Die Schadstoffbelastung der irakischen Hauptstadt ist fünfzehnmal höher als der weltweite Standard und führt bei der Bevölkerung zu massiven Atembeschwerden.
Da die Schadstoffbelastung in der irakischen Hauptstadt ein Fünfzehnfaches des weltweiten Standards beträgt und Staub und schwarze Abgaswolken für schlechte Sicht und unangenehme Gerüche sorgen, machen sich immer mehr Menschen Sorgen um ihre Gesundheit.
Er sei »einer von Tausenden, die durch die zunehmende Luftverschmutzung in der Hauptstadt gesundheitlich beeinträchtigt wurden. Tatsächlich musste einer meiner Verwandten wegen des starken Schwefelgeruchs in der Luft, dessen Quelle wir noch immer nicht kennen, mit einem Beatmungsgerät ausgestattet werden«, wird ein Einwohner Bagdads von der kurdischen Nachrichtenplattform Rudaw zitiert.
Ein anderer Bewohner der irakischen Hauptstadt beklagte gegenüber Rudaw, der jüngst hinzugekommene Schwefelgeruch verschlimmere die Atemwegsprobleme und das Asthma der Bevölkerung: »Nach all der Strahlung durch die Kriege, die wir durchgemacht haben, jetzt auch noch Schwefel! Das kann doch nicht wahr sein.«
Schwefelartiger Geruch
Das Parlament äußerte Anfang dieser Woche seine Besorgnis über den schwefelartigen Geruch, der sich seit einiger Zeit in der Hauptstadt ausbreitet und bei der Bevölkerung zu Atembeschwerden führt. Nach Angaben des Menschenrechtsausschusses des Parlaments wurden an die zweihundert Personen in Krankenhäuser eingeliefert.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Feinstaubkonzentration in der Luft fünf Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten, doch laut der Schweizer Luftqualitätsüberwachungsagentur IQAir ist die Luftverschmutzung in Bagdad fünfzehnmal höher als dieser globale Standard. Da die Luftqualität so gefährlich ist, wird den Bewohnern empfohlen, im Freien Masken zu tragen, Sport zu vermeiden und die Fenster geschlossen zu halten.
Kurzfristig anberaumter Plan
Das Mitglied des Provinzrats von Bagdad Amer Dawood, erklärte letzte Woche, der Rat sei zusammengekommen, um die Thematik des Schwefelgeruchs zu besprechen, einen Ausschuss zu bilden und sich mit den zuständigen Behörden abzustimmen. Er führte den Schadstoffgehalt auf Asphalt- und Ziegelfabriken, die große Mengen an Rauch und Gas ausstoßen, zurück, die illegal nachts betrieben werden, ohne die Umweltstandards einzuhalten. Dieses Problem wird durch den Betrieb der Ölraffinerien und Tausenden Generatoren zur Stromerzeugung in privaten Haushalten noch verschärft.
Kurz zuvor hatte der irakische Premierminister Mohammed Shia al-Sudani die Bildung eines Fachausschusses angeordnet, der »das Problem der Umweltverschmutzung und die wiederkehrenden Schwefelgeruchsemissionen in Bagdad und den benachbarten Provinzen untersuchen, ihre Ursachen ermitteln und Lösungen vorschlagen soll«, wie es in einer Erklärung seines Büros heißt.
Der Ausschuss wurde angewiesen, seine Ergebnisse innerhalb von achtundvierzig Stunden dem Ministerrat vorzulegen. Die Generaldirektorin der Abteilung für Umweltangelegenheiten im irakischen Umweltministerium Najla Mohsen gab in den sozialen Medien bekannt, dass die wichtigste Empfehlung die Einrichtung eines großen Abfallwirtschaftsprojekts in Bagdad sei. »Dieses Projekt, das internationalen Standards entspricht, wird dazu beitragen, die Bürger und ihre Gesundheit zu schützen.«
Kurz darauf begann der Kommandeur der Bagdader Einsatzkräfte mit der Umsetzung der Richtlinien, wobei dreißig Müllverbrennungsanlagen stillgelegt wurden.







