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Der Islamische Staat könnte im Nordirak vor einem Comeback stehen

US-Truppen ziehen ab
US-Truppen ziehen ab (US Air Force, Tech. Sgt. Stephen Faulis)

Der Abzug der US-Truppen aus dem Nordirak hinterlässt ein Machtvakuum, das der IS für sich nützen könnte.

Fazel Hawramy, RUDAW

Die Unsicherheit ist genau der Grund dafür, dass die von den USA geführte Koalition ihre Truppen von drei strategischen Luftwaffenstützpunkten in der Region abzieht: zuerst vom Luftwaffenstützpunkt Qaim, dann von Qayyarah West und dann vom Luftwaffenstützpunkt K1 in Kirkuk. Während die politische Elite im Irak um die Bildung der nächsten Regierung ringt, die ein Land regieren soll, das von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erschüttert ist, befürchten Einheimische und mit dem Terrain vertraute irakische Armeeoffiziere das Schlimmste.

Der sich neuformierende islamische Staat (IS) bleibt eine echte Bedrohung. Allein im März töteten ISIS-Kämpfer zwei amerikanische Soldaten in den rauen Bergen um Makhmour, nicht weit von deren Stützpunkt in Qayyarah entfernt. (…)

Das irakische Militär beobachtet IS-Positionen, die in den rauen Bergen von Qarachokh mit Blick auf die Stadt Makhmour in der Provinz Niniveh und in den Hamrin-Bergen, die die Provinzen Kirkuk, Salahaddin und Diyala durchziehen, weiterhin aktiv sind. Tagsüber verstecken die Kämpfer sich in Höhlen und Spalten, und nachts steigen sie in die Ebene hinab, wo sie die Einheimischen terrorisieren und Nahrung und Geld erpressen.

Seit dem Tag, an dem der IS im Irak Ende 2017 für besiegt erklärt wurde, sind Dutzende kurdische Peshmerga-Kämpfer, schiitische Milizionäre der Volksverteidigungseinheiten (PMF) und irakische Armeeoffiziere in diesen gefährlichen Gebieten umgekommen. Da der IS sein einstmals riesiges quasi-staatliches Kalifat verloren hat, ist er zu seinen Wurzeln als Aufstandsbewegung im Untergrund zurückgekehrt.

Der IS ist in der Lage, die politische Spaltung zwischen kurdischen und irakischen Streitkräften in den seit langem umstrittenen Gebieten auszunutzen. Seit den Tagen Saddam Husseins und der nach der Invasion eingerichteten Übergangsverwaltung der Koalition wurde der Status der Region um Kirkuk nie dauerhaft geregelt, was zu einem Machtvakuum führte, dass der Unsicherheit geschuldet ist, wer die Region nun kontrolliert. Im Jahr 2014, als der IS durch den Irak fegte, sicherten die kurdischen Peshmerga-Kämpfer Kirkuk und die umliegenden Gebiete. Doch nach dem gescheiterten Referendum zur Erklärung der kurdischen Unabhängigkeit drängten die irakischen Streitkräfte im Verbund mit der PMF und ihren iranischen Beratern im Oktober 2017 die Peshmerga aus der Region. (…)

Hunderte von ISIS-Militanten verstecken sich noch immer in den Bergen von Makhmour, sie terrorisieren und erpressen die Dorfbewohner am Fuße der Berge. Vor Ort stationierte Peshmerga-Kräfte sagen, dass es kaum eine Koordination zwischen ihnen und den irakischen Streitkräften gibt.

Under ISIS‘ shadow, US troops leave behind a power vacuum in northern Iraq

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