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Anschlag von Tel Aviv: Die Terrorfamilie Hazem-Saadi aus Jenin

Mitglieder der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden der Fatah feiern den Tel Aviver Attentäter Raad Hazem
Mitglieder der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden der Fatah feiern den Tel Aviver Attentäter Raad Hazem (© Imago Images / ZUMA Wire)

Im Zuge einer Großrazzia wurde am vergangenen Wochenende auch ein Verwandter des Attentäters Raad Hazem festgenommen.

Vergangenen Freitag nahmen israelische Sicherheitsbehörden den Onkel von Raad Hazem fest, jenem Terroristen, der am 7. April bei einem Anschlag in Tel Aviv drei israelische Zivilisten ermordete.

Der als Ahmed al-Saadi identifizierte Onkel wurde nahe Jernin in Arabunna, wo er im Flüchtlingslager gelebt hatte, in Gewahrsam genommen, weil er im Verdacht steht, seinem Neffen bei dessen Terroranschlag behilflich gewesen zu sein. Saadi ist einer von zwölf palästinensischen Verdächtigen, die während des Wochenendes im Zuge von Antiterror-Einsätzen im Westjordanland verhaftet wurden.

Zuvor waren schon weitere Verwandte des Attentäters damit aufgefallen, dass sie ihn als Vorbild priesen und seinen Terroranschlag feierten. So hatte sein Vater Fathi Hazem, ein ehemaliger Sicherheitsgefangener in Israel und hochrangiger Polizeioffizier der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Tat seines Sohnes bereits am Tag nach dem Anschlag als Beitrag zur Befreiung der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem dargestellt:

»Viele sind Dir auf Deinem Weg vorausgegangen. Menschen, mit denen Du nicht zusammengelebt und die Du nicht gekannt hast. Sie wurden um Allahs Willen getötet, bevor Du geboren warst. Sie sind diesem Weg viele Jahre gefolgt und haben alles, was ihnen lieb und teuer war, geopfert, für Allah und für Palästina.«

Jedoch, so Fatih Hazem in seiner von MEMRI übersetzten Rede an die vor seinem Haus versammelten Trauergäste zu Ehren des bei seinem Anschlag getöteten Sohnes, sei es Allahs Gesetz, dass die Menschen alt und schwach werden, weswegen sie »das Banner an diejenigen weiterreichen« müssten, die nach ihnen kommen.

»Nun ist das Banner in Euren Händen. Das schwarze Banner, das sagt: ›Es gibt keinen Gott außer Allah‹, das Banner des Islam, das Banner von Mohammeds Schwert: es ist in Euren Händen. Lasst es nicht fallen.

Wir haben es an Euch weitergereicht, weil wir, bei Allah, keine Kraft mehr in unseren Körpern haben. Wir haben keine Entschlossenheit mehr in unseren Körpern, aber wir zehren unsere Entschlossenheit aus Euch. Wir nehmen die Kraft in Euren Augen und auf Euren Gesichtern wahr, wir beziehen unsere Standhaftigkeit aus Euch.«

Angesichts dieser Jugend an seiner Seite, so Fatih Hazem weiter, müsse man sich um das palästinensische Volk keine Sorgen machen:

»Allah, ich lege Zeugnis ab und ich rufe die Bekundungen Deiner Engel an, der Träger Deines Thrones und all Deiner Geschöpfe, dass ich erfreut über meinen Sohn bin. Mögest auch Du erfreut über ihn sein, Allah. Amen. Oh, Allah, hab Erbarmen mit den Märtyrern der Muslime. Amen. Befreie unsere Gefangenen, Allah. Amen. Heile unsere Wunden, Allah. Amen. Mach, dass wir unter den siegreichen Truppen sein werden, die als erste die Al-Aqsa-Moschee stürmen werden. Amen.«

Aufgepeitscht von Jamal Huwail, dem aus Jenin stammenden Mitglied des Revolutionsrats der Fatah-Fraktion von Mahmud Abbas, der schon die Terroranschläge von Be’er Sheva und Bnei Brak gelobt hatte, beantwortet die Trauerversammlung Fatih Hazems Ansprache mit der Parole: »Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir für Dich eintreten, oh Märtyrer.«

Darauf ergriff mit Mahmoud Al-Saadi ein weiterer Onkel von Raad Hazem das Wort und erklärte, sein Neffe sei »bescheiden und höflich gewesen«, was man daran erkennen könne, dass er seine »Wut nur gegen den Feind«, aber niemals gegen seinesgleichen gerichtet hätte. Al-Saadi schwor, im Namen Hazems weiterzukämpfen und nicht aufzugeben:

»Wir werden unserem Gelöbnis treu bleiben, bis wir die Freiheit erreichen, bis wir die Al-Aqsa-Moschee wiederherstellen und die Besatzer besiegen. (…) Heute demonstrierte er [Raad Hazem] seinen Mut, aber nur gegen seine Feinde. Ein Mann darf seine Waffe nicht gegen seinen Bruder erheben, nur gegen jene, die sein Land besetzen.

Wir kämpfen immer noch gegen diese Besatzer. Wir haben genug davon, nur zu reden und überlassen die Podien den Politikern. Hier, in diesem Flüchtlingslager, werden wir aktiv. Hier fließt das Blut. Allahu Akbar! Hier erzählt nur das Blut die wahre Geschichte vom Weg des Flüchtlingslagers. Hier reden wir nicht und schießen nicht in die Luft. Hier rücken wir vor, kämpfen, töten und werden getötet.«

Abschließend erklärte der Fatah-Funktionär Huwail, Raad Hazem habe »Glück in die Herzen der Menschen in der gesamten arabischen und islamischen Nation« gebracht, nicht bloß in jene der »Palästinenser zwischen [Jordan-]Fluss und [Mittel-]Meer«.

»Er ist dem Pfad großer, heldenhafter und zu Märtyrern gewordenen Führern gefolgt: Dem Pfad seiner heldenhaften Onkel Othman Al-Saadi und Mohammed Al-Saadi, dem Pfad seines Vaters, des [von Israel] freigelassenen Gefangenen und Oberst Fathi Abu Raad und dem Pfad seiner gesamten Familie, die alle Kämpfer sind. Heute verübte Raad einen legendären Angriff.«

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