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Der Cyberkrieg des Irans gegen Israel

Der Iran führt auch im Cyberspace Krieg gegen Israel
Der Iran führt auch im Cyberspace Krieg gegen Israel (© Imago Images / Depositphotos)

Der Krieg gegen den Iran wird nicht nur im Luftraum der Islamischen Republik ausgefochten: In den vergangenen Wochen fand eine Reihe von Cyberangriffen gegen kritische Infrastruktur in Israel statt.

Der vor einigen Tagen erfolgte Hackerangriff auf elektronische Anzeigetafeln in mehreren israelischen Bahnhöfen kann als Versuch des Irans gedeutet werden, den Israelis ein Gefühl der Verletzbarkeit zu vermitteln. Pendler waren schockiert, als sie Meldungen sahen, die sie zur Flucht aus dem Gebiet aufforderten und fälschlicherweise behaupteten, die Bahnhöfe seien nicht mehr geschützt. »Das Ziel war, ein Gefühl der Verwirrung und der vermeintlichen Überlegenheit zu verbreiten«, sagte Liran Cohen, ein hochrangiger Beamter der Nationalen Cyberbehörde (INCD). »Durch die Übernahme der Bildschirme versuchten die Iraner, einen ›Sieg‹ im israelischen Cyberraum zu inszenieren.«

Dieser Vorfall ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs bei dem, was Beamte als erhebliche Eskalation der digitalen Kriegsführung seit Beginn des aktuellen Konflikts bezeichnen. Nach Angaben des INCD versuchen iranische Agenten, die Kontrolle über die nationale Energie- und Wasserversorgungsanlagen zu erlangen, während sie gleichzeitig die Server der wichtigsten Institutionen Israels ins Visier nehmen.

Allein in den letzten drei Wochen wurden Dutzende von CNA-Vorfällen (Computer Network Attack) registriert. Dabei handelt es sich um ausgeklügelte Operationen, die speziell darauf abzielen, kritische Systeme zu stören, zu zerstören oder zu kapern. Das Nationale Cyberdirektorium gab bekannt, dass die Datenbanken von etwa fünfzig Organisationen vollständig gelöscht wurden, was von Beamten als Akt der »digitalen Vernichtung« bezeichnet wurde.

Laut dem Leiter des Direktoriums, Yossi Karadi, gingen bei der Cyber-Notfall-Hotline seit Ausbruch der Feindseligkeiten über viertausend Meldungen ein, von denen etwa achtzehn Prozent direkte Versuche waren, lebenswichtige Dienste lahmzulegen. »Das sind aber nur jene Fälle, die uns gemeldet wurden. Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist«, gibt Karadi zu bedenken.

Angriffe gegen Personen

Über Angriffe auf die Infrastruktur hinaus hat die Offensive eine zutiefst persönliche Dimension angenommen. Das INCD identifizierte Dutzende von Versuchen iranischer Agenten, sich in Sicherheitskameras (CCTV) an sensiblen Orten zu hacken. Das Ziel besteht darin, Echtzeit-Informationen über Truppensammlungsorte der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und zivile Bewegungen zu liefern. »Sie beobachten sensible Bereiche, um präzise Ziele für physische Angriffe auf unsere Streitkräfte zu ermitteln«, erklärte Cohen.

Die Kampagne nutzt zudem ausgeklügelte Phishingmethoden, um hochrangige Beamte im Verteidigungsapparat, in der Rüstungsindustrie und im akademischen Bereich ins Visier zu nehmen. Diese Angriffe erstrecken sich oft auch auf deren Familien, wobei bösartige Links genutzt werden, um Zugang zu persönlichen Daten zu erlangen, die letztendlich physischen Schaden ermöglichen könnten.

»Eines ihrer obersten Ziele ist es, ein persönliches Ziel zu treffen – eine hochrangige Person innerhalb der politischen oder sicherheitsdienstlichen Landschaft«, erklärte Karadi. »Sie erstellen einen umfassenden Schlachtplan, bei dem sie Kameras und gehackte Systeme nutzen, um unsere Führungskräfte zu verfolgen.«

Sicherheitsbeamte betonen, dass zwar die physischen Kämpfe pausieren mögen, die digitale Front jedoch rund um die Uhr aktiv bleibe. Das INCD überwacht derzeit etwa zwanzig Angriffsgruppen und Hunderte einzelner Hacker, die unter iranischer Oberhoheit operieren.

Historische Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Bedrohung sogar zunehmen könnte, sobald die Kämpfe vor Ort nachlassen. So sollen sich beispielsweise nach dem Ende der Operation Shield and Arrow, der Militäraktion gegen den Palästinensischen Islamischen Dschihad im Mai 2023, die Cyberangriffe gegen Israel verdoppelt haben. »In der Welt des Cyberspace gibt es keinen Waffenstillstand«, schloss Karadi seine Ausführungen.

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