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Britische Polizei nutzt Falschdarstellung, um israelische Fußballfans auszuschließen

Birmingham: Israelische Fans wurden ausgeschlossen, Israelhasser durften demonstrieren
Birmingham: Israelische Fans wurden ausgeschlossen, Israelhasser durften demonstrieren (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Ein fehlerhafter Bericht, in dem israelische Opfer als Angreifer dargestellt wurden, führte zu einem Ausschluss von Maccabi-Fans vom Match gegen Aston Villa in Birmingham.

Canaan Lidor

Die britische Polizei nutzte eine verdrehte Darstellung der antisemitischen Ausschreitungen in Amsterdam, um den Ausschluss israelischer Fußballfans von einem Spiel in Birmingham zu rechtfertigen, berichtete die Londoner Zeitung The Sunday Times am Sonntag.

Die Verfälschungen tauchten Meldungen zufolge in einem vertraulichen Bericht auf, in dem britische Polizeibeamte behaupteten, laut ihren niederländischen Kollegen hätten die israelischen Fans »unschuldige Passanten in den Fluss [die Grachten] gestoßen« und fünf- bis sechshundert von ihnen »absichtlich die muslimische Gemeinde angegriffen« hätte, was den Einsatz von fünftausend Polizeibeamten in Amsterdam erforderlich gemacht habe.

Prominente britische Juden sagten, das Auffliegen dieser Tatsachenverdrehung habe ihr Vertrauen in die britischen Behörden in einer schwierigen Zeit weiter untergraben, zumal sie noch immer unter dem Eindruck der Entscheidung stehen, es antiisraelischen Demonstranten zu erlauben, am Sonntag in London vor einer zentralen Synagoge zu protestieren.

Der Vorsitzende der National Jewish Assembly Gary Mond sagte gegenüber Jewish News Syndicate, dass er »wie viele in der jüdischen Gemeinde und wahrscheinlich die meisten schon vor einiger Zeit das Vertrauen in die Polizei verloren« habe. Die Polizeikräfte ganz Großbritanniens »haben regelmäßig Hassmärsche und deren judenfeindliche Teilnehmer toleriert« und »kein Problem damit, Aufrufe zum Dschihad als normal zu akzeptieren«. In letzter Zeit seien zahlreiche Fälle von antijüdischer Diskriminierung aufgedeckt worden, fügte Mond hinzu. »Die meisten Juden in Großbritannien halten die Situation für völlig unerträglich, fühlen sich aber leider machtlos, etwas dagegen zu unternehmen.«

Die Entscheidung, Israelis letzten Monat vom Spiel in Birmingham auszuschließen, »hat Misstrauen gesät, insbesondere gegenüber der jüdischen Gemeinde in Birmingham, und den Zusammenhalt der Gemeinde untergraben«, schrieb der Vizepräsident des Board of Deputies of British Jews, Andrew Gilbert, am Montag in einer Erklärung. »Wir sind äußerst beunruhigt. Wir müssen dieser Sache mit voller Transparenz und Rechenschaftspflicht auf den Grund gehen.«

In Birmingham vor dem Match gegen Maccabi Tel Aviv verbreitete antisemitische Plakate
In Birmingham vor dem Match gegen Maccabi Tel Aviv verbreitete antisemitische Plakate (© Imago Images / Avalon.red)

Die »Judenjagd« von Amsterdam

Der vertrauliche Bericht über Amsterdam befasste sich mit den Ereignissen vom 8. bis 9. November 2024, als Dutzende arabischer und muslimischer Männer in der niederländischen Hauptstadt nach Opfern für Übergriffe suchten, wobei sie von Hunderten anderer muslimischer Männer unterstützt wurden, die soziale Medien und Instant-Messaging-Dienste nutzten, um das zu koordinieren, was einige der Täter als »Judenjagd« bezeichneten.

Dutzende Israelis, die sich in der Stadt aufhielten, um das Fußballspiel der Mannschaft Maccabi Tel Aviv gegen den lokalen Verein Ajax Amsterdam zu unterstützen, wurden angegriffen, darunter mindestens einer, der in einen eiskalten Kanal sprang, um den Angreifern zu entkommen, die ihm zuriefen, er müsse »Free Palestine« skandieren, damit sie ihn wieder aus dem Wasser herauskommen lassen. [Der Sprecher der Amsterdamer Polizei, Sebastiaan Meijer, erklärte gegenüber der Sunday Times, der Israeli sei die einzige Person gewesen, die während der Ausschreitungen im vergangenen Jahr in den Kanal geworfen wurde, Anm. Mena-Watch.]

Verzerrungen der britischen Polizei

Laut der Sunday Times bezeichneten die Polizeibeamten der Midlands jedoch die Israelis als Aggressoren, um die Empfehlung der Polizei zu rechtfertigen, Maccabi-Fans bei einem Spiel gegen die Mannschaft von Aston Villa im vergangenen Monat im Villa Park in Birmingham nicht zuzulassen. Die Polizei stufte die Veranstaltung aufgrund möglicher »gewalttätiger Zusammenstöße und Hassverbrechen«, die während des Spiels auftreten könnten, als »hochriskant« ein.

Ein Sprecher der niederländischen Polizei erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Informationen, die angeblich in dem vertraulichen Bericht der britischen Polizei enthalten waren, unrichtig seien.

[Zur Behauptung, Hunderte israelischer Fans hätten gezielt die muslimische Gemeinschaft angegriffen, erklärte die niederländische Polizei, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen kleinen Gruppen gekommen sei, sie jedoch keine Zahlen zu den Beteiligten habe. Polizeisprecher Meijer sagte, dass zwar Fans von Maccabi daran beteiligt gewesen seien und etwa palästinensische Flaggen abgerissen hätten, dies sei jedoch »nicht in großem Umfang und nicht in besonders alarmierender Weise« geschehen. Darüber hinaus seien bei Ausbruch der Gewalt gegen die großteils friedlichen Maccabi-Fans etwa 1.200 Beamte in der Stadt im Einsatz gewesen und nicht 5.000, wie in der Einschätzung der britischen Polizei angegeben; Anm. Mena-Watch.]

Die Polizei von West Midlands verteidigte ihre Behauptungen und erklärte gegenüber der Times, dass ihre »Bewertung die öffentliche Sicherheit ins Zentrum stellte«. Ein Polizeisprecher fügte hinzu: »Wir haben uns am 1. Oktober mit der niederländischen Polizei getroffen« und »aufgrund von Informationen und Erkenntnissen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Anhänger von Maccabi Tel Aviv – insbesondere die als Maccabi Fanatics bekannte Untergruppe – eine glaubwürdige Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellen.«

Am Sonntag ignorierte die Polizei die an sie gerichtete Aufforderung, antiisraelische Demonstranten daran zu hindern, sich vor der St. John’s Wood Synagoge in London zu versammeln. Nachdem Dutzende von Demonstranten eingetroffen waren und einige von ihnen die Worte »Gestohlenes Land wird hier verkauft« auf die Synagoge projiziert hatten, verlegte die Polizei die Kundgebung an eine nahegelegene Straßenecke.

»Was am Wochenende in St. John’s Wood passiert ist, kam nicht überraschend, sondern war zu erwarten«, kommentierte Mond diesen Vorfall. »Wieder einmal wurde in Großbritannien eine rote Linie überschritten«, schrieb die Gruppe Campaign Against Antisemitism in einer Erklärung zu dem Vorfall vor der Synagoge.

Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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