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Gefängnisse im Nahen Osten drohen, Corona-Todesfallen zu werden

Im Evin-Gefängnis in Teheran wurden bereits ein Wächter und ein Gefangener positiv auf Corona getestet
Im Evin-Gefängnis in Teheran wurden bereits ein Wächter und ein Gefangener positiv auf Corona getestet (Quelle: Ehsan Iran, CC BY-SA 2.0)

Aufgrund der überfüllten Gefängnisse und der katastrophalen Haftbedingungen wäre ein Coronavirusausbruch tödlich für die Inhaftierten.

Martin Gehlen, Die Zeit

Im Nahen Osten ist bislang der Iran mit mehr als 62.500 Infektionen und 3.870 Toten das Zentrum der Corona-Pandemie. Doch auch in anderen bevölkerungsreichen Nationen der Region, wie Ägypten, Irak oder Syrien, könnte es bald zu Masseninfektionen kommen. Bislang melden sie noch deutlich weniger Fälle, die Dunkelziffern aber sind vermutlich sehr hoch.

Gleichzeitig sind in allen Staaten der Region die Gefängnisse überfüllt. Zehntausende Demokratieaktivisten, politische Oppositionelle und Gewerkschafter wurden verhaftet, bisweilen nur, weil sie es wagten, die Repressionen ihrer Herrscher auf Facebook oder YouTube zu kritisieren. (…) Mit Tunesien, Algerien, Marokko, Jordanien und Bahrain sind mittlerweile fünf Staaten dem Beispiel Teherans gefolgt und haben einen Teil ihrer Gefängnisse geleert.

Ägypten und Syrien dagegen mauern, neben dem Iran die beiden anderen Massenverhafter der Region. Ägypten hat derzeit mindestens 114.000 Menschen eingesperrt, darunter tausend Ärzte und Apotheker. Gefangene in Syrien, die in den vergangenen Monaten freikamen, berichten von unbeschreiblichen Zuständen. Inhaftierte schlafen auf dem nackten Fußboden, inmitten von Blut und Exkrementen. Auch gibt es erste Fälle mit Corona-Symptomen, jedoch weder Tests noch irgendwelche ärztliche Hilfe.

Mindestens 90.000 Regimegegner sitzen derzeit in den Foltergefängnissen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Weitere Hunderttausend sind seit der Revolution 2011 spurlos verschwunden, zu Tode gefoltert, verhungert oder hingerichtet. (…) In Ägypten wurden mittlerweile sämtliche Besuche von Angehörigen verboten, seitdem dringt über Corona nichts mehr nach draußen.

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