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Zunehmende Armut im Iran – Milliarden für staatliche Trauerzeremonien für Khamenei

Begräbnisfeierlichkeiten für Ali Khamenei in der iranischen Hauptstadt Teheran
Begräbnisfeierlichkeiten für Ali Khamenei in der iranischen Hauptstadt Teheran (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Der Oberste Führer war einer der Hauptverantwortlichen für schwerste Menschenrechtsverletzungen, staatliche Repression, Terrorpolitik und den eliminatorischen Antisemitismus des iranischen Regimes.

Kazem Moussavi

Nach Angaben iranischer Staatsmedien waren am Samstag in Teheran Millionen Menschen zu den Trauerfeierlichkeiten für den vor vier Monaten durch die USA und Israel getöteten Obersten Führer Ali Khamenei erwartet worden. Regimekritiker hingegen berichteten, dass die Behörden sowie Geheimdienst- und Sicherheitsorgane die Teilnahme an der von den Revolutionsgarden organisierten Zeremonie teilweise durch finanzielle Anreize sowie durch Druck auf Beschäftigte staatlicher Einrichtungen förderten. Zudem sollen über regimenahe Netzwerke und Stellvertreterorganisationen zigtausende Teilnehmer aus den Nachbarländern, insbesondere aus Afghanistan und dem Irak, für die Trauerfeier mobilisiert worden sein.

Die Beisetzung soll am kommenden Donnerstag in der Pilgerstadt Maschhad nahe dem heiligen Schrein des achten schiitischen Imams Reza stattfinden.

Armut und Krise

Millionen Menschen im Iran leben in Armut. Hohe Inflation, sinkende Kaufkraft, hohe Steuern, eine enorme Arbeitslosigkeit und die andauernde Wirtschaftskrise prägen den Alltag. Viele Iraner beschreiben ihre Lebenssituation als einen existenziellen Überlebenskampf. Gleichzeitig gibt das Regime nach Schätzungen mehr als zwei Milliarden Dollar für die staatlich organisierten und propagandistisch inszenierten Trauer- und Beisetzungszeremonien von Ali Khamenei aus.

Berichten der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten zufolge wurden für die Verpflegung der Teilnehmer und ausländischen Gäste unter anderem mehrere tausend Kilogramm Zucker sowie Tee, Eis und unzählige Mineralwasserflaschen bereitgestellt. Darüber hinaus wurden zwei Millionen Kilogramm Brot, 3.000 Tonnen Reis, 2.000 Tonnen Speiseöl, 4.000 Tonnen Hühnerfleisch, 4.000 Tonnen tiefgekühltes Fleisch sowie tonnenweise weitere Lebensmittel und Versorgungsgüter beschafft.

Nicht enthalten in den Berechnungen sind die Reise-, Hotel- und Unterbringungskosten der Teilnehmer sowie die Ausgaben für die begleitenden Veranstaltungen in Teheran, Qom, Kerbela (Irak) und Maschhad und die Kosten für Khameneis Mausoleum.

Auch die Kosten für den Bau des Mausoleums des Gründers der Islamischen Republik, Ruhollah Khomeini, wurden nie offiziell veröffentlicht. Internationale Schätzungen und Medienberichte beziffern allein die Bau- und Instandhaltungskosten seit 1990 auf mehr als zwei Milliarden Dollar. Für den Unterhalt der monumentalen Anlage südlich von Teheran sowie für die Versorgung der Pilger aus dem In- und Ausland werden jährlich Ausgaben in Höhe von dreistelligen Milliardenbeiträgen in der Landeswährung Toman veranschlagt.

Regimepropaganda

Viele Iraner fragen sich, warum Milliarden für staatliche Zeremonien, Prestigeprojekte sowie die Militär-, Raketen- und Regionalpolitik des Regimes ausgegeben werden, während die Bevölkerung zugleich unter den wirtschaftlichen Folgen der internationalen Sanktionen sowie unter Misswirtschaft und Korruption leidet. Verschiedenen Berichten zufolge leben rund achtzig Prozent der Bevölkerung unter oder an der Armutsgrenze und sind von gravierenden sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Problemen betroffen.

Zu den Teilnehmern der Trauerzeremonie in Teheran gehörten Delegationen der afghanischen Fatemiyoun– und der pakistanischen Zainebiyoun-Brigaden, der libanesischen Hisbollah, der irakischen Hashd al-Shaabi sowie Vertreter der Huthi aus dem Jemen. Ebenfalls anwesend waren Ziyad al-Nakhalah, Generalsekretär des Palästinensischen Islamischen Dschihad, und Mohammed Darwish, Vorsitzender des Hamas-Führungsrates. Libanesische Ehrengäste waren Mahmoud Qamati, der stellvertretende Vorsitzende des Politischen Rates der Hisbollah, und die Witwe des 2024 getöteten Hisbollah-Generalsekretärs Hassan Nasrallah.

Das Regime behauptet zudem, an den Trauerzeremonien hätten mehr als hundert Staats- und Regierungsvertreter sowie weitere hochrangige Delegationen aus aller Welt teilgenommen. Darüber hinaus hätten sich nach staatlichen Angaben mehr als fünfzehn Millionen Trauergäste aus dem Iran und den Nachbarländern an der vom Regime als »größte schiitische Bestattung der Geschichte« bezeichneten Zeremonie beteiligt. Unabhängig überprüfbare Nachweise für diese vom Regime verbreiteten Teilnehmerzahlen bislang allerdings nicht vor.

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