Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, sein Land habe bereits unter den Folgen vergangener Konflikte gelitten und könne die Kosten nicht länger tragen.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun versprach am Montag, sein Möglichstes zu tun, um die grenzüberschreitenden Feindseligkeiten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah zu beenden. Bei einem Treffen mit dem christlichen Abgeordneten Michel Daher und einer Delegation der libanesischen Landwirtschaftsverbände erklärte Aoun laut einer Mitschrift, Beiruts Rahmenbedingungen für die von den USA vermittelten Friedensgespräche umfassten »einen Rückzug Israels, einen Waffenstillstand, den Einsatz der [libanesischen] Armee entlang der Grenze, die Rückkehr der Vertriebenen und wirtschaftliche Hilfe.«
Alles, was außerhalb dieses Rahmens diskutiert werde, entspreche nicht den Tatsachen, sagte Aoun. Seine Pflicht sei es, »basierend auf meiner Position und meiner Verantwortung, das Unmögliche zu tun und den Weg zu wählen, der die geringsten Kosten verursacht, um den Krieg gegen den Libanon und sein Volk zu beenden.« Der libanesische Präsident fügte hinzu, sein Land habe bereits unter den Folgen vergangener Konflikte gelitten. »Wir haben Kriege erlebt und gesehen, wohin sie den Libanon geführt haben. Kann irgendjemand ihre Kosten noch länger tragen?«
Gespräche gehen weiter
Am 2. März begann die Hisbollah, Raketen und Drohnen aus dem Südlibanon auf Israel abzufeuern, nachdem der jüdische Staat am 28. Februar den iranischen Obersten Führer Ali Khamenei gezielt getötet hatte. Als Reaktion auf den Verstoß der Terrororganisation gegen den von den USA vermittelten Waffenstillstand vom 27. November 2024 startete Jerusalem eine Luftkampagne gegen die Hisbollah. Außerdem befahl es den israelischen Streitkräften, die Kontrolle über weitere Gebiete im Südlibanon zu übernehmen, um die grenzüberschreitenden Angriffe zu stoppen.
Nach Vermittlung durch US-Präsident Donald Trump einigten sich Jerusalem und Beirut am 16. April auf einen zehntägigen Waffenstillstand, den sie am 23. April nach historischen Direktgesprächen in Washington um weitere drei Wochen verlängerten. Eine dritte Gesprächsrunde in der vergangenen führte dazu, dass der Waffenstillstand um weitere 45 Tage verlängert wurde.
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, bezeichnete die jüngsten Gespräche als »äußerst produktiv« und erklärte, die politischen Verhandlungen würden am 2. und 3. Juni wieder aufgenommen. Unabhängig davon werde am 29. Mai im Pentagon ein Sicherheitsdialog mit Militärdelegationen beider Länder beginnen.«
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf der Hisbollah am 26. April vor, das Waffenstillstandsabkommen mit Beirut durch ihre unaufhörlichen Terroranschläge »im Wesentlichen zunichte gemacht« zu haben. »Daher sind für uns die Sicherheit Israels, die Sicherheit unserer Soldaten und die Sicherheit unserer Gemeinden das Gebot der Stunde. Wir handeln entschlossen gemäß den Regeln, die wir mit den Vereinigten Staaten und übrigens auch mit dem Libanon vereinbart haben.«






