Der Iran versucht, die USA aus dem Irak zu drängen

„Im Nahen Osten befindet sich der Iran derzeit in einer regionalen Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten, von denen er glaubt, dass sie in internationalen Angelegenheiten zunehmend isoliert dastehen. Die Islamische Republik versucht nun, nach der Niederlage des IS, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und seine Verbündeten im Libanon, in Syrien und im Irak zu nutzen, um die Vereinigten Staaten in jedem dieser Länder unter Druck zu setzen. Dies zeigte sich Mitte März, als der iranische Präsident einen dreitägigen historischen Besuch im Irak unternahm. (…) Der Iran verfolgt dabei das Ziel, die US-Streitkräfte aus dem Irak zu drängen und die Sanktionen der USA durch wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Irak zu unterlaufen. (…)

In einem kürzlich geführten Interview erklärte Hossein Amir-Abdollahian, der Sonderberater für internationale Angelegenheiten des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, dass die Vereinigten Staaten seit drei Jahrzehnten versuchen würden, den Nahen Osten zu verändern. ‚Die USA haben ihr Ziel nicht erreicht, vielmehr das genaue Gegenteil‘, sagte er. In einem ähnlichen Ton twitterte der iranische Außenminister Javad Zarif am 22. März, dass die Vereinigten Staaten ‚der Hauptgrund für die Instabilität des Nahen Ostens sind.‘ Er behauptete, dass die ‚Rücksichtslosigkeit‘ der USA ein auf dem Rückzug befindliches Imperium widerspiegeln würde.

Das Ziel des Iran ist es, einen beispiellosen Einfluss im Irak zu gewinnen. Der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur zufolge sagte Zarif am Vorabend von Rouhanis Reise in den Irak, dass es eine ‚untrennbare Einheit zwischen dem irakischen und dem iranischen Volk‘ gebe. (…) Die Strategie des Iran ist hierbei vielschichtig. Erstens versucht er, die irakische Regierung zu überzeugen, dass es in ihrem besten Interesse sei, nicht in die Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verstrickt zu werden. (…) Darüber hinaus möchte der Iran, dass seine Verbündeten unter den schiitischen Milizen die USA unter Druck setzen. (…)

Es scheint ganz so, als müsste Washington nun sehr vorsichtig vorgehen. Seit der IS in Syrien besiegt wurde, sind die US-Streitkräfte im Irak ein wesentlicher Faktor, um dessen Wiederbelebung zu verhindern. Amerika sollte allerdings nicht denken, dass Gewährung von militärischer Unterstützung für Bagdad automatisch die Garantie für ein herzliches Bündnis darstellt. Washington hat Verbündete im Irak, insbesondere in der autonomen Regionalregierung in Kurdistan, aber der Iran investiert langfristig. Die Vereinigten Staaten sollten über das strategische Vorgehen der Islamischen Republik im Irak besorgt sein und versuchen, dagegen anzugehen. Die Ansage ‚Druck auf den Iran‘ ausüben zu wollen, funktioniert nur, wenn sich der Iran tatsächlich unter Druck gesetzt fühlt.“ (Seth J. Frantzman: „Iran wants America out of Iraq – will it succeed?“)

 

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