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Corona-Krise in Israel: Geschäfte sperren wieder auf

Rund 80.000 Ladenbesitzer können aufgrund der Lockerung der Corona-Maßnahmen ihre Arbeit wiederaufnehmen
Rund 80.000 Ladenbesitzer können wegen der Lockerung der Corona-Maßnahmen ihre Arbeit wiederaufsperren (© Imago Images / ZUMA Wire)

Nach sieben Wochen öffneten in Israel vergangenen Sonntag die Geschäfte ihre Türen und somit kehren 80.000 Arbeiter an ihre Arbeitsplätze zurück.

Im Vorfeld waren unterschiedliche Stimmen zu dieser Lockerung der Corona-Maßnahmen laut geworden. Gesundheitsminister Yuli Edelstein sprach sich gegen die Öffnung der Geschäfte aus. Er meinte, dass das Risiko von Neuinfektionen durch die Öffnung zu groß sei und sich die nächsten Stufen des Exit-Plans dadurch nach hinten verschieben werden.

Professor Shuki Shemer, Vorsitzender des Assuti Medical Networks, meinte hingegen, dass die Öffnung der Geschäfte kein allzu großes Gesundheitsrisiko darstelle. Stattdessen sollte seiner Meinung nach mehr Augenmerk auf Hochzeiten und Veranstaltungen gelegt werden.

Shoppen mit COVID-19

Viele Israelis zogen diese Woche los, um Einkäufe zu tätigen. Dies ist immer noch nur unter strikten Corona-Maßnahmen möglich. Demnach dürfen nur vier Personen zur selben Zeit im Laden sein, weswegen sich auch lange Menschenschlangen auf den Einkaufsstraßen bilden, die ebenfalls ein Gesundheitsrisiko darstellen können.

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Eine Buchladenbesitzerin erzählte der Jerusalem Post, dass die Verkäufe von Kinderbüchern bereits in den ersten Tagen nach der der Wiedereröffnung stark angestiegen waren. Viele Eltern haben wohl die Wichtigkeit von Büchern während des Lockdowns bemerkt, um ihre Kinder zu beschäftigen. „Es gibt uns schon seit 52 Jahren und ich habe das Gefühl, dass Menschen jetzt wieder eifrig die Regale durchsuchen“, so Myriam Ezra, die Besitzerin des französischen Buchgeschäftes Librairie du Foyer.

Die Öffnung der Läden bezieht sich lediglich auf Straßengeschäfte, nicht aber auf Läden, die sich in einem Einkaufszentrum befinden. Diese bleiben weiterhin geschlossen und dürfen erst auf der nächsten Stufe des israelischen Exit-Plans öffnen. In den Einkaufszentren befinden sich teilweise auch kleine Privatgeschäfte, die eine sehr harte Zeit erfahren und nur wenig von der Regierung unterstützt werden.

Harte Zeiten für Ladenbesitzer

Einige Ladenbesitzer konnten ihre Waren während des Lockdowns online verkaufen. Die restliche Sommer- und Herbstmode muss nun im Abverkauf verschleudert werden oder landet gar auf dem Müll, um der Wintermode Platz zu machen. Dabei müssen für die Anschaffung der neuen Kollektionen viele Verkäufer Kredite aufnehmen.

Die Läden, die sich in Einkaufszentren befinden, haben es besonders schwer, da sie weiterhin geschlossen bleiben müssen. „Vielleicht haben wir einfach nicht laut genug geschrien“, sagt Nuri Levy, die Besitzerin eines Kunstfachgeschäftes in Raanana. Ihr Laden befindet sich in einem Einkaufszentrum, und sie fürchtet sich davor, in Konkurs zu gehen. Sie ist bei Weitem nicht die Einzige, die derartige Ängste hat. Manche Ladenbesitzer drohen gar damit, ihre Geschäfte trotz der Restriktionen zu öffnen, auch wenn die Strafgelder hoch sind. Es zeigt sich, dass sie kaum noch etwas zu verlieren haben.

Ein Großteil der Israelis geht davon aus, dass dies noch nicht das Ende von COVID-19 ist. Auch wenn die Zahlen der Neuerkrankten rasant gesunken sind, gehen die meisten von einem erneuten – und damit dritten – Lockdown aus. Ladenbesitzer meinen, bald wieder schließen zu müssen und fürchten sich davor, solche eine weitere Schließung finanziell nicht tragen zu können.

Vergangenen Freitag wurden 699 Menschen positiv getestet. Dies ist im Vergleich zu den letzten Wochen eine sehr niedrige Zahl, doch die Umstände können sich schnell wieder ändern, auch wenn Israel die Lockerungen der Restriktionen sehr vorsichtig angeht.

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