war ein großarabischer Staat, der die gesamte Halbinsel sowie den sogenannten Fruchtbaren Halbmond umfassen sollte. Diese territoriale Vision bildete das Fundament, auf dem spätere Akteure die völkische Umdeutung vornahmen.

Der Mann, der den Panarabismus am stärksten in Richtung einer völkisch-sprachlichen Ideologie rückte, war Sati al-Husri. Er gilt als der einflussreichste Theoretiker des säkularen arabischen Nationalismus. In seinem Denken vollzog er einen radikalen Bruch mit jeder liberalen Staatsidee.

Sein Ansatz war eine direkte Adaption des deutschen Nationalismus des 19. Jahrhunderts. Dabei orientierte sich al-Husri fundamental an Johann Gottfried Herder und Johann Gottlieb Fichte. Während Herder den »Volksgeist« und den kulturellen »Volkscharakter in das Zentrum seiner Überlegungen rückte, lieferte Fichte die radikale politische Schärfe. In seinen Reden an die deutsche Nation bezeichnete Fichte die Deutschen als ein »Urvolk« mit einer ursprünglichen und lebendigen Sprache. Dieses Urvolk habe im Gegensatz zu romanisierten Völkern seine Ursprünglichkeit bewahrt.

Al-Husri übertrug dieses Konzept des »Urvolkes« eins zu eins auf die Araber. Seine These sollte ein Kollektiv ohne Fluchtweg schaffen: Wer Arabisch spricht, ist Araber – ob er will oder nicht. Die Sprache ist hierbei kein bloßes Kommunikationsmittel, sondern das Zeichen der völkischen Reinheit. In dieser Logik bilden die Sprache und die gemeinsame Geschichte eine unzerbrechliche, schicksalhafte Einheit. Der individuelle Wille spiele keine Rolle mehr, sondern erlösche in der völkischen Gesamtheit. Damit transformierte al-Husri den arabischen Nationalismus in ein geschlossenes System des Blutes und der Zunge.

Der Großmufti und Großmachtträume

Mit diesen Erkenntnissen können wir besser begreifen, wie der völkische Kern der heutigen Intifada-Bewegung überhaupt aufkeimte. Hierbei handelt es sich um das Ergebnis einer Allianz, die Anfang der 1930er-Jahren geschmiedet wurde. Wer den heutigen Hass verstehen will, darf die Augen vor der Kontinuität nicht verschließen. Es war Hadsch Amin al-Husseini, der es in seiner Eigenschaft als Großmufti von Jerusalem wagte, die NS-Rassenideologie in den Nahen Osten zu importieren.

Bereits im März 1933, nur wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, suchte al-Husseini den deutschen Generalkonsul Heinrich Wolff vor Ort in Jerusalem auf. Besonders entlarvend: Dieser Schulterschluss geschah exakt in jenen Tagen, in denen das NS-Regime den ersten reichsweiten »Judenboykott« vorbereitete. Amin al-Husseini bot seine Unterstützung ausdrücklich für diesen Kampf gegen den jüdischen Einfluss an und markierte damit den Ursprung eines Nexus, der heute in der BDS-Bewegung seine moderne, vermeintlich »zivilgesellschaftliche« Fortsetzung findet.

Die Prämisse war so einfach wie grausam: Das Judentum definierten die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten nicht nur als Religion, sondern vielmehr als »biologischen Fremdkörper«, der den »organischen Volkskörper« bedrohe.

Als Gesinnungsgenosse Hitlers wurde al-Husseini ab 1941 in Berlin zum radikalen Exekutor der völkischen Logik. Der Großmufti nutzte deutsche Radiosender für seinen globalen Dschihad gegen das Judentum. Im Auftrag von Heinrich Himmler rekrutierte er Muslime auf dem Balkan für die Waffen-SS. Besonders die SS-Division »Handschar«, die Fluchtwege für osteuropäische Juden blockierte, symbolisierte die Bruderschaft zwischen Islamismus und Nationalsozialismus. Hitler versprach al-Husseini die Vernichtung der Juden in Palästina. 1942 markierten arabische Nationalisten dort jüdische Häuser mit Kalkzeichen. Diese visuelle Kennzeichnung war die Vorstufe zur geplanten physischen Vernichtung. Heute nutzt die Hamas das rote Dreieck, um Menschen für den Abschuss zu markieren.

Diese Praxis der Selektion zog sich als blutiger Faden von den nationalsozialistischen Konzentrationslagern bis nach Entebbe 1976. Dort separierten deutsche Terroristen der Revolutionären Zellen gemeinsam mit palästinensischen Kommandos die jüdischen Passagiere von den anderen, nichtjüdischen.

Nach 1945 entzog sich der Großmufti der Verantwortung durch die Flucht nach Ägypten. Als Mentor und Großonkel von Jassir Arafat sicherte er die personelle Kontinuität des eliminatorischen Panarabismus. Dieses giftige Gedankengut setzt sich heute ungebrochen in der Vernichtungslogik der Hamas fort.

Judenverfolgung ist Ziel der Intifada

Was im Panarabismus und in Manifesten der Hamas als Al-Ard wal-Hawiyya beschworen wird, ist die Sakralisierung des Bodens durch biologische Herkunft. Begriffe wie Haqq al-Awda werden hier völkisch umgedeutet: Das Land wird zum unveräußerlichen Erbe des Blutes und des Glaubens, das durch keinerlei völkerrechtliche Verträge übertragen werden kann. Das Endziel bleibt die Tathir al-Ard, die »Reinigung des Bodens« von zionistischen Elementen. Dieser Prozess setzt völkische Reinheit als Bedingung für Befreiung voraus und überträgt die rassistische Substanz von »Blut und Boden« bis in die Gegenwart. 

Die Intifada-Ideologie behauptet zwar, lediglich politisch gegen Israel zu agieren, verschweigt aber die rassistischen Wurzeln ihres Weltbilds und verfolgt in letzter Konsequenz das Ziel der ethnischen Eliminierung jüdischen Lebens. Dementsprechend überrascht es nicht, dass in den palästinensischen Gebieten bis heute eine offene Verherrlichung des Judenhassers al-Husseini stattfindet.

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