Belgischer Gewerkschaftsführer: Neuauflage der Ritualmordlegende

„Ein Universitätsdozent, der im geschäftsführenden Vorstand einer der größten belgischen Gewerkschaften sitzt, hat erklärt, Israel vergifte die Palästinenser und töte ihre Kinder, um deren Organe entnehmen zu können. Robrecht Vanderbeeken ist der Kultursekretär der ACOD-Gewerkschaft und lehrt Wissenschaftsphilosophie an der Freien Universität Brüssel. In einer Kolumne wiederholte er Anschuldigungen, die Israel bereits nach ihrer ursprünglichen Veröffentlichung auf der linksgerichteten Nachrichtenwebseite De Wereld Morgen im August energisch zurückgewiesen hatte. Wie die jüdische Zeitschrift Joods Actueel am Donnerstag berichtete, hat Wilfried van Hoof, der den Text als Leser für antisemitisch befunden hatte, diese Woche beim staatlichen Interföderalen Zentrum für Chancengleichheit (UNIA), das sich auch mit dem Problem des Rassismus befasst, eine Beschwerde eingereicht.

In Vanderbeekens Kolumne hieß es, die Menschen, die im an Israel und Ägypten grenzenden Gazastreifens leben, würden ‚ausgehungert bis sie sterben und vergiftet und ihre Kinder werden entführt und ermordet, um ihre Organe zu entnehmen‘. Infolge der Beschwerde entfernte De Wereld Morgen am Donnerstag die Behauptung des Organdiebstahls aus ihrem Bericht, beharrte aber darauf, die Israelis würden die Bewohner des Gazastreifens durch den Einsatz von Gift und Hunger töten. De Wereld Morgen veröffentlichte eine aus 377 Wörtern bestehende Richtigstellung, die sie mit ‚Update‘ betitelte. Darin wird erklärt, warum man die Behauptung des Organdiebstahls entfernt habe. Allerdings wird zugleich behauptet, Israel ‚ermorde‘ und ‚entführe‘ palästinensische Kinder und begehe noch weitere Kriegsverbrechen. Weiter hieß es, Israel verwende die Organe von Palästinensern, die durch seine Streitkräfte getötet worden seien, doch hätten die Redakteure und der Kolumnist beschlossen, ‚keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Entführung und Ermordung von Kindern durch die israelische Besatzungsarmee und der Entfernung und Transplantation ihrer Organe zu behaupten‘. (…)

Warum sie an der Behauptung festhalte, dass Israel die Palästinenser vergifte, erläuterte De Wereld van Morgen nicht. Diejenigen, die diese von Palästinensern wiederholt vorgetragenen Anschuldigungen gegen Israel kritisieren, meinen, die Behauptung des Organdiebstahls spiegele die aus dem Mittelalter stammende Ritualmordbeschuldigung wider.“ (Bericht in Haaretz: „Belgian Trade Union Boss Says Israel Kills Palestinian Kids for Their Organs“)

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