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Angst vor Trump: Iran bittet seine Verbündeten um vorübergehende Ruhe

Quds-Einheit-Führer Ghaani (re.) fordert Verbündete im Irak zu Ruhe und Wachsamkeit auf
Quds-Einheit-Führer Ghaani (re.) fordert Verbündete im Irak zu Ruhe und Wachsamkeit auf (© Imago Images / ZUMA Wire)

Hinter der Bitte aus Teheran steht die Befürchtung, US-Präsident Trump könnte in den letzten Wochen seiner Amtszeit Militäreinsätze gegen iranische Ziele und deren Stellvertreter befehlen.

By Qassim Abdul-Zahra / Samya Kullab, Associated Press

Laut irakischen Beamten hat der Iran seine Verbündeten im gesamten Nahen Osten angewiesen, in höchster Alarmbereitschaft zu bleiben und Spannungen mit den USA zu vermeiden, die einer scheidenden Trump-Administration Anlass geben könnten, in den letzten Wochen der Amtszeit des US-Präsidenten Angriffe zu starten.

Die Bitte – die diese Woche von einem hochrangigen iranischen General an Verbündete in Bagdad überbracht wurde – spiegelt die wachsende Besorgnis über das unvorhersehbare Verhalten von Präsident Trump und die Ungewissheit in der chaotischen Übergangsphase bis zum Amtsantritt des designierten Präsidenten Joe Biden in zwei Monaten wider. (…) Es wächst die Besorgnis darüber, was Trump in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft tun könnte – bis hin zu einem möglichen Angriffs auf Amerikas Feinde im Ausland.

Am Donnerstag warnte ein Berater des obersten Führers des Iran in einem Interview mit Associated Press, dass jeder amerikanische Angriff auf den Iran einen „umfassenden Krieg“ in der Region auslösen könnte. „Wir befürworten keinen Krieg. Wir sind nicht darauf aus, einen Krieg zu beginnen“, sagte Hossein Dehghan, der in der paramilitärischen Revolutionsgarde des Iran diente, bevor er Verteidigungsminister unter Präsident Hassan Rouhani wurde.

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Die Besorgnis scheint nicht konkreter zu sein – Trump hat in der Tat einen Rückzug der US-Truppen im Irak und in Afghanistan angeordnet, der bis Mitte Januar abgeschlossen sein soll –, sondern vielmehr in der allgemeinen Nervosität über die Unvorhersehbarkeit von Trumps Aktionen zu wurzeln. Seine Entlassung von Verteidigungsminister Mark Esper zwei Tage nach der Wahl löste heftige Spekulationen darüber aus, ob sie mit einem umfassenderen Plan zusammenhing, im Ausland zuzuschlagen. (…)

Der iranische General Esmail Ghaani, Leiter der Auslandseinheit Quds Force der Revolutionsgarde, habe die Bitte Teherans während eines diese Woche in Bagdad stattfindenden Treffens mit vom Iran unterstützten irakischen Milizfraktionen und schiitischen Politikern vorgebracht, so zwei hochrangige irakische schiitische Politiker, die an den Treffen teilnahmen.

Die Botschaft die irakischen schiitischen Paramilitärs lautet dabei: Haltet Euch zurück, um zu vermeiden, dass Trump die Gelegenheit erhält, eine neue Runde der Gewalt einzuleiten. Bleibt ruhig und stellt die Angriffe auf die amerikanische Präsenz im Irak vorerst ein. Sollte es jedoch zu einer US-Aggression kommen, würde die Reaktion des Iran „der Art des Angriffs entsprechen“, zitierte einer der irakischen Politiker Ghaani.

Auch ein irakischer Regierungsbeamter bestätigte Ghaanis Treffen mit vom Iran unterstützten Fraktionen im Irak in dieser Woche. Alle irakischen Beamten sprachen unter der Bedingung der Anonymität.

Unterdessen warnte auch der Führer der vom Iran unterstützten militanten Hisbollah im Libanon, Hasan Nasrallah, seine Anhänger und Verbündeten, während der verbleibenden Wochen der Amtszeit von Trump wachsam zu sein.

(Aus dem Artikel „Iran’s allies on high alert in Trump’s final weeks in office, der bei Associated Press erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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