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Den arabischen Juden wurde der Zionismus nicht von „weißen“ Juden aufgedrängt

Arabische Juden in einem Ma'abarot-Durchgangslager in Israel
Arabische Juden in einem Ma'abarot-Durchgangslager in Israel (Quelle: GPO photographer, Jewish Agency for Israel / Public Domain)

Trotz des Rassismus und der Diskriminierung, die ihnen in Israel oft entgegenschlugen, ist das Land auch für sie das Resultat der jüdischen nationalen Befreiungsbewegung.

Shanie Reichman, Jerusalem Post

Es gibt das Beharren darauf, dass mizrachische Juden – diejenigen von uns, die aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Zentral- oder Westasien stammen – den Zionismus nicht aus einer wahren Identifikation mit der Bewegung für jüdische Souveränität im historischen Land Israel angenommen haben. Es gibt das Beharren darauf, dass unser Zionismus das Ergebnis einer konzertierten Anstrengung der aschkenasischen Elite in Europa gewesen sein, um grausam gehirngewaschene Soldaten für ihre rassistische Bewegung zur Besiedlung Palästinas zu schaffen.

Diese Behauptung impliziert auch, dass sich mizrachische Juden auch heute noch nicht mit dem Zionismus identifizieren würden, wenn es nicht diesen unredlichen Versuch gegeben hätte, sie für die Sache zu rekrutieren. Als ob die „weißen Juden“ die einzigen wären, die sich eine eigene Meinung bilden könnten.

Die Behauptung, dass Mizrachi-Juden nur deswegen am Zionismus festhalten, weil er ihnen aufgezwungen wurde, ist rassistisch, weil sie eine ganze Gemeinschaft infantilisiert und impliziert, dass unsere Ansichten unmöglich unsere eigenen sein können. Dies ignoriert die authentische religiöse und spirituelle Identität der mizrachischen (oder nicht aschkenasischen) Juden, die, wie ihre religiösen Gegenstücke in Europa, jeden Tag in Richtung Jerusalem und für Jerusalem beten. (…)

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Sicherlich bemühten sich viele frühe zionistische Führer in Europa, Mizrachi-Juden für das Wachstum ihrer Bewegung zu rekrutieren, und dazu gehörten sicherlich auch Propagandamaßnahmen. Sicherlich gab es während des gesamten 20. Jahrhunderts in Israel einen weit verbreiteten Rassismus gegen Mizrachim, den meine Familie auch erlebte, besonders als Flüchtlinge, die in den berüchtigten Ma’abarot-Flüchtlingsaufnahmelagern lebten. Obwohl dieser Rassimus heute weniger systemisch ist, ist er immer noch ein Phänomen, an dessen Bekämpfung viele israelische NGOs hart arbeiten.

Aber trotzdem unterstützt die Mizrachi-Gemeinschaft mit überwältigender Mehrheit den Zionismus und den Staat Israel. Die Geschichte unserer Verbindung zu diesem Land kann nicht umgeschrieben werden, wenn es politisch bequem ist, um eine Bewegung zu delegitimieren.

Ich will weder die Erfahrungen jener mizrachischen Juden auslöschen, die Ärger und das Gefühl von Vernachlässigung gegenüber dem Staat Israel empfinden, noch den Rassismus und die Ungleichheit beschönigen, die das Land jahrzehntelang geplagt haben. Aber es ist ebenso wichtig anzuerkennen, dass die überwiegende Mehrheit der Mizrachim im Zionismus die nationale Befreiungsbewegung des gesamten jüdischen Volkes sehen. Dass sie nach Jahrhunderten, in denen sie als verfolgte Minderheiten gelebt haben, in Israel eine sichere Zuflucht und eine Rückkehr in ihre Heimat gefunden haben.

Die Zukunft des jüdischen Volkes erfordert, dass wir die Romantisierung unserer Geschichte vermeiden, während wir die Ehrfurcht vor den Errungenschaften aufrechterhalten, die 40% der Juden der Welt dazu brachten, in Israel zu leben.

(Aus dem Artikel Zionism was not forced upon Mizrahi Jews – opinion“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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