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Angriff auf Hilfskonvoi: Russland streitet Urheberschaft ab – und belastet sich dabei selber

„Russland streitet jede Verantwortung für die verheerende Attacke auf einen Hilfskonvoi bei Aleppo ab. Doch Moskau verwickelt sich in Widersprüche. Paradoxerweise belasten sich die Russen mit ihren eigenen Argumenten. (…) Der Luftangriff hatte die humanitären Helfer getroffen, als sie ihre Ladung – Mehl, Medikamente und Kleider – bei al-Kubra in ein Warenlager brachten. Aber handelte es sich wirklich um einen Luftangriff? Um den Begriff entspann sich sofort eine heftige Kontroverse, da er klar auf die Täterschaft hinter diesem vermuteten Kriegsverbrechen zeigte: In jener Gegend operieren nur die Luftwaffen von Syrien und Russland.

Bereits am Dienstag änderte die Uno auf Druck Moskaus ihre Wortwahl; sie spricht seither nur noch von einem ‚Angriff‘.Wie so oft in diesem Bürgerkrieg, in dem ungestraft Spitäler bombardiert, chemische Waffen eingesetzt und Streubomben abgeworfen werden, scheinen damit auch in diesem Fall die Verantwortlichkeiten verwischt. (…) Um den Nebel der Behauptungen und Gegenbehauptungen zu durchleuchten, lohnt es sich, die jeweiligen Erklärungen genauer zu betrachten. (…)

Die Indizien, unter anderem auch der Fluglärm auf den Videos von Augenzeugen, deuten klar auf einen Luftangriff hin und nicht auf einen ‚Unfall‘. Damit fällt ein dringender Verdacht auf Russland. Im Prinzip wäre auch ein Zusammenspiel mit der syrischen Luftwaffe denkbar. Aber Moskau hat sich in dieser Hinsicht ungewollt selber belastet: Außenminister Sergei Lawrow erklärte, die syrische Luftwaffe sei zu nächtlichen Operationen gar nicht in der Lage. Damit bleibt Russland als Hauptverdächtiger übrig. Abzuwarten bleibt, ob Moskau Hand bieten wird zu einer internationalen Untersuchung. Die betroffenen humanitären Organisationen haben sie gefordert, und sie wäre dringend nötig.“

(Andreas Rüesch: „Angriff auf Hilfskonvoi in Syrien. Die Indizien belasten Russland schwer“)

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