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Der Iran rückt die „Islamische Bewegung“ in Nigeria ins Rampenlicht

Nigerianer demonstrieren 2015 für die Freilassung des Führers der „Islamischen Bewegung“, Ibrahim Zakzaky
Nigerianer demonstrieren 2015 für die Freilassung des Führers der „Islamischen Bewegung“, Ibrahim Zakzaky (© Imago Images / Xinhua Afrika)

Iranische Medien legen verstärktes Augenmerk auf schiitische Gruppierungen in Afrika, die sich in die Tradition der Islamischen Revolution von 1979 stellen.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim beleuchtete vergangene Woche die Rolle, die der Iran und seine Unterstützung für schiitische islamische Gruppen in Nigeria spielen. Die Website veröffentlichte ein Interview, das Ibrahim Zakzaky kurz zuvor im Fernsehen gegeben hatte.

Zakzaky ist ein Führer der „Islamischen Bewegung“ in Nigeria. Er war seit 2015 in Nigeria inhaftiert, wurde aber Berichten zufolge kürzlich freigelassen. Reuters beschreibt ihn als Anführer einer führenden schiitischen Gruppe. Interessant ist, dass die iranische Nachrichtenagentur Tasnim jetzt seine Rolle publik machen will, was das wachsende iranische Interesse an der Ausbreitung seines Einflusses in Afrika zu verdeutlichen scheint. (…)

Zakzaky bezeichnete die „Islamische Bewegung“ als „Stimme der islamischen Revolution des Iran in Nigeria“ und betonte, dass die Bewegung „Wachstum und Wohlstand erfährt. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran haben wir erkannt, dass die Ideen dieser Revolution den Ideen von uns Studenten an der Universität ähnlich sind.“

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In Nigeria gibt es eine große islamische Bevölkerungsgruppe, die etwa die Hälfte des Landes ausmacht. Das Land wurde im letzten Jahrzehnt von Extremisten mit Verbindungen zu Boko Haram heimgesucht. Die Rolle pro-iranischer oder schiitischer Gruppen ist jedoch komplexer, da Boko Haram auf sunnitische Extremisten zurückgeht und mit Gruppen wie dem IS verbunden ist, die sektiererisch und Schiiten gegenüber feindlich sind.

In seinem Interview sagt Zakzaky, er habe Wirtschaftswissenschaften studiert und islamische Versammlungen besucht sowie selbst für die Lehren des Islam geworben. „Als wir an der Universität waren, betrieben wir islamische Aktivitäten. Ich war neun Jahre lang im Gefängnis, sieben davon in den 1980er Jahren. Wir wurden schikaniert und belästigt.“ (…)

Zakzaky bezog sich in dem Gespräch auf die „Botschaft von Imam Hussein“ und bekräftigte, dass er die schiitischen Zeremonien von Ashura und Arbaeen befolge. „Blut siegt über das Schwert“, sagte er. 

Auch die Angriffe auf Schiiten in Nigeria waren Thema: „Was in Abuja geschah, war der Angriff von Beamten des Landes auf die symbolischen Märsche für die Auferstehung von Imam Hussein. Wir werden die genauen Opferzahlen bald bekannt geben. Natürlich waren einige der Getöteten keine Teilnehmer des Marsches, sondern Passanten.“

Die Aussagebezieht sich auf die kürzlich erfolgte Tötung von Schiiten in der Hauptstadt Abuja. Schiiten werden – auch in Ländern wie Pakistan, Afghanistan und anderswo – häufig von Extremisten angegriffen. Die nigerianischen Behörden erklärten, die Polizei sei nicht in die Angriffe in Abuja verwickelt gewesen, sondern sei gegen eine verbotene schiitische Gruppe vorgegangen und habe 57 Personen verhaftet.

Zakzaky sagte, dass es für seine Anhänger wichtig sei, den „Weg des Dschihad“ zu gehen, wobei nicht klar wurde, was genau er damit meinte. Er verglich seinen Kampf mit dem des südafrikanischen Bürgerrechtskämpfers Nelson Mandela,. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die iranischen Medien ein größeres Interesse an den Schiiten in Nigeria zeigen. Dies könnte Teil eines Prozesses sein, der darauf abzielt, Gruppierungen, die von der iranischen Revolution von 1979 inspiriert sind, mehr Anerkennung zu verschaffen. Gruppen wie die Hisbollah sind bereits in Westafrika aktiv.

(Aus dem Artikel Iran media sheds light on ‘Islamic movement’ in Nigeria “, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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