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Der Orientalismus der Linken

Der Orientalismus der Linken„Es gibt einen neuen Orientalismus, den die Linke nun von den Muslimen selbst einfordert, schreibt die algerische Feministin und langjährige Unesco-Mitarbeiterin Wassyla Tamzali: ‚Muss ich ab jetzt verschleiert sein, um Gehör zu finden?‘ Der neue, linke Orientalismus grenzt den muslimischen Menschen aus der Aufklärung aus, wie früher der alte, eurozentrische Orientalismus es tat. Markenzeichen des linken Neo-Orientalismus ist das ‚Kopftuch‘. Es gehört in Anführungszeichen gesetzt, denn es ist kein Kopftuch. Es ist ein den Frauenkörper bis über die Fußknöchel abdeckender Hidschab, Nikab, eine Burka oder ein Burkini. Deshalb werde ich ab jetzt das Wort ‚Kopftuch‘ immer in Anführungszeichen setzen. Denn das Kopftuch ohne Anführungszeichen verharmlost, was das ‚Kopftuch‘ der Frau und dem Bild von der Frau in der heutigen Welt antut. Der linke Neo-Orientalismus behauptet, das ‚Kopftuch‘ werde ‚freiwillig‘ getragen. ‚Harvey Weinstein und seine Anwälte verteidigten sich gegen den von einer Frau erhobenen Vorwurf sexuellen Übergriffs mit dem Argument, die Frau habe den Handlungen des amerikanischen Produzenten freiwillig zugestimmt. Das hört man jetzt auch, wenn es um die verschleierten Frauen geht‘, so Wassyla Tamzali.

Missionarisch, militant, inhuman ebnet die deutsche Linke dem ‚freiwilligen‘ Fundamentalismus in Deutschland den Weg. Der ‚freiwillige‘ Fundamentalismus ist gefährlicher als der offen erzwungene. Denn der offen erzwungene lässt den Widerstandswillen intakt, der ‚freiwillige‘ löscht ihn als ‚unislamisch‘ aus. (…) Ich habe keine Schwierigkeiten mit einer Linken, die links ist. Die ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ für alle gelten lässt. Die muslimische Aufklärer nicht als ‚Rassisten‘ diffamiert, weil sie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auch für Muslime wollen. Was wäre die Welt ohne die Linke? Ohne jene Linke, die sich für die gesellschaftliche Emanzipation auf sozialem und kulturellem Gebiet eingesetzt hat seit den Zeiten Voltaires? Die den Kolonialismus bekämpft hat? Die die Befreiungsbewegungen inspiriert und unterstützt hat? Die den katholischen Fanatismus besiegt hat? Die die Kirche gezwungen hat, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung anzuerkennen?

Der Orientalismus der Linken
Samuel Schirmbeck

Ich habe nur Schwierigkeiten mit einer Linken, die alles dies aufgibt, sobald das Wort ‚Islam‘ fällt. Die so tut, als wäre der Islam Teil einer Befreiungsbewegung gegen die (angebliche) politische und kulturelle Hegemonie des Westens. Die nicht zugibt, dass der Islam selbst zum grausamen Unterdrücker in weiten Teilen der einstigen ‚Dritten Welt‘ geworden ist. Die einverstanden ist, dass der Islam dort alles Aufgeklärte und Demokratiefreundliche als ‚westlich‘, ‚verwestlicht‘, ‚unislamisch‘ ablehnt und verfolgt. Die einen Islam unterstützt, der auch in Deutschland die Abschottung von allem ‚Westlichen‘ fordert und die Frau für ‚unrein‘ hält. Im Namen der Toleranz Mit einer Linken, die im Namen der Toleranz all dieses akzeptiert, will ich nichts zu tun haben. Sie missachtet die Menschenrechte. Sie toleriert, dass ein Teil unserer Gesellschaft, der Teil mit muslimischem ‚Migrationshintergrund‘, im Namen Gottes hinter die Menschenrechte für alle Menschen zurückfallen konnte. Ich will keine Linke, die Religionskritik für ‚rassistisch‘ hält, sobald sie den Islam betrifft. Religion ist keine Rasse, was soll der Unsinn? Es wird höchste Zeit für eine Linke, die wieder links wird. Die endlich kapiert, dass die bedrohte Minderheit in der Welt von heute nicht der Islam, sondern die Aufklärung ist. Deutschland braucht eine Linke, die mit der muslimischen Aufklärung zusammenarbeitet. Ihr sollte die linke Toleranz gelten, nicht – wie seit 20 Jahren – ihren Feinden.“ (Samuel Schirmbeck: „Der fatale Umgang der Linken mit dem Islam“)

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