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Das »KZ-Mensch-ärgere-dich-nicht« Spiel

Das "KZ-Mensch-ärgere-dich-nicht" SpielWie viel Hass Juden auch Jahrzehnte nach der Schoah entgegenschlägt, hat ein Forschungsprojekt der Hochschule Düsseldorf dokumentiert. 155 Briefe, Postkarten und E-Mails aus den Jahren 1980 bis 2014 haben Lia Wagner, die inzwischen in Berlin arbeitet, und Joachim Schröder vom Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus ausgewertet. Gerichtet waren die Mitteilungen meist an die Jüdische Gemeinde. ‚Eine ganze Reihe auch mit vollem Namen‘, sagt Historiker Schröder. Zu lesen, was sich in den Köpfen der Absender zuvor zusammengebraut hat, fällt selbst den Wissenschaftlern immer wieder schwer. ‚Aber wir wollen zeigen, was ist‘, sagt Schröder, der auch Leiter des Erinnerungsortes Alter Schlachthof in Derendorf ist.

Akribisch haben die Hochschul-Mitarbeiter die Mitteilungen ausgewertet und kategorisiert. Nach der Art des Antisemitismus (im Christentum wurzelnd, rassistisch motiviert, vor allem gegen Israel gerichtet) und nach der politischen Ecke, aus der er kommt. ‚Manches kommt aus dem rechten Spektrum, aber längst nicht alles‘, sagt Schröder. So gebe es auch Pamphlete, die klar dem linken politischen Spektrum zuzuordnen seien. Und mehr als die Hälfte stamme aus einem Milieu, das die Dokumentare mit M für ‚Mitte der Gesellschaft‘ kennzeichnen. Welche Art von Antisemitismus gerade dominiert, hängt nicht zuletzt an der politischen Großwetterlage. Großen Einfluss haben neu aufflammende Konflikte im Nahen Osten. Oft sind es krude Theorien, die die Jüdische Gemeinde auf den unterschiedlichen Wegen erreichen. ‚Schon wieder töten Juden im Namen des jüdischen Nazi-Regimes gezielt Menschen‘, schreibt einer. Zum Übelsten, was die Forscher dokumentiert haben, zählt ein dem Spiel ‚Mensch-ärgere-dich-nicht‘ nachempfundener Plan, der bestimmte Stationen mit den Namen verschiedener Konzentrationslager benennt. Keine Rolle spielt in den 155 Dokumenten der Antisemitismus von Menschen mit muslimischem Hintergrund. ‚Geben tut es das natürlich trotzdem, es wird nur in diesem Milieu auf anderen Wegen kommuniziert‘, sagt Schröder.“ (RP Online: „Beratungsstelle für Opfer von Antisemitismus und Rassismus“)

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