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Aufstand im Iran und eine Science-Fiction-Waffe

Gerald Karner im Mena-Podcast über den Aufstand im Iran und eine Science-Fiction-Waffe

Der Militärexperte Gerald Karner analysiert im Mena-Talk-Podcast, warum der Iran trotz vollmundiger Ankündigungen von Donald Trump nicht angegriffen wurde und erklärt, wozu die neue Laserwaffe Israels fähig ist.

Die politische Lage im Iran hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt. Landesweite Proteste gegen das Regime werden mit äußerster Gewalt niedergeschlagen, das Internet ist weitgehend blockiert, verlässliche Informationen sind rar. Laut dem österreichischen Militärexperten Gerald Karner verteidigt das Regime seine Macht »mit immer brutaleren Methoden« und steuere auf einen gefährlichen Kulminationspunkt zu.

Karner geht im Mena-Watch-Podcast davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher liege als die offiziell bekannte. »Ich halte eher die hohen fünfstelligen Zahlen für realistisch«, sagt der ehemalige Brigadier des Bundesheeres. Das Regime sei zwar angeschlagen, habe sich jedoch als erstaunlich resilient erwiesen, vor allem durch die Islamische Revolutionsgarde und paramilitärische Milizen.

International sorgte zu Beginn der Aufstände ein Posting von US-Präsident Donald Trump auf Truth Social für Aufsehen, in dem er den iranischen Demonstranten Hilfe in Aussicht stellte. Laut Karner habe Trump tatsächlich militärische Optionen prüfen lassen, diese jedoch wieder verworfen. Flugzeuge, die angeblich bereits in der Luft waren, ließ er stoppen. Außerdem war der wichtigste Flugzeugträger, der für weitreichende Operationen notwendig wäre, nicht vor Ort: »Ohne Bodentruppen ist ein Regimewechsel im Iran militärisch fast nicht möglich.« Luftschläge allein könnten zwar Infrastruktur zerstören, derzeit aber keinen politischen Umsturz herbeiführen.

Auch hätten geopolitische Faktoren bei der Entscheidung, den Iran nicht anzugreifen, eine Rolle gespielt. Karner verweist auf den offensichtlichen Widerstand aus der Region: »Saudi-Arabien, die Golfstaaten und weitere Akteure haben klar vor einem Angriff gewarnt.« Die Furcht vor einer regionalen Eskalation, Angriffen auf amerikanische Stützpunkte und wirtschaftlichen Verwerfungen sei groß.

Nicht vom Tisch

Dennoch ist für Karner ein militärischer Angriff nicht ganz vom Tisch; Washington würde sich alle Optionen offenhalten: »Die gegenwärtige Verlegung von Truppen in die Region und die Präsenz von Flugzeugträgern sind keine Zufälle.«. Solche Bewegungen dienten nicht nur der Abschreckung, sondern können auch als klassische Vorbereitungsschritte für einen möglichen Einsatz verstanden werden. Sollte das iranische Regime die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung verschärfen, etwa durch systematische Hinrichtungen, könnte Trump sich gezwungen sehen, seine Ankündigungen wahr zu machen. Und das trotz der genannten Risiken.

Für Israel hätte ein US-Schlag gegen den Iran ebenso unmittelbare Konsequenzen, so Karner. Teheran würde Israel mit hoher Wahrscheinlichkeit als Mitverantwortlichen betrachten. Jerusalem scheint aber gewappnet. Zwar verfügt Israel ohnehin schon über eines der weltweit modernsten Luftabwehrsysteme, doch nun kommt eine neue Dimension in  Form einer einsatzfähigen Laserrakete hinzu, die Drohnen und Raketen binnen weniger Sekunden in bis zu sieben Kilometern Höhe zerstören kann. »Das ist keine Science-Fiction, das System ist real im Einsatz«, betont Karner. Der große Vorteil liege in den niedrigen Kosten und der schnellen Einsatzfähigkeit.

Hinsichtlich des Irans bleibt für den renommierten Militärexperten die Frage offen, ob die Bevölkerung erneut im Stich gelassen werde, denn ohne eine klare politische Strategie könnte das Land dauerhaft ein Pulverfass bleiben.

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