Der Islamische Staat ist nicht besiegt, sondern er transformiert sich

„Während seine letzten Kämpfer in Ostsyrien Widerstand leisten, gibt sich die Gruppe des Islamischen Staates in eine neue, aber nicht weniger gefährliche Untergrundform, warnen Experten. Auch als ISIS oder Islamischer Staat im Irak und in Syrien bekannt, war die Gruppe schon lange bereit, das Territorium, auf dem sich einst ihr selbsternanntes ‚Kalifat‘ befand, abzutreten und hat bereits mit dem Wechsel zu einer Rolle begonnen, die mehr ihren Wurzeln entspricht. ‚ISIS hat seine Niederlage auf dem Schlachtfeld und den Verlust des Kalifats vorweggenommen und sich entsprechend vorbereitet‘, sagte Bruce Hoffman, Terrorismusexperte an der Georgetown University in Washington. ‚Hunderte ISIS-Kämpfer konnten Syrien verlassen, sich in die Türkei begeben und sind somit verschwunden‘, sagte er. (…)

In einer kürzlich veröffentlichten Studie mit dem Titel ‚ISIS Second Resurgence‘, erklären Brandon Wallace und Jennifer Cafarella vom Institute for Study of War (ISW) in Washington, die Dschihadistengruppe‚ habe seine Operationen bereits umstrukturiert um zu einem regionalen Aufstand zurückzukehren.‘ Der Bericht führt weiter aus: ‚ISIS findet neue Einnahmequellen und stellt die Kontrolle über seine verstreuten Restkräfte wieder her, um sich auf einen zukünftigen Aufstand im Irak und in Syrien vorzubereiten.’ Die Gruppe habe es geschafft, Gelder in mehrere Länder des Nahen Ostens zu schmuggeln, wobei Frontfirmen wie Autohändler, Elektrogeschäfte, Apotheken und Geldwechsel im Irak eingesetzt wurden, sagten Experten. (…) Die vom CSIS gesammelten Daten zeigen, dass sich die Zahl der IS-Angriffe in einigen irakischen Provinzen, wie etwa Kirkuk im Nordosten, im letzten Jahr ab 2017 verdoppelte, mit einem Durchschnitt von 75 pro Monat. Die Gruppierung wählte dazu regelmäßig Stammesführer, Regierungsvertreter, Polizei und Angehörige der Streitkräfte aus. (…)

Hoffman stimmte zu, dass die USA und Russland in einen Zermürbungskrieg gegen die Islamisten geraten sind ‚und ihn offensichtlich verlieren. Es gibt fast eine Viertelmillion Salafi-Dschihad-Kämpfer auf der ganzen Welt.’ Das ist das Vierfache der Anzahl an Dschihadisten aus dem Jahr 2001, als Al-Qaida mit seinen Terroranschlag auf die USA einen weltweiten ‚Krieg gegen den Terror’ auslöste. Hoffman sagte, die Militäreinsätze hätten zwar die Aktivisten des islamischen Staates in Schach gehalten, diese ‚tragen aber in ihrer eigenen DNA die Saat, um sich ständig zu regenerieren und weiter Leute anzuziehen und zu rekrutieren.’ Weiter fragte er: ‚Wer hätte unmittelbar nach dem 11. September 2001 gedacht, dass wir 17 Jahre später würden immer noch kämpfen würden?’“ (Bericht auf al-Monitor: „Islamic State not defeated, just transforming: experts“)

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