Bewaffnete Gruppen in Libyen greifen das Gesundheitswesen an

„Die Gewalt in Libyen wirkt sich weiterhin auf verheerende Weise auf die Gesundheitsversorgung in dem Land aus. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen werden bombardiert, mit Granaten beschossen und geplündert. Medizinische Mitarbeiter werden gezielt angegriffen und sogar entführt oder willkürlich festgesetzt. Patienten werden mitunter sogar dringende Notbehandlungen vorenthalten oder sie werden angegriffen, während sie sich in Behandlung befinden. Dies geht aus einem Bericht hervor, der [am 22. Mai] vom Menschenrechtsbüro der UNO und der Unterstützungsmission der UNO in Libyen (UNSMIL) veröffentlicht wurde. (…) Zwischen dem 1. Mai 2017 und dem 1. Mai 2018 verzeichnete die UNO 36 Angriffe auf medizinische Einrichtungen, Mitarbeiter oder Patienten. Allerdings dürfte die tatsächliche Zahl weit höher sein. (…)

Bewaffnete Gruppen, darunter auch solche, die in Ministerien integriert sind, haben medizinisches Personal angegriffen, bedroht und sogar ungesetzlich ihrer Freiheit beraubt. Ärzte und andere Krankenhausmitarbeiter werden von Kämpfern beleidigt, eingeschüchtert und geschlagen, die darauf bestehen, dass die verletzten Angehörigen ihrer Gruppen und deren Verwandte bevorzugt behandelt werden. (…) Den Bestimmungen des Völkerrechts zufolge, die in bewaffneten Konflikten Geltung haben, müssen Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen, medizinisches Personal und Krankentransporte respektiert und zu allen Zeiten geschützt werden. Angriffe auf sie sind untersagt. (…) Zudem garantiert das Völkerrecht jedem ohne Ansehen der Person das Recht auf den bestmöglichen körperlichen und psychischen Gesundheitszustand.

Der Bericht fordert alle Konfliktparteien dazu auf, bei der Planung und Durchführung militärischer Operationen dafür zu sorgen, dass diese sich nicht auf medizinische Einrichtungen und Mitarbeiter auswirken bzw. deren Auswirkungen auf sie zumindest minimiert werden. Die Einheitsregierung wurde außerdem aufgefordert, effektive Pläne zu entwickeln und umzusetzen, um den Gewalttaten, Angriffen und Drohungen gegen Gesundheitsdienstleister entgegenzuwirken und diejenigen, die für derartige Angriffe verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen.“ (Bericht im Libyan Express: „UN report: Healthcare under attack in Libya“)

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login