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Atomwissenschaftler: Iran muss nukleare Abschreckungsfähigkeit besitzen

Der Vorsitzende der Abteilung für Kerntechnik an der Shahid Beheshti Universität in Teheran, Mahmoud-Reza Aghamiri
Der Vorsitzende der Abteilung für Kerntechnik an der Shahid Beheshti Universität in Teheran, Mahmoud-Reza Aghamiri, (Quelle: MEMRI)

Um als Verhandlungspartner ernst genommen zu werden, müsse der Iran darauf bestehen, seine Atomwaffen weiterentwickeln zu können.

Der Vorsitzende der Abteilung für Kerntechnik an der Shahid Beheshti Universität in Teheran, Mahmoud-Reza Aghamiri, sagte in einem Vortrag, der am 9. April auf dem Telegram-Account Snn.ir hochgeladen wurde, der Iran müsse »nukleare Abschreckungsfähigkeit« besitzen.

Diese, so erklärte er, bestehe in der Fähigkeit, Uran binnen kurzer Zeit auf einen Reinheitsgrad von 99 Prozent anzureichern und die Kernspaltung »außer Kontrolle« geraten zu lassen.

»In anderen Worten: Man kann es [das angereicherte Uran] auf einen Sprengkopf montieren und es tun lassen, was es tun will [eine ununterbrochene Kettenreaktion im Zuge einer Explosion]. Man hat die Fähigkeit, den kompletten nuklearen Kreislauf zu entwickeln und fertigzustellen, der für diesen Prozess notwendig ist.

Das nennen wir ein ›unveräußerliches Recht‹. Um dieses Recht zu verteidigen, hat der Iran Widerstand zu leisten, zu kämpfen und für sich selbst einzustehen, um die Rechte unserer kommenden Generationen zu verteidigen.«

Das Beispiel Nordkoreas oder der Ukraine hätten gezeigt, dass nukleare Abschreckungsfähigkeit zentral für die Sicherheit eines Landes sei. Nordkorea, so Aghamiri in seinem von MEMRI übersetzten Vortrag, besitze nur sieben Atombomben, könne sich aber aggressiv »wie ein Rowdy benehmen« und »Amerika und die ganze Welt bedrohen«, ohne dass jemand etwas gegen das Land unternehmen würde.

»Nicht ein Tag vergeht […], an dem Israel nicht erklärte, es würde nötigenfalls eine Atombombe gegen den Iran einsetzen. Auch im Fall der Ukraine sahen Sie, dass Russland mit der Option einer Atomwaffe drohte, falls es kein Abkommen unter bestimmten Bedingungen erzielen könne. Putin hat den nuklearen Aktenkoffer, und Russland würde diese Option nutzen.«

Das bedeute, man müsse sich als Land in den Besitz des notwenigen Schutzes bringen, um nicht zum Opfer globaler politischer Entwicklungen zu werden. Als Staat müsse man dafür sorgen, der »konstanten Drohung« entgegenzutreten, die über einem hänge, wenn man sich nicht selbst verteidigen könne.

»Bei der Atomfrage müssen wir auf unserer Position beharren und standfest bleiben. Wenn unsere nuklearen Fähigkeiten auf dem Stand von 1997/98 wären, wer würde die Mühe auf sich nehmen, mit uns zu verhandeln? Es ist natürlich, die Macht, die Stärke und die Fähigkeiten zu haben, die den Feind dazu bringen, sich in Verhandlungen unseren Forderungen beugen zu müssen.«

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