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Corona: „Ein Licht am Ende des Tunnels?“

Ein Freiwilliger im Hadassah-Spital erhält eine Corona-Testimpfung
Ein Freiwilliger im Hadassah-Spital erhält eine Corona-Testimpfung (© Imago Images / Xinhua)

In Israel werden die ersten klinischen Untersuchungen eines Corona-Impfstoffes durchgeführt.

„Die eigentliche Lösung der Corona-Krise ist die Entwicklung eines Impfstoffes und dafür ist heute ein sehr wichtiger Tag.“ Mit diesen Worten kündigte Premierminister Benjamin Netanyahu vergangene Woche an, dass erste Testungen eines Corona-Impfstoffes an Freiwilligen durchgeführt wurden. Der Impfstoff „Brilife“ wurde im israelischen Institut für biologische Forschung entwickelt. Der Name „Brilife“ setzt sich aus dem hebräischen Wort für Gesundheit – „Bri’ut“ – und dem englischen Wort „Life“ zusammen.

Nachdem der Impfstoff zuerst an Mäusen, Hamstern und Hasen und dann an Schweinen ausprobiert wurde, wird er nun an Menschen getestet. Der erste Freiwillige war der 26-jährige Segev Harel. Harel war in den vergangenen Wochen gezwungen, drei Jobs gleichzeitig auszuüben, um sich in der Corona-Krise über Wasser zu halten, was er dann auch als Grund dafür angab, sich für die Testreihe zur Verfügung zu stellen. „So viele Menschen wurden durch das Corona-Virus geschädigt, gesundheitlich, psychisch und vor Allem wirtschaftlich und wenn das der kleine Beitrag ist, den ich leisten kann – in dieser Testung mitzuwirken und Hoffnung auf ein Ende der Pandemie zu bringen – dann habe ich meinen Teil getan“, so Harel nach seiner Impfung.

Zusammen mit ihm wurde noch ein zweiter Freiwilliger getestet – der 34-jährige Medizinstudent Anar Ottolenghi. Bevor die Testimpfungen durchgeführt werden konnten, wurden sie jeder Menge medizinische Test unterzogen, darunter ein Antikörpertest. Nach der Impfung mussten beide Patienten 24 Stunden im Krankenhaus bleiben und stehen jetzt für weitere drei Wochen unter strenger medizinischer Beobachtung.

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In sechs Monaten aus der Corona-Krise?

Die erste Phase der klinischen Studie wird voraussichtlich einen Monat dauern und es sollen 80 Freiwillige im Alter von 18 bis 55 Jahren getestet werden. Im Dezember beginnt die zweite Phase. Hier werden etwa 1000 Freiwillige in acht Krankenhäusern Israels getestet. Sie sollen zwischen 18 und 85 Jahre alt sein. Sollte bis dahin alles gut laufen, werden im April und Mai 30000 weitere Menschen getestet. Sollte der Impfstoff Wirkung zeigen und es keine signifikanten Nebenwirkungen geben, wird er für die generelle Nutzung zugelassen.

Läuft also alles glatt, dann wäre der Impfstoff in sechs Monaten verfügbar, das Institut arbeitet jedenfalls bereits an der Massenproduktionen, auch wenn Vize-Premierminister Gantz warnt noch vor zu viel Optimismus warnt.

Verhandlungen mit anderen Ländern

Während Israel an einem eigenen Impfstoff arbeitet, wird auch mit Firmen anderer Ländern verhandelt, um Anteile zu bekommen, sollten die dortigen Testungen erfolgreich sein, Darunter ist Moderna, eine pharmazeutisches Unternehmen in Massachusetts, das als erstes einen Impfstoff entwickelte, der in klinische Untersuchungen aufgenommen wurde. Auch Russland und China sind weit voran in den Testungen.

Die Testungen sind zwar erst am Anfang der klinischen Untersuchung, doch zumindest scheint sich nach einiger Zeit des Stillstandes etwas zu bewegen. „Auch wenn es eine Zeit dauern wird, ist ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen“, so Premierminister Benjamin Netanyahu.

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