Irak und Syrien haben einen gemeinsamen Ausschuss gebildet, um die Rückkehr von rund 10.000 Irakern zu erleichtern, die sich derzeit in Syrien aufhalten. Darunter sind auch Personen, die zuvor im berüchtigten Lager al-Hol gelebt hatten.
»Es wurde ein gemeinsamer Ausschuss der irakischen und syrischen Regierungen gebildet, um etwa 10.000 irakische Staatsbürger aus Syrien zurückzuholen, darunter auch diejenigen, die zuvor im Lager al-Hol waren«, erklärte der Sprecher des irakischen Ministeriums für Migration und Flüchtlingsfragen, Ali Jahangir, am Montag.
Jahangir sagte, die Gespräche zwischen beiden Seiten seien im Gange, es sei jedoch noch kein endgültiger Zeitplan vereinbart worden. »Die Ausschüsse beider Seiten stehen in ständigem Kontakt und halten Sitzungen ab, doch der Zeitplan und die Logistik für die Rückführung dieser irakischen Staatsbürger aus Syrien sind noch nicht endgültig festgelegt.«
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund fortgesetzter irakischer Bemühungen zur Heimholung seiner Bürger, die zuvor im syrischen Lager al-Hol festgehalten worden waren. In diesem waren mehrere Jahre lang Familien untergebracht, die Verbindungen zum Islamischen Staat (IS) hatten. Seit 2023 hat der Irak mehr als 21.000 irakische Staatsbürger, von denen die meisten Verwandte mutmaßlicher IS-Mitglieder waren, in 33 separaten Konvois repatriiert.
Bevor eine Rückführung stattfindet, werden die irakischen Sicherheitsbehörden umfassende Überprüfungen der Familien durchführen, um sicherzustellen, dass keine der Personen von der irakischen Justiz gesucht wird. Jahangir fügte hinzu, dass das Ministerium für Migration und Flüchtlingsfragen alle notwendigen Vorbereitungen für den Rückführungsprozess abgeschlossen habe.
Lager aufgelöst
Das Lager al-Hol in der nordöstlichen syrischen Provinz Hasaka geriet im Januar unter die Kontrolle der syrischen Armee, nachdem es zuvor von den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) verwaltet worden war.
Zu diesem Zeitpunkt lebten mehr als achtzig irakische Familien mit Verbindungen zu IS-Kämpfern im Lager, bevor sie in andere syrische Städte umgesiedelt wurden. Im Februar schlossen die syrischen Behörden das Lager, nachdem sie alle Bewohner verlegt hatten, und beendeten damit die jahrelange Kontroverse um die Einrichtung, in der Familien und Angehörige von IS-Kämpfern untergebracht waren.
Das Lager beherbergte etwa 24.000 Menschen, die Mehrheit davon Syrer und Iraker, sowie mehr als 6.000 Ausländer aus rund vierzig Ländern. Im Laufe der Jahre zog das Lager internationale Kritik wegen schlechter humanitärer Bedingungen und der Befürchtung auf sich, es sei zu einer Brutstätte für Extremismus geworden.
Die Angriffe der syrischen Armee und verbündeter bewaffneter Gruppen gegen die SDF lösten Mitte Januar eine Reihe von Ausbrüchen von IS-Häftlingen aus dem Lager al-Hol aus. Dies hatte die Verlegung von über 5.700 Gefangenen unter Aufsicht des US-Militärs in den Irak zur Folge.





