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Präsident Aoun: Iranische Einmischung zerstört den Libanon

Der libanesische Präsident Joseph Aoun
Der libanesische Präsident Joseph Aoun (© Imago Images / Anadolu Agency)

Der libanesische Präsident Joseph Aoun forderte Israel auf, Diplomatie dem Krieg vorzuziehen, und erklärte, Trump könne zur Beendigung des Konflikts beitragen.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun sagte in einem zweiteiligen Interview, das am Wochenende ausgestrahlt wurde, das Regime in Teheran müsse die Souveränität seines Landes achten. »Wir streben eine gute Beziehung zum Iran an, die auf gegenseitigem Respekt basiert, nicht auf Einmischung«, sagte Aoun gegenüber Christiane Amanpour von CNN International.

Es stehe den Iranern »nicht zu, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen. Unsere Interessen stimmen vielleicht nicht mit Ihren Interessen überein. Das libanesische Volk zahlt den Preis dafür. Menschen im Libanon werden getötet; ihre Häuser und Wohnungen werden zerstört, um Ihren Interessen zu dienen, nicht den Interessen des Landes. Es ist an der Zeit, diese Realität zu erkennen.«

Der ehemalige Armeechef, der im Januar 2025 das Amt des Staatsoberhaupts antrat, griff das iranische Regime direkt an, als er erklärte: »Andere Länder versuchen, uns zu helfen, aber Sie versuchen nicht, uns zu helfen. Sie zerstören das Land um Ihrer eigenen Interessen willen.«

Appell an Israel

Aoun forderte auch Jerusalem auf, den diplomatischen Weg zu beschreiten, und erklärte, dass israelische Militäraktionen keine dauerhafte Sicherheit bringen würden. »Wollt ihr in einem ewigen Krieg leben? Wir sind bereit, uns an einen Tisch zu setzen und zu reden. Es ist an der Zeit, dass die Kraft der Vernunft über die Vernunft der Macht siegt.«

Die Libanesen entlang der Grenze hätten die Kriege satt, »aber auch ihr müsst Bereitschaft und Engagement zeigen, um diesen Krieg zum Wohle beider Völker auf beiden Seiten der Grenze zu beenden. Wir sind bereit; wir sind willens; wir sind entschlossen. Seid Ihr es auch? Wenn ja, lasst uns zusammensetzen und reden. Wenn nicht, werden wir niemals in Frieden und Sicherheit leben.«

Zuvor hatten die unprovozierten Angriffe der iranischen Stellvertreterorganisation Hisbollah die israelischen Streitkräfte veranlasst, Bodentruppen auf libanesisches Gebiet zu entsenden, um die Gemeinden im Norden Israels vor dem Raketen- und Drohnenbeschuss der radikalen schiitischen Miliz zu schützen.

»Die Israelis, Premierminister Netanjahu und die Hisbollah müssen verstehen, dass sie einen sinnlosen Krieg führen. Die Strategie, die sie verfolgen, ist kurzsichtig, kontraproduktiv und, glauben Sie mir, wird niemals zum gewünschten Ergebnis führen. Wir haben eine große Chance, den Zustand der Feindseligkeit zwischen dem Libanon und Israel zu beenden. Wir haben eine große Chance für das libanesische und das israelische Volk, in Sicherheit und Geborgenheit zu leben. Beide Seiten haben seit 1948 genug vom Krieg. Dies ist eine riesige Chance, also müssen sich beide Seiten entscheiden – Krieg oder Verhandlungen oder Diplomatie. Der beste Weg ist die Diplomatie.«

Der libanesische Staatschef fügte hinzu, dass US-Präsident Donald Trump sich für die Stabilität des Libanon einsetzt. »Wir zählen auf ihn, diesen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden«, sagte Aoun.

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