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Der Iran ist ein Meister der hybriden Kriegsführung

Mit dem Iran verbündete Miliz im Irak
Mit dem Iran verbündete Miliz im Irak (© Imago Images / PanoramiC)

Die Taktik, auf nichtstaatliche Milizen zu setzen, sichert Teheran einen Vorteil gegenüber den USA und deren Verbündeten in der Region, die laut einem Bericht eines britischen Think Tanks über keine wirksamen Gegenmaßnahmen verfügen.

Times of Israel

„Der Iran hat einen militärischen Vorteil gegenüber den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten im Nahen Osten erlangt, vor allem aufgrund seiner Fähigkeit, Kriege durch Dritte zu führen“, heißt es in einem Bericht vom [vergangenen] Donnerstag. Laut dem in London ansässigen Think Tank International Institute for Strategic Studies ist es Teheran durch Einsatz von Stellvertretern möglich, komplexe regionale Kämpfe zu führen und gleichzeitig das Risiko und den Schaden für seine eigenen Streitkräfte zu minimieren. Der Einsatz von Stellvertretern ist für den Iran wichtiger als seine konventionelle Armee, seine Raketen oder das Nuklearprogramm.

„Der Iran kämpft und gewinnt Kriege, die ‚zwischen den Völkern’ geführt werden, nicht Kriege zwischen Staaten. Er vermeidet symmetrische Konflikte von Staat zu Staat, weil er weiß, dass er dabei den Kürzeren ziehen könnte. Stattdessen betreibt er eine asymmetrische Kriegsführung mittels nichtstaatlicher Partner“, sagte John Chipman, der Direktor der Gruppe. „Kein Staat war in der Neuzeit in regionalen Konflikten so aktiv und vielleicht so effektiv wie der Iran“, heißt es in dem Bericht. Die hybride Kriegsführung sieht eine intensive Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren vor. Die iranischen Milizen zählen bis zu 200.000 Kämpfern, wobei Teheran unterschiedliche Grade der Kontrolle über die verschiedenen Gruppen ausübt. Seine Strategie und Taktik variieren dabei von Land zu Land: zum Beispiel unterscheidet sich der Einsatz der Hisbollah im Libanon von dem Einsatz der al-Quds-Einheit in Syrien.

Der Einsatz nichtstaatlicher Akteure eignet sich gut für den zeitgenössischen Nahen Osten, in dem Konflikte normalerweise nicht von eindeutigen staatlichen Akteuren, sondern von einer Reihe lokaler Akteure in schwachen und gespaltenen Ländern geführt werden. Die Kriege in der Region werden größtenteils außerhalb der Sichtweite des internationalen Publikums ausgetragen und unterliegen nicht dem Völkerrecht. Teheran entwickelt dieses Kampfsystem bereits seit 40 Jahren, verschanzt sich in fragilen Nachbarstaaten und nutzt häufig schiitische Milizen, die eine Verbindung zum Iran haben.

Iran winning Middle East struggle with its use of proxies, report says

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