Balkan: Erdogans islamische Agenda im Kosovo

„Der türkische Präsident Erdogan, der wild entschlossen ist, seine islamistische Agenda auf dem gesamten Balkan durchzusetzen, hat sein Augenmerk schon seit einiger Zeit auf den Kosovo gelenkt. Er hält den Kosovo für leichte Beute und ein Mittel zur Beförderung seiner Pläne. Dabei verlässt Erdogan sich auf den unterwürfigen Präsidenten des Kosovo Hashim Thaci. Millionen Euro fließen aus der Türkei auf illegalen Wegen an Banken und legitimen Finanzinstitutionen vorbei in den Kosovo. Die in Pristina ansässige albanischsprachige Tageszeitung Zeri deckte 2015 auf, dass Erdogan durch die Einrichtung Dutzender neuer Moscheen und anderer religiöser Institutionen sowie durch die Renovierung von unter den Osmanen errichteter Moscheen seinen Einfluss in dem Land ausbaue. Die religiösen Institutionen, ob alt oder neu, werden alle von einem Großspender finanziert: der Türkischen Agentur für Kooperation und Koordination (TIKA), die direkt der türkischen Botschaft in Pristina untersteht. Noch besorgniserregender ist die Tatsache, dass zentrale Infrastrukturanlagen im Kosovo – der Flughafen und die Stromversorgung – während der Amtszeit des gegenwärtigen Präsidenten als Ministerpräsident an Unternehmen verkauft wurden, die dem Schwiegersohn Erdogans unterstehen. (…)

Die Soziologin Sibel Halimi hat das gegenwärtige Regime im Kosovo kritisiert, weil es perfekte Bedingungen für die Ausdehnung des türkischen Einflusses in dem Land geschaffen habe. ‚Die Entschlossenheit der Türkei, in Moscheen zu investieren, führt auch zur Ausdehnung von Erdogans Einfluss in anderen Bereichen. Man denke an die Bevorzugung der politischen Klasse des Kosovo und die Bereitschaft der Türkei, das Staatseigentum des Kosovo wie die KEK [Stromgesellschaft des Kosovo] und den Flughafen aufzukaufen’, so Halimi. (…) Der Westen muss auf den wachsenden Einfluss der islamistischen Agenda Erdogans im Kosovo und anderswo auf dem Balkan sorgsamer Acht geben. Erdogan hat bereits Millionen in Moscheen und Tausende in andere Projekte investiert. Die USA und die EU müssen sich besinnen und Erdogan warnen, dass sein Versuch, den Kosovo zu dominieren, gleich mit welchen Mitteln, nicht hingenommen werden wird, denn Erdogans Vorgehen ist ein Rezept für Instabilität und gewaltsamen Konflikt auch über den Balkan hinaus.“ (Alon Ben-Meir / Arbana Xharra: „Kosovo and Erdogan’s Dangerous Islamic Agenda“)

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