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Beistand für Demonstranten im Iran gefordert

Iranische Oppositionelle in London demonstrieren gegen das Regime
Iranische Oppositionelle in London demonstrieren gegen das Regime (© Imago Images / ZUMA Wire)

Der preisgekrönte iranisch-amerikanische Journalist Karmel Melamed ruft die amerikanischen Juden dazu auf, dem unterdrückten iranischen Volk gegen das Mullah-Regime beizustehen.

Karmel Melamed

In den letzten drei Wochen haben Tausende von Demonstranten in mehr als dreißig verschiedenen Provinzen im Iran gegen Korruption, Nachlässigkeit und fehlende Freiheiten einer Führung protestiert, die ihnen das Leben unerträglich macht.

Ihre friedlichen Proteste wurden von den Schlägern des Regimes mit körperlicher Gewaltanwendung, Schüssen und Inhaftierungen beantwortet. Leider haben amerikanische und westliche Nachrichtensender nicht über diese weit verbreiteten Kundgebungen berichtet, obwohl die bedrückenden Videos und Bilder von Menschen, die unter der Herrschaft Teherans leiden, in den sozialen Medien zu sehen sind.

Es ist an der Zeit, dass Amerikas Juden ihre Stimme erheben und die unschuldigen Bürger im Iran, die nach wahrer Freiheit durch einen Regimewechsel in ihrem Land streben, lautstark unterstützen.

Wir in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft, die schon immer stolz Freiheitsbewegungen von Russland über Polen bis Südafrika unterstützt haben, müssen uns auch an die Seite der Menschen im Iran stellen, die ein Ende der repressiven Herrschaft des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei fordern.

Das Regime, nicht die Iraner

Während meine eigene Familie vor mehr als vierzig Jahren floh, um Ayatollah Ruhollah Khomeinis Politik des gewalttätigen Antisemitismus zu entkommen, bricht es mir das Herz, wenn ich sehe, wie Tausende von friedliebenden Bürgern unter einem herzlosen Mullah-Regime leiden, das sie hungrig, verarmt und ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurückgelassen hat.

Obwohl die Führer des Regimes seit Jahrzehnten ihre abscheulichen völkermörderischen Absichten gegenüber den Juden verkünden, teilt die Mehrheit der Menschen im Iran ihre Ansichten nicht.

Als iranisch-amerikanischer Journalist, der mit anderen Journalisten und Aktivisten im Iran in Kontakt steht, berichten mir diese, dass die Menschen die Nase voll haben von Korruption, Tyrannei, fehlenden Grundfreiheiten und mangelnden wirtschaftlichen Möglichkeiten durch das derzeitige radikal-islamische Regime. Sie sind in allen größeren Städten und sogar in kleineren Städten und Gemeinden auf die Straße gegangen, um gegen die Situation zu protestieren und den Sturz der unterdrückerischen Diktatur zu fordern.

Das iranische Regime ist hart gegen sie vorgegangen, indem es sie wahllos verprügelte, tötete und verhaftete. Die Bilder der unbarmherzigen brutalen Vorgangsweise, bei der auch scharfe Munition eingesetzt wurde, die in den vergangenen Wochen von Demonstranten auf Social-Media-Plattformen verbreitet wurden, sind erschreckend.

Darüber hinaus wurde in den letzten Wochen das Internet in verschiedenen Provinzen abgeschaltet, um zu verhindern, dass Demonstranten die abscheuliche Brutalität des Regimes und die willkürlichen Tötungen von Bürgern auf der Straße aufdecken.

Tikkun Olam

Die amerikanisch-jüdische Gemeinschaft hat sich in den letzten mehr als sechzig Jahren nicht nur gegen den Antisemitismus in der Welt ausgesprochen, sondern auch gegen Hass, Krieg und fehlende Freiheiten für Nicht-Juden. Ich rufe die amerikanisch-jüdische Gemeinschaft, die sich seit Langem für soziale Belange, Gleichberechtigung und Freiheitsbewegungen einsetzt, auf, das iranische Volk zu unterstützen, das für die Beseitigung eines unterdrückerischen Regimes kämpft.

  • Gehörte nicht das amerikanische Judentum während des Kalten Krieges zu denjenigen, die sich am lautesten gegen die Tyrannei der ehemaligen Sowjetunion gegenüber Juden und Gegnern des sowjetkommunistischen Regimes ausgesprochen haben?
  • Gehörten amerikanische Juden nicht zu denjenigen, welche die polnischen Solidarnosc-Gewerkschaftsaktivisten bei ihrem Protest gegen das kommunistische polnische Regime lautstark unterstützten und ihnen zur Seite standen?
  • Gehörten amerikanische Juden nicht zu den vielen, die Schulter an Schulter mit Nelson Mandela und seiner Freiheitsbewegung gegen das Apartheidsystem in Südafrika standen?
  • Marschierten Rabbi Abraham Joshua Heschel und andere amerikanisch-jüdische Aktivisten nicht Arm in Arm mit Martin Luther King Jr. als Teil der Bürgerrechtsbewegung?

Auch heute noch engagieren sich viele jüdische Gemeinden für Tikkun Olam: die Heilung der Welt – von der Freiwilligenarbeit in ihrer eigenen Nachbarschaft bis hin zur Unterstützung von Teilen des von Armut geplagten Afrikas.

Daher ist es unerlässlich, dass diese lange und stolze Tradition der Unterstützung für Notleidende durch die amerikanischen Juden bei der der iranischen Durchschnittsbevölkerung, die trotz der Unterdrückung durch das radikal-islamische Regime nach mehr Freiheiten in ihrem Land und besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten strebt, fortgesetzt und weitergeführt wird.

Wir können und dürfen nicht schweigen und am Rande stehen, während unschuldige Männer, Frauen und sogar Kinder in den Straßen iranischer Städte geschlagen und abgeschlachtet werden, nur, weil sie sich gegen eine korrupte Regierung aussprechen, die nichts getan hat, um ihr Leben zu verbessern, und stattdessen den Reichtum ihres Landes zur Finanzierung von Terrorgruppen im gesamten Nahen Osten ausgibt.

Moralisch geboten

Die Unterstützung der Demonstranten auf den Straßen Irans, die den Sturz des unterdrückerischen Ayatollah-Regimes fordern, dient letztlich nicht nur der Sicherheit Amerikas und Israels, sondern ist vor allem richtig und moralisch geboten. Lesen wir als Juden nicht jedes Jahr in der Tora im Buch Deuteronomium (Schoftim), wo es heißt: »Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du üben«?

Als ein Volk, das seit Jahrtausenden mit unsäglicher Gewalt, Hass, Ungerechtigkeit, Pogromen und sogar Völkermord konfrontiert war, haben wir uns stets in allen Teilen der Welt für die Unterdrückten und Geknechteten eingesetzt.

Unsere Unterstützung für das friedliebende iranische Volk wäre nichts anderes als so ein Einsatz für Gerechtigkeit und ist zu diesem Zeitpunkt unerlässlich. Wie lange können wir noch untätig bleiben und unsere Stimme nicht erheben, während das Regime im Iran nicht nur seine eigenen Bürger abschlachtet und inhaftiert, sondern auch seine Führer ständig den Holocaust leugnen und zu einer zweiten Vernichtung aller Juden weltweit aufrufen?

Wir amerikanischen Juden – Aschkenasen und Mizrachis, konservative und liberale, säkulare und religiöse – haben die Pflicht, mit einer Stimme für die Freiheit und zur Unterstützung der Unschuldigen im Iran zu sprechen, die ihr Land von einem repressiven Regime befreien wollen.

Wir Juden müssen uns heute an das Freiheitsgeschenk des alten persischen Königs Kyros des Großen erinnern. Er schenkte uns vor 2.700 Jahren die Freiheit aus der babylonischen Gefangenschaft, und wir müssen heute an der Seite seiner Nachkommen stehen, die um internationale Unterstützung bitten, um sich vom Joch der radikalislamischen Knechtschaft und Unterdrückung zu befreien.

Karmel Melamed ist ein preisgekrönter, international tätiger iranisch-amerikanischer Journalist mit Wohnsitz in Südkalifornien. Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate.

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