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Chef der Muslimischen Weltliga: Anschlag auf Salman Rushdie für Islam inakzeptabel

Der Generalsekretär der Muslimischen Weltliga, Mohammed bin Abdul Karim al-Issa (2. v. li.)
Der Generalsekretär der Muslimischen Weltliga, Mohammed bin Abdul Karim al-Issa (2. v. li.) (© Imago Images / Pixsell)

Der saudische Prediger, der 2020 Auschwitz besucht hatte, erklärte, auch als beleidigend empfundene Probleme müssten mit Dialog und Vernunft statt mit Gewalt gelöst werden.

Der Generalsekretär der Muslimischen Weltliga (WML), Mohammed bin Abdul Karim al-Issa, erklärte in einem Interview mit dem saudischen Nachrichtensender Arab News, der Angriff auf den gefeierten Autor Salman Rushdie in New York sei »ein Verbrechen, das der Islam nicht akzeptiert«. Am Rande einer Konferenz über den interreligiösen Dialog im italienischen Rimini wurde al-Issa dabei mit den Worten zitiert:

»Der Islam ist gegen Gewalt und kann niemals irgendeine Anwendung von Gewalt zulassen. Religiöse und intellektuelle Fragen, auch solche, die ganz oder teilweise als beleidigend empfunden werden, können niemals auf diese gewaltsame Weise gelöst werden.«

Der WML-Vorsitzende und ehemalige Justizminister al-Issa, der als Aktivist gegen religiösen Extremismus und für religiösen Dialog bekannt ist, sagte, Religion sei »der Sinn der menschlichen Existenz in diesem Leben« und fügte hinzu, Liebe und Leidenschaft seien »zentrale Faktoren in der Religion«. Der Gläubige müsse alle anderen lieben, »auch wenn er nicht mit ihnen übereinstimmt«, denn er wisse, dass er selbst »in diesem Leben Liebe und Barmherzigkeit braucht«.

Al-Issa betonte erneut die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs, um eine friedliche und harmonische Koexistenz voranzutreiben, Missverständnisse zu beseitigen, Ängste abzubauen und zur Wahrheitsfindung sowohl für Muslime als auch für Nicht-Muslime beizutragen. Der Dialog, so Issa, sei »die Sprache der Vernünftigen und der Weisen«.

»Auch wenn jeder anders ist als der andere, gibt es keinen Grund, Angst vor dem den anderen zu haben und ihn zu fürchten: Wir alle teilen das Leben auf dieser Erde, und wir müssen miteinander reden und uns gegenseitig verstehen. Die Unterschiede zwischen den Menschen gehen auf die Erschaffung der Menschheit zurück. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er nur eine einzige ethnische Gruppe oder eine einzige Religion erschaffen können. Aber das hat er nicht getan, und wir müssen an seine Weisheit glauben.«

Al-Issa sprach sich im Jahr 2018 als Generalsekretär der Muslimischen Weltliga offiziell gegen Holocaust-Leugnung aus und ist als einer der muslimischen Führer bekannt, die 2020 das NS-Vernichtungslager Auschwitz besuchten, nachdem er kurz zuvor zum ersten Mal eine jüdische Delegation bei einem WML-Treffen der in Saudi-Arabien empfangen hatte. Im Juli 2022 war al-Issa vom saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman zum Redner für die wichtigste Predigt der muslimischen Pilgerfahrt nach Mekka ernannt worden.

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