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Collecting:resentments – Antisemitismus in Hannovers Kunst- und Kulturszene

Demonstration gegen Antisemitismus in Hannover
Demonstration gegen Antisemitismus in Hannover (© Imago Images / Fotostand)

Ein genauerer Blick auf die Gäste und das Organisationteam des »postmigrantischen Literaturfestivals« collecting:dreams in Hannover offenbart ideologisch bedingten Antisemitismus.

Remo H. Kohlbrenner

Spätestens seit dem Skandal um die documenta 15 im Jahr 2022, auf der künstlerische Werke mit Darstellungen in antijüdischer Bildtradition ausgestellt wurden, ist der Öffentlichkeit allgemein bekannt: Die sich selbst als progressiv (miss-)verstehende internationale Kunst- und Kulturszene hat ein Antisemitismus-Problem. Besonders gegen den einzigen und permanent bedrohten jüdischen Staat hegen weite Teile dieses Milieus Ressentiments bis hin zu offener Feindschaft.

Ein Blick in die Hannoveraner Szene bestätigt dieses pauschale Urteil. Vom 12. bis 14. September soll das »postmigrantische Literaturfestival« collecting:dreams stattfinden. Es wird durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover gefördert, kooperiert mit der Spielfeld Gesellschaft, »einer Plattform für Austausch und Integration in Niedersachsen«, und wird durch die Sparkasse Hannover und das Central-Hotel Kaiserhof gesponsert. Mit dem gleichzeitig geplanten Fuchsbau Festival soll eine gemeinsame Lesung veranstaltet werden.

Ursprünglich war als Veranstaltungsort das prestigeträchtigere und größere Kulturzentrum Pavillon Hannover vorgesehen, wo bereits 2024 die zweite Ausgabe des Festivals stattgefunden hatte. Für die Veranstalter drohten allerdings als inakzeptabel geltende Eingriffe in die Programmgestaltung seitens des Pavillons, weshalb kurzfristig der Ort gewechselt wurde. Anlass für diese Unstimmigkeit waren mehrere geladene pro-palästinensische Gäste. Gewechselt wurde deshalb zum Künstlertreff Garage Nord, in dem zuvor schon die antizionistische Gruppe O:hm zu einer Veranstaltungsreihe laden durfte.

Das collecting:dreams-Festival hat sich das Engagement gegen Rassismus auf die Fahne geschrieben. Wie hiermit deutlich werden soll, macht dies nicht automatisch immun gegen Antisemitismus, was spätestens nach dem 7. Oktober 2023 immer klarer wird. Statt zu versuchen, eine auf Argumente sich einlassende Kritik an israelischer Politik und Kriegsführung zu formulieren, versteigt sich der postkolonialistische Antizionismus in eine Absage an die kritische Urteilskraft. Der hier vertretene identitäre Antirassismus ist also nicht zuletzt eine ideologische Regression.

Ein genauerer Blick auf die Gäste und das Organisationteam offenbart mehr als nur eine vorgeblich pro-palästinensische Haltung. Ein verbindender Faktor zwischen den Gästen ist nicht ausschließlich eine (post-)migrantische Biografie, sondern vor allem das ideologisch bedingte Ressentiment gegen Israel, das in einigen Fällen auch antisemitisch und terrorapologetisch daherkommt.

Hamas-Sympathisantin als Gast

Die Einladung der Aktivistin Hebh Jamal ist die wohl pikanteste des Programms. Jamal soll zum Thema religiöse Bekleidung sprechen, doch der eigentliche Fokus ihres Aktivismus und Grund ihrer gewissen Bekanntheit ist ein ganz anderer: Noch am Tag des beispiellosen Terrorangriffs auf Israel vom 7. Oktober 2023 rechtfertigte sie in einem mittlerweile gelöschten Video die Massaker der Hamas. Darin schrieb sie über die Ermordung von 1.200 Israelis und die Geiselnahme von mehr als zweihundert weiteren Menschen kund: »[Dekolonialisierung] ist furchterregend, aber sie ist absolut notwendig.«

Nicht nur rechtfertigte sie den Hamas-Terror als »absolut notwendig«, der Aktivismus der nach Deutschland migrierten Amerikanerin richtete sich besonders gegen einen vermeintlich instrumentalisierten Antisemitismusvorwurf.

Insofern ist es folgerichtig, dass sie für ihr Doku-Projekt über die deutsche Staatsräson gegenüber Israel radikal-antizionistischen und terrorbefürwortenden Aktivistinnen und Aktivisten wie Udi Raz (Jüdische Stimme), Rachel Shapiro (Sozialismus von Unten) und Zaid Abdelnasser eine Plattform gibt. Sie alle rechtfertigen oder relativeren den mörderischen Terror der Hamas und anderer Gruppen. Laut dem Recherchekollektiv democ ist zum Beispiel Abdelnasser von der inzwischen verbotenen Gruppe Samidoun (Gefangenenhilfe der PFLP) auch Gründungsmitglieder von Masar Badil. Diese Gruppe stellt eine Schnittstelle zwischen Terrorgruppen im Nahen Osten und der israelfeindlichen Aktivistenszene im Westen dar.

Aufgrund des terrorapologetischen Aktivismus von Jamal kam es bereits zu einem Skandal um eine geplante Veranstaltung an der Universität Heidelberg, wo sie gemeinsam mit dem antisemitischen Aktivisten Mahmud Abu-Odeh ihre gefährliche Weltsicht vortragen sollte. Abu-Odeh begrüßte zuvor die Raketenangriffe der islamistischen Huthi auf Israel und erhoffte sich noch mehr Terror gegen den jüdischen Staat. Nicht nur tat er seine Vernichtungsfantasien öffentlich auf dem Mannheimer Marktplatz kund, sondern attackierte auch verbal den Kantor der jüdischen Gemeinde.

Sprechen konnte Jamal hingegen beim skandalträchtigen »Palästina-Kongress« in Berlin, auf dem sich 2024 das Who-is-Who der israelfeindlichen Szene treffen wollte. Schon im Ankündigungstext wurde die Vernichtung Israels gefordert, doch da auch Hamas-Apologeten angekündigt waren, wurde der Kongress vorerst verboten. Für einen angekündigten Gast, Salman Abu Sitta, der freimütig zugab, wäre er noch jung, hätte er einer der Terroristen vom 7. Oktober 2023 gewesen sein können, gab es ein polizeiliches Betätigungsverbot. Als der Kongress dann doch noch an einem anderen Ort stattfinden konnte, wurde er nach zwei Stunden von der Polizei unterbunden, da trotz des Verbots ein Video des verhinderten Terroristen Abu Sitta gezeigt wurde. Hebh Jamal blieb damals die einzige Rednerin auf diesem Kongress des Hasses.

Vereint gegen Israel

Doch Hebh Jamal ist nicht der einzige Gast, der sich auf den israelischen Staat und den Antisemitismusbegriff eingeschossen hat: Bei fast allen eingeladenen Personen lassen sich verzerrende Äußerungen zum Konflikt zwischen Israel und Palästina bei gleichzeitig mangelndem Verständnis von Antisemitismus finden.

Die Journalistin und Autorin Jara Nassar tut sich als Kritikerin der Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Association (IHRA) hervor und verbreitet verzerrende Texte über diese, deren Tenor lautet, der Antisemitismusvorwurf werde missbraucht.

Als Beispiel nennt sie unter anderem die Ereignisse rund um das Neuköllner Zentrum Oyoun, in dem regelmäßig öffentlichkeitswirksame israelfeindliche Aktivisten auftraten. Dabei schreibt Nassar gegen die begründete Kritik an diesem Vorgehen des Kulturzentrums an und problematisiert, dass antisemitische Künstler keine staatliche Förderung mehr erhalten sollen. Entsprechend unterschreibt sie offene Briefe gegen diese vermeintliche Zensur.

Sie selbst scheut auch keine Kooperation mit Mitgliedern der bereits genannten Jüdischen Stimme, einem politischen Zusammenschluss jüdischer Antizionisten, der die ebenfalls bereits genannte Samidoun, eine inzwischen verbotene Vorfeldorganisationen der Terrorgruppe PFLP, unterstützte und in der Hamas »Guerillakämpfer« sehen will. Damit hat es die Jüdische Stimme sogar unter der Rubrik »säkularer propalästinensischer Extremismus« in den Verfassungsschutzbericht geschafft.

Wie viele Verharmloser von israelbezogenem Antisemitismus spricht Nassar sich für die als Gegenkonzept zur HHRA-Definition entworfene Jerusalem Declaration aus. Diese lässt viel Spielraum für israelbezogenen Antisemitismus und dient besonders jenen als willkommene Entlastung, die sich von Antisemitismuskritik angegriffen fühlen.

Im Steckbrief ihres Instagram-Profils führte die Autorin, die sich in ihrem Aktivismus frei von Antisemitismus fühlt, das rote Dreieck der Hamas, womit diese ursprünglich ihre Ziele markierte. Inzwischen ist das Symbol ein Erkennungszeichen unter den Anhängern des terroristischen »Widerstands« geworden. Dieses allzu offensichtliche Symbol des Terrors hat Nassar mittlerweile gelöscht.

Auch die Kabarettistin Jilet Ayse tat sich in der Vergangenheit schon als Vertreterin einer vermeintlichen »Israelkritik« hervor. Sie postete eine Liste angeblicher israelischer Verbrechen und behauptete: »Israel hat keine Geschichte, sondern nur ein Strafregister.« Wie Eren Güvercin von der Alhambra Gesellschaft auf X betont, ist es eine gängige Taktik in diesem Milieu, durch Hinweise auf die lange Geschichte der blutigen Folgen des Konflikts zwischen Israel und Palästinensern den Terror der Hamas zu relativieren und den jüdischen Staat zu dämonisieren.

Schon einige Jahre zuvor zog Idil Baydar, so der bürgerliche Name von Jilet Ayse, Kritik auf sich, da sie den Umgang mit dem Berliner Clan-Kriminellen Abou Chakar mit der Judenverfolgung verglich. Entschuldigt hat sie sich zwar dafür, daraus gelernt aber offenbar nicht.

Alena Jabarine, die bekannte deutsch-palästinensische Autorin mit israelischer Staatsbürgerschaft, zählt zu den gemäßigteren pro-palästinensischen Stimmen. Auch sie stand in der Kritik, da sie eine Karikatur von Naji al-Ali teilte, dessen Werke voller Stereotype über Juden und einseitiger Darstellungen des Nahost-Konflikts sind. Aufschlussreich sind auch ihre Medienempfehlungen: So riet sie einen Tag nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023, deutsche Medien nicht zu konsumieren, stattdessen teilte sie unter anderem Beiträge des katarischen und mit der Hamas sympathisierenden Propagandasenders Al-Jazeera.

Ideologische Zensur

Ein weiterer Gast des collecting:dreams-Festivals ist der Autor, Verleger und Preisträger Dinçer Güçyeter. Auch er agiert online in einer Art gegen Israel, über die der Schriftsteller Boris Schumatsky für die FAZ schrieb: »Es war fast unerträglich peinlich, mitanzusehen, wie Dinçer Güçyeter Kommentare löschte. Der mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnete Autor und Verleger hatte in den sozialen Netzwerken über den israelischen ›Völkermord‹ geschrieben und dafür viele Likes, Umarmungen und Herzchen bekommen. Doch wenn jemand die ermordeten jüdischen Zivilisten oder die Hamas erwähnte, löschte Güçyeter die Kommentare sofort, und als dann Screenshots von gelöschten Kommentaren gepostet wurden, löschte er auch diese.«

Als Moderation für Güçyeters Lesung ist der Diversity Trainer und Sensitivity Reader Aşkın-Hayat Doğan angekündigt. Wie viele andere Gäste füttert auch er seine Follower auf Instagram täglich mit einseitigen, israelfeindlichen Beiträgen zum Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Er ist Fan der Demonstrationen von »Intifada Hannover«, einem sich als »divers« bezeichnenden Zusammenschluss arabisch-nationalistischer, antiimperialistischer und islamistischer Aktivisten, deren aggressive Parolen nach arabischer Vorherrschaft Doğan bei seinem Sensitivity Reading offenbar ausspart.

Im vergangenen Winter posierte er mit einem Jutebeutel mit der Aufschrift »Never Again means Never Again« in den palästinensischen Nationalfarben, womit die Erinnerung an die Shoah mit der palästinensischen Nationalbewegung verknüpft und behauptet wird, Israel verübe einen Holocaust an den Palästinensern. Unter anderem für dieses Motiv wurde erst kürzlich der selbsternannt medienkritischen und israelfeindlichen Aktivistin Judith Scheytt der Donnepp Media Award entzogen.

Eine weitere geladene Online-Aktivistin gegen Israel, die unter anderem bei den »Artists against Apartheid« aktiv ist, ist Douce Dibondo. Die antirassistische Autorin aus Frankreich dämonisiert regelmäßig Israel als kolonialistisches und rassistisches Regime. Jamal Ouazzani, ein weiterer französischsprachiger Autor, wirft »Israh€ll«, wie er schreibt, einen Vernichtungskrieg vor. Ouazzani versucht in intersektionaler Rhetorik, die diverse islamische Gemeinschaft auf die »Befreiung Palästinas« einzuschwören.

Der Berliner Musiker und palästinensische Aktivist Ahmed Eid, der Israel schon vor dem aktuellen Krieg einen Genozid vorgeworfen hat, gehört zur Band Bukahara. Auch wenn seine Band im letzten Jahr noch selbst bei der Fusion auftrat, wirft er dem Musikfestival, das sich strikt antirassistisch und tendenziell antiisraelisch positioniert, vor, mitschuldig an rassistischen und kolonialen Strukturen zu sein. Ein Online-Statement von ihm ist voll der in der Szene üblichen Apartheid- und Siedlerkolonialismus-Vorwürfe und fordert die Demontage des so charakterisierten jüdischen Staates.

Wohin die Reise geht

Darauf, welche politische Schlagseite das Organisationsteam bezüglich des israelisch-arabischen Konflikts hat, gab schon die Einladungspolitik für das collecting:dreams-Festival im Jahr 2024 einen deutlichen Hinweis, als Deborah Feldman auf die Bühne gebeten wurde. Feldman dient als beliebte jüdische Kronzeugin für antiisraelische Ressentiments und das Aufbegehren gegen die übermächtig vorgestellte Antisemitismus-Keule.

Während sie sich auf allen Kanälen publikumswirksam darüber entrüsten kann, Positionen wie die ihre würden vermeintlich unterdrückt, polemisiert sie gegen jüdische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion und sprach ihnen ab, jüdisch zu sein. Stattdessen unterstellte sie ihnen den Status einer »privilegierten Minderheit« mit »Macht und Einfluss«. Feldman raunt im Subtext ihres Buchs Judenfetisch, das sie 2024 beim Festival vorstellen durfte, wie man es sonst nur aus rechtsextremen Dunstkreisen kennt. Die jüdischen Kontingentflüchtlinge seien Hochstapler und sowohl geistig als auch genetisch durch das Leben in der Sowjetunion keine wirklichen Juden mehr. Diese Bande von Betrügern habe das Ziel, die deutsche Meinung hinsichtlich des israelisch-palästinensischen Konflikts und des Antisemitismus zu manipulieren.

Dazu passt, dass sie nun in der neu gegründeten Weltbühne darüber spekuliert, ob der Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, Philipp Peyman Engel, wirklich jüdisch sei. Auch weitere jüdische Persönlichkeiten wie Igor Levit, Mirna Funk oder Anna Staroselski griff Feldman an und versuchte, ihnen ihren jüdischen Familienhintergrund abzusprechen. Der bekannte Pianist und Menschenrechtler Levit nannte sie aufgrund ihres Israelhasses und ihres Versuchs, neunzig Prozent der Juden ihr Jüdischsein abzusprechen, zugespitzt eine »Old school Antisemitin«.

Angesichts der realen Marginalisierung der mehrheitlich postsowjetischen Juden in Deutschland wirkt die Selbstinszenierung der prominenten Autorin als marginalisierte Kritikerin mehr als widersprüchlich und zeugt eher von ignoranter Überheblichkeit. Feldman bietet sowohl der deutschen als auch der postmigrantischen »israelkritischen« Hörerschaft, die sich selbst noch nicht traut, solche Thesen in der NS-Nachfolgegesellschaft offen zu äußern, die perfekte Entlastungszeugin. So bezeichnete sie im ZDF bei Markus Lanz die israelische Kriegsführung als einen »weiteren Zivilisationsbruch« und stellte den Krieg zwischen Israel und der Hamas so auf dieselbe Stufe wie die Shoa. Ein Blick in ihren Online-Aktivismus gegen die Kritik des Antisemitismus verstärkt das Bild einer verbissenen Antizionistin, die in einer kontrafaktischen Realität zu leben scheint.

Kuratorische Ressentiments

Maßgeblicher Antreiber dieser Ansammlung von künstlerischen Stimmen des antiisraelischen Ressentiments hat der Festival-Leiter von collecting:dreams, Kadir Özdemir. Der Kopf hinter dem Postmig Writers Collective und den Prisma Queer Migrants ist selbst äußerst aktiv auf Instagram und teilt exzessiv antiisraelische Propagandabeiträge, ohne dabei zu prüfen, ob die Inhalte stimmen oder nicht. Hier werden auch Verschwörungstheorien geteilt, Israel würde die Lebensmittellieferungen für den Gazastreifen gezielt mit Drogen versetzen – ein Vorwurf, der direkt von der Hamas übernommen wurde.

Özdemir behauptet auch, dass die inzwischen gerichtlich belegten antisemitischen Hetzjagden auf Juden in Amsterdam eigentlich nur Abwehrreaktionen gegen rassistische Fußballfans gewesen seien. Eine hervorstechend beliebte Quelle für solche Propaganda und Fake News ist Tarek Baé, einer der einflussreichsten deutsch-muslimischen Stimmen gegen Israel, dem Verbindungen zu islamistischen und türkisch-nationalistischen Kreisen nachgewiesen wurden. Ein dem Islamismus nahestehender Influencer als Quelle für einen queeren Schriftsteller wie Özdemir? Personen, die sonst wenig gemeinsam haben, vereint der Hass auf Israel.

Ein weiterer bei Özdemir beliebter Influencer ist Hassan Özbay, besser bekannt unter seinem Social-Media-Alias »migrantischewut«, der die Opfer des von der Hamas angegriffenen Nova-Festivals verhöhnte. Weitere von Özdemir geteilte Quellen, die einseitige und gezielte Falschinformationen verbreiten, sind die bereits mehrfach erwähnte Jüdische Stimme, der katarische Propagandasender Al-Jazeera und dessen internationale Auskopplung AJ+ sowie viele weitere TV-Kanäle dieser Art.

Ähnlich wie Feldman verhöhnte Özdemir die ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Studierendenunion Hanna Veiler, als diese ihre Antisemitismuserfahrungen bis hin zu Morddrohungen öffentlich machte. Daneben besucht Özdemir auch Demonstrationen von Intifada Hannover, auf denen in der Vergangenheit schon für den getöteten Hamas-Führer Haniyeh gebetet wurde und ein arabisches Palästina gefordert wird.

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Ideologische Regression

Die »Israelkritik« ist zu einer Ideologie geronnen, die jüdische Selbstbehauptung ablehnt und die historischen Bedingungen des jüdischen Staats und seiner Geschichte verzerrt. Um Israel als Staat der Überlebenden angreifen zu können, wird er begriffslos in einer vermeintlich antirassistischen Diktion zum Siedlerkolonialismus umgedeutet und der Zionismus zur Ursünde erklärt: Israel wird der absolute Täter.

Dementsprechend muss der fortlebende Antisemitismus besonders in seinen israelbezogenen Ausprägungen permanent verleugnet und verharmlost werden. Eine ressentimentgeladene Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, welche die Geschichte Israels als Staat der Überlebenden, die islamistische Herrschaft der Hamas, des Irans, der Huthi, der Hisbollah und anderer sowie aktuell das Leid der israelischen Geiseln ignoriert, stellt nichts anderes als eine geopolitische Reproduktion des Antisemitismus her. Wie Wolfgang Pohrt bereit 1991 schrieb: »Der Antizionismus ist die neue Ausdrucksform des Antisemitismus in der Linken. Er erlaubt es, Juden zu hassen, ohne sich als Nazi zu fühlen.«

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