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Einknicken vor den Anti-Israel-Demonstranten: Ein Armutszeugnis der California State University

Auch an der California State University in Sacramento gibt es ein antiisraelisches Protest-Camp
Auch an der California State University in Sacramento gibt es ein antiisraelisches Protest-Camp (© Imago Images / ABACAPRESS)

Wohl in der Hoffnung auf baldige Ruhe auf dem Campus und weiterhin sprudelnde Spendenquellen hat die Universitätsleitung sich auf einen fragwürdigen Deal mit den Anti-Israel-Demonstranten eingelassen.

Es ist nur eine kleine Meldung aus dem Newsticker, und doch fasst sie treffend zusammen, wie es um die studentischen Proteste in den USA steht. Eine der zentralen Forderungen der Palästina-Camps an amerikanischen Universitäten ist die Annullierung aller Investitionen, die mit Israel zu tun haben. Damit ist auch vieles über das Weltbild dieser Studenten gesagt, die offenbar keine Probleme damit haben, dass ihre Universitäten inzwischen Milliardenbetriebe sind, die nicht nur auf großzügige Spenden – unter anderem auch aus Golfstaaten wie Katar – angewiesen sind, sondern selbst in den Aktienmarkt investieren.

Ein Dorn im Auge ist den Protestierenden nur jenes Geld, das mit Israel in Verbindung gebracht wird, und da das in der Regel auch nicht besonders hohe Summen sind, bietet sich für Universitätsleitungen, die wieder Ruhe auf dem Campus haben wollen, es durchaus an, den Forderungen nachzukommen. Das tat etwa, wie eine dürre Meldung informiert, die California State University, und zwar mit einem eher seltsam zu lesenden Statement:

»Die California State University in Sacramento hat sich verpflichtet, sich von Unternehmen und Stiftungen zu trennen, ›die von Völkermord und ethnischen Säuberungen profitieren und grundlegende Menschenrechte verletzen‹. Ohne ein Land namentlich zu nennen, erklärte sich die Universität bereit, die Forderungen der israelfeindlichen Demonstranten zu akzeptieren, die diese in den Verhandlungen über die Entfernung des  Protestlagers vom Campusgelände erhoben hatten. Die Studenten sagten, das Ziel der Desinvestition sei Israel.«

Anders als die demonstrierenden Studenten, denen offenbar recht gleichgültig zu sein scheint, wo der Profit ihrer Uni sonst noch so herkommt, musste die Leitung des Ladens ein wenig schwurbeln, wohl auch, um nicht allzu antiisraelisch zu klingen. 

Ein paar Fragen

Was dabei herausgekommen ist, klingt wiederum so verrückt, das man sich einige Fragen doch nicht verkneifen kann:

  • Hat die California State University in Zeiten, in denen noch jede Investmentgesellschaft größten Wert darauf legt, zu betonen, dass ihre Fonds nicht in Aktien investieren, die der Umwelt schaden oder auf Menschenrechtsverletzungen fußen, sich bislang nicht darum gekümmert, wo ihr Geld angelegt wurde? 
  • Verdiente sie etwa an syrischer Waffenproduktion und investierte in die sudanesischen Völkermördermilizen oder die Hutus in Ruanda? 
  • Scherte sich eine so distinguierte Institution bislang wirklich gar nicht darum, was mit ihrem Kapital geschah? 
  • Bedurfte es erst des Hamas-Überfalls auf Israel und des darauffolgenden Kriegs in Gaza sowie der entsprechenden Demonstrationen, um sich in dem dafür zuständigen Department der Universität mit solch grundlegenden ethischen Fragen wie der, wem man sein Geld gibt, auseinanderzusetzen?

Träfe dies zu, wäre ihre Erklärung nicht nur ein Einknicken gegenüber den Protesten, sondern ein Armutszeugnis sondergleichen. Träfe es nicht zu, bleibt es beim Einknicken vor den Demonstranten und wäre ein Armutszeugnis anderer Art, denn dann hätte die Universitätsleitung nicht den Mut, sich offen zu ihrer Entscheidung gegen einen einzigen Staat – den israelischen – zu bekennen, sondern wäre so feige gewesen, diesen Schritt mit einem Schwurbelsatz zu camouflieren, der umgekehrt nun Israel attestiert, dass es einen Völkermord begehe, ethnische Säuberungen durchführe und grundlegende Menschenrechte verletze.

Viel bringen wird ihr das aber nicht, denn schon jetzt haben studentische Protestierer angekündigt, den Druck weiter aufrecht halten zu wollen, wie einer ihrer Sprecher erklärte: »Wir wissen, dass die Universitätsverwaltungen lügen, um ihre Investitionen in den Tod zu schützen. Es ist unsere Aufgabe, das bürokratische Kauderwelsch zu durchstechen, um finanzielle Zusagen zu erhalten, die so konkret sind wie der sehr reale Völkermord und die Bodeninvasion in Rafah, die sich in diesem Moment anbahnt.«

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