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Auch in Gaza Feiern zu Ebrahim Raisis Ableben 

Raisi-Plakat und Palästinesner-Fahne in Teheran
Raisi-Plakat und Palästinesner-Fahne in Teheran (© Imago Images / Mohsen Rezaei)

Überall im Nahen Osten feierten Tausende Menschen den Tod des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi. Auch im Gazastreifen wurden Süßigkeiten verteilt.

Wie kaum anders zu erwarten, feierten iranische Oppositionelle und Gegner des Mullah-Regimes den Tod von Ebrahim Raisi und verstanden deshalb die Welt nicht mehr angesichts der Kondolenzschreiben aus Europa. Ganz besonders empört zeigten sie sich über die Zeilen von EU-Ratsvorsitzenden Charles Michel

»Die EU drückt ihr aufrichtiges Beileid zum Tod von Präsident Raisi und Außenminister Abdollahian sowie weiteren Mitgliedern ihrer Delegation und der Besatzung bei einem Hubschrauberabsturz aus«, schrieb Michel am Montag auf der Plattform X. »Unsere Gedanken sind bei ihren Familien.«

Derweil wurden in Teheran und anderen Städten Süßigkeiten verschenkt und in den sozialen Medien millionenfach Memes über Hubschrauber und deren Abstürze geteilt. Ähnliche Reaktionen kamen auch aus Syrien, zumindest aus den von der Opposition kontrollierten Gebieten, denn Präsident Baschar al-Assad war, zusammen mit den Huthi, der Hamas und der russischen Regierung einer der ersten, der seine Trauer über das Ableben seines Amtskollegen zum Ausdruck brachte.

Selbst aus dem Gazastreifen kamen Berichte, dass Teile der Bevölkerung keineswegs das Sentiment der Hamas teilen: »Während die Terrorgruppe Hamas zu den ersten gehörte, die ihre Trauer und ihr Beileid über den Tod des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi bei einem Hubschrauberabsturz gestern zum Ausdruck brachten, dachten einige Bürger des Gazastreifens anders und luden Videos hoch, auf denen sie zur Feier des Ereignisses Süßigkeiten verteilten.«

Einer von ihnen war Majdy Moghrabi, ein Geistlicher aus der im Süden des Gazastreifens an der Grenze zu Ägypten liegenden Stadt Rafah, der sich in der Vergangenheit gegen die Hamas ausgesprochen hatte und auf seinem X-Account ein Video von Bürgern des Gazastreifens hochlud, die Allah für den Tod von Raisi preisen und Süßigkeiten verteilen. Moghrabi fügte hinzu: »Trotz des Schmerzes und der Wunden, die wir in Gaza erfahren haben, können wir es nicht versäumen, mit unseren Brüdern in [der iranischen Stadt] Ahvaz, im Irak, im Jemen und in der Levante mitzufiebern und wir teilen die Freude der Muslime über das Ende des mörderischen, kriminellen Verbrechers und Anführers der Todesschwadron, Raisi, und das Ende einer Gruppe von Verbrechern mit ihm.«

Nicht nur Freude

Das Video verbreitete sich schnell und erreichte in weniger als sieben Stunden fast eine Million Aufrufe, 7.000 Likes und 1.200 Kommentare. Einige Kommentare teilten Moghrabis Freude, wünschten den Palästinensern »Guten Appetit«, Gesundheit und Wohlbefinden und riefen Allah an, den Palästinensern den Sieg zu gewähren. 

Andere, die mit der sogenannten schiitischen »Achse des Widerstands« verbündet sind, nahmen sogar Anstoß an der Freude der Gazaner über den Tod des iranischen Präsidenten. So beschimpfte Malak Khaled, ein Redakteur des der Hisbollah nahestehenden Senders Al-Mayadeen, Moghrabi mit den Worten: »Schamlos, verachtenswert und unwürdig, in Ehre zu leben.« Ein Nutzer namens Hadi Nasrallah mit mehr als 146.000 Followern nannte Moghrabi einen »israelischen Spion« und beschuldigte ihn, »ein Terrorist zu sein, der gegen die Hamas kämpft und hungernde Kinder für ein aufrührerisches Video ausnutzt«. 

Eine in Brüssel ansässige, regimetreue Nutzerin namens Amal Sabti, stellte die Frage: »Die Menschen im Gazastreifen leiden an Hunger und brauchen dringend Grundnahrungsmittel, wie können sie da Süßigkeiten verteilen?« Ihre Antwort war eindeutig: »Es sei denn, diese Person ist ein Agent der Zionisten, der die Tragödie des Volkes für seine eigenen Zwecke ausnutzt! Diesen Verrätern muss man entgegentreten und die Rechte der unschuldigen Palästinenser schützen.«

Der Artikel erschien zuerst auf JungleBlog.

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