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Atom-Chef der UNO: Man kann die die Uhr bei Irans Atomprogramm nicht zurückdrehen

Der Chef der UN-Atomaufsichtsbehörde Rafael Grossi bei einer Pressekonferenz auf dem Wiener Flughafen
Der Chef der UN-Atomaufsichtsbehörde Rafael Grossi bei einer Pressekonferenz auf dem Wiener Flughafen (© Imago Images / Xinhua)

Wegen der Fortschritte, die der Iran gemacht habe, sei eine Rückkehr zum Status von 2015 nicht möglich, sagt der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde Rafael Grossi.

Inmitten der laufenden Gespräche in Wien über eine mögliche Rückkehr der USA zum 2015 geschlossenen Atomabkommen mit dem Iran warnte der Chef der UN-Atomaufsichtsbehörde in einem vergangene Woche veröffentlichten Interview, dass „man den Geist nicht zurück in die Flasche stecken kann.“

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Rafael Grossi, sagte der Financial Times, dass die meisten Maßnahmen, die der Iran seit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA) im Jahr 2018 ergriffen hat, zwar rückgängig gemacht werden könnten, dass aber das Niveau der Forschung und Entwicklung, das seitdem stattgefunden hat, ein „Problem“ sei.

„Das iranische Programm ist größer und ausgefeilter geworden, so dass eine lineare Rückkehr zum Stand von 2015 nicht möglich ist. Was man tun kann, ist, die iranischen Aktivitäten unter den Parametern von 2015 zu halten.“ Der einzige Weg, dies zu erreichen, sagte Grossi, sei durch Verifikation. Grossi wies darauf hin, dass der Iran inzwischen das Zehnfache der im Abkommen festgelegten 300 Kilogramm angereicherten Urans gelagert hat, darunter auch eine größere Menge auf fast waffentauglichem Niveau.

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Ernste Sache

Der Iran gab am 13. April bekannt, dass er die IAEO über seine Absicht informiert habe, mit der Anreicherung von Uran auf 60 Prozent Reinheit zu beginnen, was weit über dem im JCPOA festgelegten Wert von 3,67 Prozent liegt. Bereits in den Monaten zuvor hatte das Land mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent begonnen.

Die Atomaufsichtsbehörde bestätigte nur wenige Tage später, dass der Iran in seiner Atomanlage Natanz tatsächlich mit der Anreicherung auf 60 Prozent begonnen hat. „Ein Land, das auf 60 Prozent anreichert, ist eine sehr ernste Sache – nur Länder, die Bomben bauen, reichern auf dieses Niveau an“, sagte Grossi der Financial Times. „Sechzig Prozent ist fast Waffenqualität, kommerzielle Anreicherung beträgt 2 bis 3 [Prozent].“

Es sei zwar das „souveräne Recht“ des Iran, sein Atomprogramm weiterzuentwickeln, sagte er und fügte hinzu, „aber das ist ein Grad, der ein wachsames Auge erfordert. Es ist offensichtlich, dass man bei einem Programm mit dem Grad an Ehrgeiz und Raffinesse, wie ihn der Iran an den Tag legt, ein sehr robustes, sehr starkes Verifikationssystem braucht … sonst wird die Situation sehr fragil.“

Der Iran schränkte seine Zusammenarbeit mit den IAEO-Inspektoren im Februar ein, obwohl er zustimmte, eine gewisse Überwachung für einen dreimonatigen Zeitraum fortzusetzen, der vergangene Woche bis zum 24. Juni verlängert wurde, sechs Tage nach den iranischen Präsidentschaftswahlen.

Grossi sagte der Financial Times, dass die Vereinbarung letztlich „nicht nachhaltig“ sei. „Wir treten in eine Phase ein, in der wir … [die Dinge] eine Woche nach der anderen angehen und sehen müssen, wie sich der andere Prozess [die Verhandlungen in Wien] entwickelt“, sagte Grossi.

(Der ArtikelReport: IAEA head says no turning back clock on Iran’s nuclear program“ ist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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